Lewis Hamilton geht das Wochenende in Istanbul recht optimistisch an

Formel 1 2010

— 27.05.2010

McLaren-Weltmeister zeigen Respekt vor Red Bull

Jenson Button und Lewis Hamilton wollen Monte Carlo hinter sich lassen und die ihrer Meinung nach überlegenen Red Bulls zumindest unter Druck setzen

Die McLaren-Weltmeister Jenson Button und Lewis Hamilton, derzeit Vierter und Siebter in der Fahrer-WM, hoffen auf ein positives Ergebnis in Istanbul, rechnen aber nicht damit, Red Bull unter normalen Umständen ernsthaft angreifen zu können. Dabei entsprach ein fünfter Platz in Monte Carlo "nicht den Erwartungen des Teams, aber wir müssen das hinter uns lassen und hier wieder zeigen, was wir drauf haben", fordert Button.

Das scheint dem britischen Team zu gelingen: "Der Spirit bei uns ist unglaublich, aber das ist immer so", unterstreicht Hamilton. "Selbst nach schlechten Ergebnissen sind die Jungs guter Dinge. Sie sagen nie, dass ein Rennen schrecklich war." Dabei würde man es verstehen, wenn die Stimmung im Keller wäre, denn Button ist in Monte Carlo durch ein im Seitenkasten vergessenes Kühlgerät ausgeschieden. So etwas sollte einem professionellen Formel-1-Team nicht passieren.

Kein Vorwurf an den Mechaniker

Aber: "Es war ein Fehler. Man sagt, dass Fehler nicht passieren sollten, aber sie passieren halt", so Button. "Es geht darum, sie zu minimieren - wenn ein Fehler einmal passiert ist, darf er nicht wieder passieren. Der Kerl ist ganz fertig und hat sich entschuldigt. Ich bin mir sicher, dass ihm das nicht mehr passieren wird! Außerdem wollen wir, dass alle guter Dinge ins nächste Rennen gehen. Jeder in diesem Team freut sich auf dieses Wochenende. Die Atmosphäre bei uns ist außergewöhnlich."

"Wir sind schon gespannt, wie unser Auto hier funktionieren wird. In den vergangenen Rennen hat es mit dem Red Bull ein herausragendes Auto gegeben. Es geht darum, sie zu jagen. Ich hoffe, dass uns unsere Verbesserungen näher an sie heranbringen", sagt Button, und Hamilton kündigt an: "Wir haben einen neuen Heckflügel und einen leicht verbesserten Frontflügel. Hoffentlich bringt uns das näher ran, aber das werden wir erst im Laufe des Wochenendes erfahren."

Ob McLaren in Istanbul besser aussehen wird als auf der einigermaßen ähnlichen Strecke in Barcelona, ist fraglich: "Ich weiß nicht, ob wir besser sein werden, denn Red Bull wird sicherlich wieder das Team sein, das es zu schlagen gilt", weiß Hamilton. "Ich bin schon gespannt, wie ihr F-Schacht funktioniert und ob sie den gleichen Nutzen daraus ziehen können wie wir. Wenn ja, dann wird es dieses Wochenende noch schwieriger, sie zu schlagen."

Button meint skeptisch: "Wenn es keine Safety-Car-Phase gibt, kann sie niemand gefährden. Ich hoffe aber, dass das hier anders sein wird." Und er fügt aus eigener Erfahrung an: "Es kann ganz schnell gehen. Ich weiß noch, dass ich hier im Vorjahr gewonnen habe, aber dann herrschten in Silverstone kühlere Bedingungen und auf einmal war die Pace weg. Ich glaube jedoch nicht, dass es bei den Red Bulls auch so extrem schwanken wird, wenn es ein bisschen kühler ist."

"Unser Vorsprung war 2009 nie so groß wie der von Red Bull jetzt. Ja, im ersten Rennen lagen wir klar vorne, aber sie waren in Bahrain und Barcelona genauso schnell wie wir", gibt er über seine Weltmeistersaison bei Brawn zu Protokoll. "Die Toyotas standen in Bahrain in der ersten Reihe. Es gab immer ein Auto, das von der Rennpace her so schnell war wie wir, aber die waren eben nicht so zuverlässig oder konstant oder sie haben Fehler gemacht."

Was ist Red Bulls große Stärke?

Monte Carlo könnte für McLaren rein von der Papierform her eine der schlechtesten Strecken der Saison gewesen sein. Aber: "Monaco ist eine aerodynamische Strecke, sonst würden nicht alle so viele Flügel ans Auto schrauben. Es ist aber eine langsame Aerostrecke. Das ist nicht unsere Stärke, aber auch keine Schwäche", erklärt Button, der das Erfolgsgeheimnis der Red Bulls nicht alleine im "Flügelsalat" verborgen sieht.

"Die Red Bulls sind besonders im Bereich der Traktion viel besser als alle anderen Autos", vermutet er. "Ihr Auto scheint ganz anders zu sein als im Vorjahr, denn damals waren sie besonders mit viel Anpressdruck in schnellen Kurven gut, aber jetzt nehmen die die Geschwindigkeit auch hervorragend durch die langsamen und mittelschnellen Kurven mit. In der neunten Kurve in Barcelona sind sie voll gefahren und waren um 18 km/h schneller als alle anderen!"

Für Istanbul ist er guter Dinge, denn "wir sind sehr zufrieden mit dem Aeropaket und einigen anderen Neuentwicklungen für diese Strecke. Red Bull war im Qualifying aber eine Sekunde vorne - das ist ein Abstand, den du nicht in ein paar Wochen wettmachen kannst, auch wenn die Strecke hier anders ist als Barcelona", so Button. Der hat diese Saison immerhin schon zwei Rennen gewonnen, während Teamkollege Hamilton schon seit neun Grands Prix sieglos ist.

Frustriert ist Hamilton deswegen nicht: "Okay, wir hatten nicht immer die besten Ergebnisse, aber die Rennen haben mir großen Spaß bereitet. Solange du Spaß hast, kannst du problemlos weitermachen", winkt er ab. "Wenn du es nicht mehr genießt, dann ist das natürlich beschissen, aber das ist bei mir nicht der Fall. Außerdem sind noch viele Rennen zu fahren und ich weiß, dass wir die Spitze mit harter Arbeit ein- und überholen können."

Außerdem sei er zwar nur WM-Siebter, aber ihm fehlen lediglich 19 Punkte auf Spitzenreiter Mark Webber und Sebastian Vettel. "Das ist nicht viel", zeigt sich der Brite selbstbewusst. "Außerdem: Wenn ich in Barcelona nicht ausgeschieden wäre, wäre ich jetzt ganz vorne mit dabei. Einige Dinge lagen dieses Jahr halt außerhalb meiner Kontrolle, aber ich muss für meinen Moment bereit sein, denn er wird kommen!"

Fotoquelle: xpb.cc


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