Mark Webber und Sebastian Vettel fuhren sich heute gegenseitig ins Auto

Formel 1 2010

— 30.05.2010

Experten sehen Schuld eher bei Vettel

Nico Rosberg und die meisten Experten sehen die Schuld bei Sebastian Vettel, Marc Surer will aber auch Mark Webber nicht ganz freisprechen

Die Kollision zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber beim Grand Prix der Türkei in Istanbul sorgt für jede Menge Gesprächsstoff. Wer die Schuld für den teaminternen Crash auf seine Kappe nehmen muss, kann wohl objektiv nicht hundertprozentig beurteilt werden, tendenziell sehen die meisten Experten aber eher Vettel in der Verantwortung.

Für einen, der solche Situationen aus Fahrersicht beurteilen kann, ist die Sachlage sonnenklar: "Sebastian ist reingezogen", findet Mercedes-Pilot Nico Rosberg. "Für mich war es sehr deutlich, denn Mark hat sich überhaupt nicht bewegt, aber Sebastian hat sich nach rechts treiben lassen. Da war halt Mark. Für mich ist es ganz klar Sebastians Fehler, obwohl er schon vorne war. Das war zwischen Teamkollegen nicht ohne."

Auch Martin Brundle ist dieser Ansicht: "Vettel ist nach rechts in Webber reingezogen", kritisiert der ehemalige Grand-Prix-Pilot. David Coulthard schließt sich dieser Meinung an, Ex-Teamchef Eddie Jordan hingegen nicht: "Ich sehe es nicht ganz so klar. Mark hatte Probleme, Vettel war schneller und hatte die Innenbahn. Vettels Fehler war, dass er Mark eingeschüchtert hat, und Mark hat ihm keinen Platz gelassen."

"Aus reiner Rennfahrersicht war es Vettels Fehler, das stimmt schon. Aber man kann ihm das Recht zu überholen nicht verwehren", unterstreicht der Ire. "Er war vielleicht um einen Tick zu enthusiastisch, aber ich glaube nicht, dass man Webber einfach freisprechen kann. Ganz so eindeutig ist es nicht." Zustimmung bei 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer: "Es war saudämlich, wirklich! Für mich sind beide schuld, denn es braucht immer zwei."

"Webber hat ihm wenig Platz gelassen - einen Teamkollegen drückst du nicht fast auf die Wiese", meint der Schweizer. "Die Kollision kam zustande, nachdem Vettel rübergefahren war, das stimmt schon. Aber in dem Moment, wo Vettel die Nase vorne hätte, hätte ihm Webber Platz lassen können. Wieso fuhr er da Mitte Straße weiter? Dann zog natürlich Vettel eindeutig nach rechts, noch vor dem Bremsen. Webber wollte sich halt auch nicht einfach geschlagen geben."

Bei Red Bull wollte man zunächst keinen Schuldigen an den Pranger stellen, im Fahrerlager wurde aber gemunkelt, dass man über Webbers Renningenieur Ciaron Pilbeam nicht allzu glücklich sei. Der hätte seinen Schützling in den Augen des Teammanagements anscheinend besser vorwarnen müssen, dass Vettel von hinten eine Attacke lancierte. Aber ob das in der Hitze eines solchen Sekundengefechts überhaupt möglich gewesen wäre?

Außerdem: "Wenn Webber ihn nicht gesehen hätte, hätte er ihn eh nicht abgedrängt", winkt Surer ab und fügt an: "Webber wusste genau, dass er kommt. Aber man hätte ihm schon sagen können: 'Lass ihn ziehen!' Wenn einer so schön aus dem Windschatten vorbeigeht, musst du halt irgendwann nachgeben. Webber hat eben nicht nachgegeben, das war sein Fehler. Und Vettels Fehler war, dass er rübergezogen ist."

Fotoquelle: xpb.cc


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