Jenson Button sicherte sich die Bestzeit im Freitagstraining in Istanbul

Formel 1 2010

— 28.05.2010

Istanbul: Tagesbestzeit für Button

Der Freitag in der Türkei: Mark Webber ärgert sich über die Streckenposten, Sebastian Vettel wird Dritter und Jenson Button fährt unbeirrt Bestzeit

Nicht der Mann der Stunde in der Formel 1, Mark Webber, und auch nicht dessen Red-Bull-Teamkollege Sebastian Vettel erzielte am ersten Trainingstag zum Grand Prix der Türkei in Istanbul die Bestzeit, sondern der zweifache Saisonsieger Jenson Button. Der McLaren-Pilot setzte sich bei sonnigen Bedingungen und 30 Grad an die Spitze des Klassements.

Button wurde mit der weicheren Bridgestone-Reifenmischung in 1:28.280 Minuten gestoppt und landete damit vor Webber (+0,098), Vettel (+0,310), Lewis Hamilton (McLaren/+0,392) und Fernando Alonso (Ferrari/+0,445) auf dem ersten Platz. Der Brite mit der schnellsten Rundenzeit war dank F-Schacht-System auch auf den Geraden Schnellster, kam auf 311 km/h Topspeed. Damit war McLaren erneut um zwei km/h besser als Ferrari.

Red Bull freitags selten dominant

Doch wer Red Bull jetzt schon abschreibt, macht einen schweren Fehler, denn das österreichische Team zeigt am Freitag nur selten seine ganze Stärke auf. Allerdings scheint der Vorsprung nicht ganz so eklatant zu sein wie noch vor drei Wochen in Barcelona. Hochinteressant: Button büßte im Mittelsektor mit der schnellen Kurve acht eine halbe Sekunde (!) auf die aerodynamisch starken Red Bulls ein, war aber in Summe dennoch schneller.

Die Top 5 lagen innerhalb von einer halben Sekunde; dahinter reihten sich mit 0,634 beziehungsweise 0,694 Sekunden Rückstand die Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Michael Schumacher ein. "Ein schwieriger erster Tag für uns", sagt Sportchef Norbert Haug, "aber wir haben viel gelernt und unsere Pace im Renntrimm auf den weicheren Reifen sah am Ende ganz passabel aus." Rosberg erzielte seine Bestzeit mit der harten, Schumacher mit der weichen Gummimischung.

Übrigens experimentierte Mercedes heute mit der passiven Strömungsabrisslösung am Heckflügel und machte damit Fortschritte. Auf der negativen Seite standen dafür Hydraulikprobleme bei Rosberg, die dazu führten, dass der junge Deutsche zunächst immer nur einzelne Proberunden fahren durfte. Erst in der letzten halben Stunde konnte er sein Trainingsprogramm mit der weiterentwickelten Barcelona-Variante des MGP W01 wie geplant fortführen.

Webber sauer auf Streckenposten

Auch bei Red Bull lief nicht alles glatt, denn Webber rollte vier Minuten vor Schluss auf dem Bergaufstück im ersten Sektor aus. Der Australier manövrierte sein Auto im Leerlauf gekonnt nach hinten in den Notausgang, dort ärgerte er sich dann aber maßlos über die Streckenposten, die nicht kapierten, dass sie etwas unter die Räder spreizen müssen, um ein Wegrollen zu verhindern. Letztendlich diente ein Handfeuerlöscher als provisorische Wegrollsperre.

Mit ungefähr einer Sekunde Rückstand belegten Robert Kubica und Vitaly Petrov (beide Renault) die Plätze acht und neun; Felipe Massa rundete die Top 10 ab. Der Ferrari-Pilot, der in Istanbul schon dreimal gewonnen hat, wirkte aber etwas von der Rolle - nicht nur wegen seines Drehers in der neuralgischen achten Kurve. Der war jedoch umso bitterer, als er damit seine schnellste Runde mit weichen Reifen wegwarf. Beim Losfahren schnitt er außerdem anderen Fahrzeugen den Weg ab.

Bereits heute Morgen war Adrian Sutil (Force India) an jener Stelle gecrasht. Der Deutsche musste wegen der Reparaturarbeiten auch am Nachmittag eine halbe Stunde lang warten, wurde dann aber mit 1,349 Sekunden Rückstand solider Elfter. "Ich war einfach zu schnell, hatte Untersteuern und konnte es nicht mehr retten, weil die Auslaufzone sehr staubig ist. Dann ging es ab in die Mauer", erinnert er sich an den Abflug im ersten Training. Sonst sei es "ein normaler Testtag" gewesen.

F-Schacht-Premieren

Force India experimentierte genau wie Red Bull erstmals mit einem F-Schacht-System, das in beiden Fällen genau wie bei Ferrari von Hand bedient wird. Doch während Ferrari schon eine sehr gute Lösung gefunden zu haben scheint und auch die verbesserten Topspeeds von Red Bull messbar waren, dürfte Force India noch Steigerungsbedarf haben. Darauf lässt zumindest der Funkverkehr zwischen Sutil und seinem Renningenieur schließen.

Nico Hülkenberg (Williams/12.) hatte seinen Teamkollegen Rubens Barrichello (17.) heute sicher im Griff, Kamui Kobayashi (13.) war bei Sauber knapp schneller als Pedro de la Rosa (14.). Schnellster Vertreter der neuen Teams war Heikki Kovalainen (Lotus) mit 3,330 Sekunden Rückstand. Dessen Teamkollege Jarno Trulli hatte jedoch zwei gravierende Handicaps: erstens einen älteren Motor und zweitens einen kaputten dritten Gang.

Was das heutige Ergebnis für das Kräfteverhältnis bedeutet, ist noch nicht hundertprozentig zu entschlüsseln, aber es scheint, dass McLaren den Abstand auf den unumstrittenen Topfavoriten Red Bull weiter verkürzt haben könnte. Mercedes scheint hingegen wieder nur die Nummer vier zu sein, nachdem man in Monte Carlo sogar den Speed hatte, um in die erste Startreihe zu fahren - auch wenn dieser letztendlich nicht umgesetzt wurde...

Fotoquelle: xpb.cc


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