Felipe Massa will beim Grand Prix in Istanbul zum vierten Mal gewinnen

Formel 1 2010

— 27.05.2010

Massa zuversichtlich: "Wir können mitkämpfen"

Felipe Massa hat bereits dreimal in Folge in Istanbul siegen können - Viel Optimismus beim Brasilianer: "Es ist alles sehr eng"

Felipe Massa stellte sich am Donnerstag lächelnd den Fragen der Medienvertreter im Fahrerlager von Istanbul. Die Stimmung ist gut, denn Teamchef Stefano Domenicali lobte den Brasilianer unlängst, Ferrari hat neue Updates im Gepäck und Massa kommt auf seine Lieblingsstrecke. Der Vizeweltmeister von 2008 sprach daher in der Medienrunde ganz offen von möglichen Siegchancen für die Roten in der Türkei.

Frage: "Felipe, du kommst auf eine deiner Spezialstrecken. 2006, 2007 und 2008 hast du in der Türkei gewonnen. Mit welchem Gefühl gehst du in das Wochenende?"
Felipe Massa: "Ich mag dieses Rennen. Die Strecke gibt mir ein tolles Gefühl. Auf dieser Strecke brauchst du ein gutes Setup. Mir macht es immer viel Spaß. Ich habe beste Erinnerungen an diese Strecke: Dreimal in Folge konnte ich gewinnen und genau hier feierte ich meinen allerersten Formel-1-Sieg. Das gibt mir ein gutes Gefühl."

Frage: "Wie wichtig ist es in deiner aktuellen Situation, auf eine Strecke zu kommen, auf der du schon viel Erfolg hattest?"
Massa: "Es ist immer schön, wenn man auf eine Strecke kommt, die man gern mag. Das ist hier definitiv der Fall. Die Weltmeisterschaft ist noch sehr offen. Ich bin nur 17 Punkte hinter den Spitzenreitern. Das klingt nach viel, ist es aber nicht. Uns ist klar, dass man mit nur einem einzigen Sieg sehr viel gutmachen kann. Gerade auf Strecken wie dieser ist es wichtig, dass wir von Anfang gut dabei sind und den hohen Level das gesamte Wochenende halten."

Frage: "Hast du das Gefühl, dass du durch deine Verletzungspause etwas aus dem Tritt bist, oder bist du wieder auf dem gleichen Level wie vorher?"
Massa: "Ich bin wieder der Alte. Ich bin nicht eingerostet."

Frage: "Stefano Domenicali hat gesagt, dass er die aktuelle Fahrerpaarung auch gern im kommenden Jahr haben würde. Können wir also schon sicher sein, dass du bei Ferrari bleibst?"
Massa: "Wir müssen noch etwas abwarten. Natürlich würde ich gern im Team bleiben - ganz klar. Ich arbeite sehr gern für Ferrari, man bringt mir viel Respekt entgegen. Es wäre also schön, wenn es so weitergehen könnte."

Frage: "Deine gute Bilanz in der Türkei wurde schon angesprochen. Du hattest in diesem Jahr mehrfach Sorgen wegen der Reifen. Schmälert dies deine Erwartungen auch hier ein wenig?"
Massa: "Nein. Ich sage immer ganz ehrlich, was Sache ist - auch, wenn mancher mir das ab und zu nicht glauben mag. In diesem Jahr gab es mehrfach Probleme, wo etwas an meinem Auto nicht funktioniert hat. Es gab eben an den Freitagen - oder am Donnerstag in Monaco - einige Probleme. Wenn nun hier alles funktioniert, dann bin ich garantiert konkurrenzfähig."

Frage: "Hast du keine Angst, dass Red Bull auf Dauer unschlagbar sein wird?"
Massa: "Ich weiß, was ich kann und was das Team kann. Ich weiß genau, was zu leisten ich imstande bin. Ich mache beim Team immer Druck, um in den Bereichen voranzukommen, in denen wir uns verbessern müssen. Die Qualifyingbilanz von Red Bull ist sicherlich beeindruckend und sie haben zuletzt auch alles für Siege beisammen gehabt. Aber es ist alles dermaßen eng. Ich bin 17 Punkte zurück - das ist gerade einmal ein zweiter Platz. Ich mache Druck, weil wir ganz sicher konkurrenzfähig sein können. Wir müssen alles tun, damit wir nach vorne kommen."

Frage: "Ohne Testfahrten ist das Aufholen natürlich umso schwieriger. Welches Gefühl hast du, wenn du nach Maranello kommst, die hauseigene Teststrecke von Fiorano siehst und weißt, dass du sie nicht benutzen darfst? Ausgerechnet jetzt, wo es nötig wäre..."
Massa: "Wenn man zurückblickt, dann muss ich sagen, dass wohl niemand mehr diese umfangreichen Testfahrten Woche für Woche mit tausenden Kilometern haben möchte. Das war zu viel. Angesichts der Finanzen braucht das heutzutage niemand mehr. Aber wir müssen eine kluge Lösung finden, sodass es wenigstens einige Testchancen zwischen den Rennen gibt, um die Autos zu entwickeln. Ach für die neuen Teams wäre das wichtig, die teilweise nicht einmal die Rennen zu ende fahren können. Für die ist eine Zielankunft schon wie ein Sieg. Man muss sich da über eine gute Lösung einigen."

Frage: "Wie siehst du die sportliche Hackordnung in Istanbul?"
Massa: "Red Bull hat einen guten Lauf, sie waren überall gut dabei. Man kann also nicht hierherkommen und erwarten, dass sie plötzlich nicht mehr vorne sein könnten. Ich bin sogar ganz sicher, dass sie vorne mitkämpfen werden. Aber gleichzeitig sehe ich uns auch auf einem Level, der uns den Kampf um den Sieg ermöglichen sollte. Vor allem, wenn man - wie ich - auf eine Strecke kommt, auf der man viele Erfolge hatte, dann gibt man wirklich restlos alles, um vorne mitzumischen. Uns ist klar, dass Red Bull stark ist. McLaren kann auch vorne sein, Mercedes und sogar Renault auch. Es wird nicht einfach, aber ich habe vollstes Vertrauen in unser Team, dass wir konkurrenzfähig sein werden."

Frage: "Es ist immer amüsant, den Funksprüchen zwischen dir und deinem Renningenieur Rob Smedley zu lauschen? Musst du manchmal selber schmunzeln, wenn er dich antreibt?"
Massa: "Wir verstehen uns blendend. Er weiß genau, was er tun muss. Dabei geht es nicht darum, mir Beine zu machen. Ich bin nicht der Typ, den man im Rennen antreiben muss. Aber es ist einfach sehr wichtig, dass er mich jederzeit über die aktuellen Daten und Geschehnisse auf dem Laufenden hält - wo ich eine Zehntelsekunde zulegen muss zum Beispiel. Die Zusammenarbeit ist sehr gut mit ihm."

Frage: "Wie bewertest du die starken Auftritte von Mark Webber?"
Massa: "Vor dem Start in der Saison spricht man stets von drei oder vier Leuten, die wohl die Weltmeisterschaft unter sich ausmachen werden. Die Wahrheit ist aber, dass es viel mehr Leute gibt, die in diesem Kampf eingreifen können. Man kann dies in dieser Saison ganz genau beobachten, aber auch in der Vergangenheit. Die Formel 1 ist die höchste Kategorie. Jeder Formel-1-Pilot hat schon Meisterschaften gewonnen und weiß genau, wie so etwas geht. Zurzeit gibt es fünf, sechs, oder sogar noch mehr Fahrer, die um den Titel fahren können."

Frage: "Hat Mark das gleiche Niveau wie Sebastian Vettel?"
Massa: "Na klar. Warum auch nicht? Er hat zwei Rennen in Folge gewonnen. Aber Sebastian war oft nahe dran. Die beiden werden sich gegenseitig pushen und nahe zusammenliegen. Das ist bei anderen Teams ebenfalls der Fall."

Frage: "Viele sagen, dass Istanbul der beste Entwurf von Formel-1-Streckenarchitekt Hermann Tilke sei. Stimmst du dem zu?"
Massa: "Ja, aber ich mag seine Arbeit generell gern. Ich finde seine Strecken gut. Vielleicht könnte er in Zukunft noch mehr Meinungen von Fahrern einholen, aber das ist auch schon alles, was er besser machen könnte. Er macht einen richtig tollen Job."1

Fotoquelle: xpb.cc


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