Nicht erst seit Istanbul auf Crashkurs: Mark Webber und Sebastian Vettel

Formel 1 2010

— 02.06.2010

Mark Webbers Vettel-Trauma

Warum Sebastian Vettel bei Red Bull eine Sonderstellung genießt und er und Mark Webber keine Freunde mehr werden

"Diese Kollision lag schon länger in der Luft, es war nur eine Frage der Zeit", weiß auch Red-Bull-Insider David Coulthard. Denn schon vor einem Jahr war das Verhältnis zwischen Jungspund Sebastian Vettel und Mark Webber keineswegs freundschaftlich, wie Red-Bull-Konsulent Dr. Helmut Marko damals bestätigte: "Wir haben keine Harmonie, das ist eher eine gesunde Konkurrenz." Diese Konkurrenz entlud sich in Runde 40 im Istanbul-Park bei der umstrittenen Stallkollision, der Alptraum eines jeden Teamchefs.

Als Schuldige machte man bei Red Bull sofort Mark Webber und dessen Renningenieur Ciaron Pilbeam aus - ganz im Gegensatz zu vielen Experten, die sich eher auf die Seite des Australiers stellten. Dadurch musste man sich im "Bullen-Lager" den Vorwurf gefallen lassen, mit zweierlei Maß zu messen - denn eines ist klar: Mark Webber führt vielleicht in der WM-Wertung, doch Sebastian Vettel ist im Team und im österreichischen Energydrink-Konzern klar die Nummer eins. Das weiß auch Bernie Ecclestone, der gegenüber 'Sport Bild' klarstellt: "Mark Webber respektiert man, Vettel lieben sie."

Vettel als Aushängeschild von Markos Juniorteam

Daraus macht man auch gar keinen Hehl - so sagte Marko bei der Racingshow im Februar in Österreich: "Vettel hat bei uns insofern eine Ausnahmestellung, als er sich nach seinem eigenen Gutdünken auf die Rennen vorbereiten kann - mit einer guten medizinischen und psychologischen Unterstützung, aber er ist dann zwei Tage für niemanden erreichbar, auch für mich nicht. Auch seine Medienauftritte sind auf ausdrücklichen Wunsch von ihm reduziert."

Zudem darf man den finanziellen Aspekt nicht außer Acht lassen, wie die österreichische Formel-1-Legende Niki Lauda gegenüber 'Sport Bild' betont: "Ein Doppelsieg mit einem Sympathieträger wie Sebastian Vettel hat einen unglaublichen Gegenwert. So bekommt Mateschitz das Geld doppelt zurück, das er investiert. Die Formel 1 wird weltweit übertragen." Und Vettel trägt ganz klar den Nimbus des Red-Bull-Manns: Seit er 14 ist, wird er vom in Fuschl sitzenden Konzern finanziell unterstützt, er entspringt dem hauseigenen Nachwuchsprogramm und ist heute dessen Aushängeschild. Der Chef des Red Bull Junior Teams: Dr. Helmut Marko.

Webber und Vettel: Rivalität mit Geschichte

Doch nicht nur bei den Österreichern ist Vettel die klare Nummer eins. Auch die Engländer lieben den Heppenheimer, wie Christian Horner bestätigt: "Er kann Witze reißen. Das Team verehrt ihn regelrecht." Eine ungünstige Ausgangssituation für Mark Webber. Doch der "Aussie" schon oft bewiesen, dass er ein Kämpfer ist und sich nicht so einfach unterkriegen lässt: Als er als junger Australier ins unwirtliche England zog und sich alleine durchboxte, nach den furchterregenden Abflügen in Le Mans 1998 im Mercedes, nach seinem mehrfachen Beinbruch im Vorjahr - und eben zuletzt beim Stallcrash in der Türkei.

Dass Vettel und Webber keine Freunde mehr werden, ist auch klar, zumal die beiden schon einmal kollidierten: Beim Grand Prix von Fuji in Japan - der Deutsche saß damals im Toro Rosso, der Australier im Red Bull. Webber hatte wegen einer Lebensmittelvergiftung in der Safetycar-Phase erbrochen, biss sich aber durch und lag bei strömendem Regen auf dem sensationellen zweiten Platz, als ihn Sebastian Vettel, der von Lewis Hamiltons unkonventionellem Fahrstil abgelenkt war, abschoss. Webber tobte: "Wenn er ein größerer Kerl wäre, dann würde ich mit ihm jetzt reden. Doch mit kleinen Kerlen rede ich nicht." Ein Trauma, das Webber wohl nicht so schnell los wird.

Fotoquelle: xpb.cc


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