Teammanager Beat Zehnter mit Vater Peter und Sohn Alex Sauber

Formel 1 2010

— 31.05.2010

Sauber: Wie der Vater, so der Sohn

Auf den Spuren von Vater Peter: Fußballexperte Alex Sauber arbeitet seit Jahresanfang im Marketing des "Familienunternehmens" in Hinwil

Peter Sauber ist zwar noch einmal in die Formel 1 zurückgekehrt, um den Standort Hinwil zu retten, doch mit seinen 66 Jahren hat er eigentlich keine Lust mehr, jeden Tag bis Mitternacht im Büro zu sitzen und an den Rennwochenenden um die Welt zu reisen. Daher sieht er sich zwar als Leitfigur, die bei allen Entscheidungen das letzte Wort hat, aber aus den Detailfragen des Tagesgeschäfts hält er sich inzwischen raus.

Diese Aufgaben überlässt er lieber dem neuen Management um Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn, Finanzdirektor Urs Jampen und Produktionsleiter Jürg Flach. "Die Formel 1 verändert sich laufend", sagt Sauber. "Unsere Aufgabenteilung wird den Anforderungen nicht nur gerecht, sondern bringt auch frischen Wind in das Unternehmen. Ich informiere mich über alle wichtigen Vorgänge, überlasse jedoch das operative Geschäft dem Management in Hinwil."

Vom Fußball in die Formel 1

Diesem gehört seit Anfang Januar auch sein Sohn Alex an. Sauber jun. arbeitete in den vergangenen zwei Jahren im Schweizer Profifußball bei Grasshoppers Zürich, zuletzt als Leiter Kommerz. Er hatte ein Studium der Rechtswissenschaften in Zürich absolviert und anschließend zwei Jahre in einer Kanzlei für Sport- und Medienrecht gearbeitet. Zwischen Oktober 2006 und Oktober 2007 erwarb er ein MBA in Sportmanagement in Liverpool. Dissertationsthema: Fußballindustrie in Südafrika.

Dass der 36-Jährige nach Hinwil heimgekehrt ist, "war nicht meine Idee", lacht Sauber sen. In Wahrheit ist er aber mit dieser Konstellation zufrieden: "Wir haben miteinander gesprochen und ich akzeptiere diese Entscheidung. In zwei Jahren werde ich das dann bewerten. Es steht außer Frage, dass er gute Arbeit leisten kann, aber die Formel 1 ist ein schwieriges Business und für Privatteams ein besonders schwieriges Pflaster."

Das klingt nicht so, als würde Sauber jun. im Unternehmen seines Vaters irgendwelche Privilegien genießen. Zudem wird es nicht leicht, sich zu beweisen, denn der gelernte Jurist hat die Leitung des Bereichs Marketing übernommen - während der Wirtschaftskrise ein eher undankbarer Job. Bis auf einen überraschenden Deal mit Burger King konnte das neue Sauber-Marketing bisher noch keine großen Erfolge vermelden.

Keine leichte Aufgabe

"Es ist sehr schwierig, als Privatteam in der Formel 1 zu bleiben", weiß Sauber sen. "Mein Sohn hatte einen guten Job - er ist Rechtsanwalt. Er ist fußballinteressiert und hat in Liverpool studiert. Die vergangenen zwei Jahre hat er für Grashoppers Zürich gearbeitet. Es war Monisha Kaltenborns Idee, mit ihm zu sprechen, denn es ist jetzt notwendig, eine eigene Marketingabteilung aufzubauen. Davor hat das alles BMW in München erledigt. Aber meine Idee war es nicht."

Ob Sauber noch allzu lange ein "Familienunternehmen" bleiben wird, ist derzeit ohnehin unklar, denn vergangene Woche war Nicolas Todt in Hinwil. Angeblich soll dessen ART-Team für den Formel-1-Einstieg eine Fusion mit Sauber anstreben. "Einfach zum Hallo sagen kommt er nicht vorbei", lacht Sauber sen. gegenüber 'Motorsport-Total.com', lässt sich aber gleichzeitig vom 'Blick' mit den Worten zitieren: "Das Team steht nicht zum Verkauf."

Fotoquelle: Sauber


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