Sébastien Buemi und Toro Rosso nehmen in Kanada Kurs auf die WM-Punkteränge

Formel 1 2010

— 04.06.2010

Toro Rosso: Kanada-Premiere für Alguersuari und Buemi

Jaime Alguersuari und Sébastien Buemi treten am kommenden Wochenende erstmals in Montréal an - Franz Tost gestattet "seinen Jungs" eine Lernphase

Nach einer einjährigen Formel-1-Auszeit ist Kanada wieder mit von der Partie: 2010 kehrt der WM-Zirkus wieder auf den Circuit Gilles Villeneuve zurück, der für einige der jüngeren Rennfahrer im Starterfeld komplettes Neuland darstellt. Sowohl Jaime Alguersuari als auch Sébastien Buemi kennen den kanadischen Kurs bislang nur aus dem Simulator, sollen in Montréal aber Extrarunden erhalten.

Dafür spricht sich Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost aus. Der Österreicher will seinen beiden Piloten am Freitag einige zusätzliche Proberunden verschaffen. "Der Plan sieht vor, ihnen am Freitag möglichst viele Trainingrunden zu ermöglichen, damit sie die Strecke lernen können", erklärt Tost und fügt hinzu: "Viele Abschnitte sind nämlich etwas kniffliger, als sie auf dem Papier erscheinen."

Kanada ist ein wichtiger Rennstandort

Ungeachtet dessen freue sich das Team sehr darüber, wieder in Montréal aufzutreten, so Tost. "Die Stadt ist ein großartiger Rennplatz und entbietet der Formel 1 stets ein warmes Willkommen. Kanada ist ein wichtiger Markt für Red Bull und bis zu unserer Rückkehr in die Vereinigten Staaten stellt dieses Rennen unseren einzigen Auftritt in Nordamerika dar", gibt der Toro-Rosso-Teamchef zu Protokoll.

"Für die Teams und ihre kommerziellen Partner ist dieser Grand Prix also sehr bedeutend. In Montréal hat man immer das Gefühl, dass sich die Leute wirklich für die Formel 1 begeistern", meint Tost. "Am gesamten Wochenende herrscht eine Partyatmosphäre, die ihresgleichen nur in Monaco sucht. Die Strecke selbst stellt hingegen hohe Ansprüche an die Motorleistung und an die Bremsen."

Genau darauf ist Buemi schon sehr gespannt: "Im Winter war ich zum bislang letzten Mal in Kanada, als ich an einer PR-Aktion teilnahm, die das Fahren eines Formel-1-Autos auf Eis vorsah. Von der Strecke habe ich dabei nicht allzu viel gesehen, denn die lag unter einer dicken Schneeschicht", berichtet der Schweizer. "Beim Grand Prix 2008 war ich noch Ersatzfahrer von Red Bull."

Buemi war schon als Ersatzpilot vor Ort

"Ich habe also ein Gefühl dafür, wie sich das Wochenende gestaltet und wie sich die Strecke während der Trainings verändert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es Probleme gab, weil der Asphalt aufbrach. Wie ich höre, hat man vielen Teilen aber nun einen neuen Belag verpasst", sagt der 21-Jährige. "Erstmals in diesem Jahr treten wir mit einer Abstimmung für niedrigen Abtrieb an."

"Darauf freue ich mich schon, denn solche Bedingungen sind für Überraschungen gut. Kanada ist eine Strecke, auf der der Fahrer einen Unterschied machen kann. Aus diesem Grund hoffe ich sehr darauf, dass ich ein paar Punkte mitnehmen kann", hält Buemi fest. Auch Teamkollege Alguersuari hat nur bedingte Erfahrungen mit dem Circuit Gilles Villeneuve - der Spanier ist ebenfalls Kanada-Neuling.

"Ich habe gewissermaßen nur eine 'virtuelle' Erinnerung an Kanada, weil ich die Rennen am Fernseher verfolgt habe. Kürzlich bin ich die Strecke im Simulator abgefahren. Es scheint ein sehr interessanter Kurs zu sein, denn die Barrieren stehen nahe an der Fahrbahn. Ich mag das Gefühl, auf einem Stadtkurs zu fahren oder generell schnelle Strecken, bei denen man den Mauern nahe kommt."

Zwei Montréal-Neulinge in Kanada

"Montréal ist ziemlich knifflig", findet Alguersuari. "Man tut sich schwer damit, das Maximum zu erreichen, weil man mit wenig Abtrieb unterwegs ist und weil die Oberfläche nur wenig Grip bietet. Das liegt daran, dass die Strecke im Winter von Schnee bedeckt ist und während des Jahres nur selten verwendet wird. Mein erstes Wochenende auf dem Kurs wird also sicherlich interessant werden."

"Ich muss mich an das geringe Abtriebsniveau und an dessen Effekte auf das Bremsen gewöhnen. Das ist in Kanada ein wichtiger Faktor", vermutet der 20-Jährige. "Im Prinzip wird es darum gehen, den richtigen Kompromiss in Bezug auf das Setup zu finden, um gut mit den Charakteristiken auszukommen, die wir sonst auf keiner anderen Strecke vorfinden", erläutert Alguersuari.

"Ich muss wohl einiges lernen, freue mich aber schon darauf. Das wird eine weitere neue Erfahrung in meiner Formel-1-Lernphase", hält der spanische Rennfahrer fest. Chefrenningenieur Laurent Mekies erhofft sich ein gutes Ergebnis von seinen Piloten, denn bislang kann Toro Rosso in Kanada nur eine geringe Punkteausbeute aufweisen. Mekies blickt daher mit "gemischten Gefühlen" voraus.

Vettels achten Platz gilt es zu übertreffen

Vor allem das Rennen von 2008 liegt dem belgischen Ingenieur noch etwas schwer im Magen: "Unsere beiden damaligen Fahrer, Sebastian Vettel und Sébastien Bourdais, hatten am Samstagmorgen jeweils einen Unfall. Das war kein idealer Wochenendbeginn. Bei Bourdais mussten wir das Getriebe wechseln. Er bekam eine Strafe und startete von Rang 19", erzählt Mekies.

"Vettel brauchte indes ein neues Chassis und ging aus der Box ins Rennen. Er konnte sich weit nach vorne arbeiten und holte unterm Strich einen Punkt für den achten Platz. Das ist bislang das beste Ergebnis für Toro Rosso in Kanada. Es wäre schön, wenn wir das ausbauen könnten", meint Mekies. "Und wenn ich mich recht erinnere, brach damals auch der Asphalt der Rennstrecke auf."

"Seither wurde die Oberfläche erneuert und ein NASCAR-Rennen hat bereits darauf stattgefunden. Schauen wir also einmal, welchen Schaden die Formel 1 in diesem Jahr anrichtet", so Mekies. Chefmechaniker Gerard Lequoq gibt sich jedenfalls gespannt: "Die Leute in Kanada sind fantastisch. Nach dem langen Winter scheinen sie das Beste aus ihrem kurzen Sommer machen zu wollen."

Fotoquelle: xpb.cc


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