Wildes Bullenreiten in Istanbul: Der Crash sorgt nach wie vor für Diskussionen

Formel 1 2010

— 03.06.2010

Red Bull: Offene Worte gegen dicke Luft

In Milton Keynes soll es am heutigen Donnerstag eine Aussprache zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber geben: Fans sehen Schuld beim Deutschen

Über die Kollision der beiden Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber im Grand Prix der Türkei ist in den vergangenen Tagen reichlich diskutiert worden. Es gab Schuldzuweisungen, teils widersprüchliche Erklärungsversuche von Fahrern und Team sowie leichte Schadenfreude im Kreise von McLaren. Für die Formel-1-Fans scheint offenbar der deutsche Youngster der Verursacher der Kollision zu sein.

Im Rahmen einer Umfrage auf 'Motorsport-Total.com' sahen 60,93 Prozent der Teilnehmer die Schuld bei Vettel, nur 16,53 Prozent kreideten den Unfall Webber an - ein klares Ergebnis. Für 22,55 Prozent fällt der Zwischenfall unter die Kategorie Rennunfall mit Schuld auf beiden Seiten. "Aus meiner Sicht ist Vettel ganz klar der Verantwortliche", sagt Ex-Formel-1-Pilot Jos Verstappen gegenüber 'De Telegraaf'.

"Er hat einen großen Fehler gemacht, als er neben Webber auf dem Weg zu Kurve 12 plötzlich nach rechts zog", so der ehemalige Benetton-Teamkollege von Michael Schumacher weiter. "Webber lag in Führung, hat seine Position verteidigen wollen. Das ist doch völlig normal. Alle wollen siegen - auch Webber. Er war bestimmt der Ansicht, er hätte Vettel mehr als genug Platz gelassen. Der hätte früher bremsen müssen, Webber hat nichts falsch gemacht", meint der Niederländer.

Aus Sicht von Verstappen sei bei Red Bull nun regelrecht Feuer unter dem Dach: "Nach dem Rennen hat man Webber kritisiert. Das war unfair. Aber so ist die Teampolitik. Ein junges deutsches Talent namens Vettel kommt überall gut an. Das Team muss nun Ruhe hereinbringen. Webber und Vettel sind bestimmt professionell genug, um auch in Zukunft miteinander auskommen zu können." Verstappen liegt damit voll auf Wellenlänge mit Niki Lauda, der vermutet, dass man Vettel mit aller Macht zur Nummer eins machen will.

Nach Informationen mehrerer britischer Medien soll das Red-Bull-Krisentreffen am heutigen Donnerstag im Hauptsitz in Milton Keynes stattfinden. Wie will man die vergiftete Atmosphäre wieder bereinigen? Es soll offenbar ein Schuldiger gefunden werden. Jemand, der nicht im Cockpit saß. Sein Name: Ciaron Pilbeam, Renningenieur von Mark Webber.

Pilbeam soll in jener Situation, in der Webber Sprit sparen und Reifen schonen wollte, eine falsche Ansage über Funk abgesetzt haben. "Benutze den Überholknopf", hat er dem Australier im Moment des Vettel-Angriffs angeblich zugerufen. Für Webber war dies ein klares Signal zur Verteidigung seiner Position. Bereits kurz zuvor hatte er per Funk darum gebeten, Vettel solle etwas weniger Druck von hinten machen.

"Das ging aber nicht, weil von hinten die McLaren-Autos aufkamen", erklärt der Red-Bull-Teamchef. Christian Horner soll heute seinen Fahrern eins zwischen die Hörner geben. "Unser Sport ist manchmal schon erstaunlich, aber deswegen lieben wir ihn. Lasst uns nun auf Kanada blicken", hakt Webber die Situation via 'Twitter' bereits ab. Der Australier hat sich beruhigt, weil man ihm in dieser Phase wohl endgültig eine Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt hat. Von Vettel war unterdessen nichts zu hören...

Fotoquelle: xpb.cc


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