Jarno Trulli will den Lotus-Cosworth T127 in Kanada ins Ziel bringen

Formel 1 2010

— 04.06.2010

Lotus: Die Montréal-Mauern als Chance

Bei Lotus macht man sich Hoffnung auf erste Punkte in Kanada: Die Mauern in Montréal sorgen oft für Safety-Car-Phasen

Lotus hat für den kommenden Grand Prix in Kanada einen Plan: Auf der Mauer, auf der Lauer!. Die Strecke in Montréal hat in den vergangenen Jahren mit vielen Unfällen immer wieder das Safety-Car gesehen. Das neue Team aus Malaysia möchte mit den beiden Piloten Jarno Trulli und Heikki Kovalainen zur Stelle sein, falls sich im Zuge eines solchen Chaos eine Chance auf Punkte ergeben sollte.

"Ich freue mich auf Kanada", sagt Kovalainen vor dem achten Grand Prix des Jahres. "Montréal ist eine tolle Stadt und die Leute dort genießen es, dass sie das Rennen direkt vor der Haustür haben. Die ganze Gegend wird zu einem einzigen Festival, teils sind Straßen extra wegen der Feiern gesperrt. Die Leute stehen voll hinter dem Grand Prix. Man kann dem Hype kaum entkommen, aber ich liebe es."

Trulli hat in Kanada oft Pech

"Die Strecke ist eine große Herausforderung für Piloten und Autos", erklärt der Finne. "Es gibt dort lange Geraden. Bezüglich der Bremsen ist dies der zweithärteste Kurs des gesamten Jahres. Die Bremskühlung ist enorm wichtig und die richtigen Bremspunkte sind der Schlüssel zu einer schnellen Runde. Es geht in den Bremszonen immer heiß her. Mal schauen, wie wir es hinbekommen. Es ist wichtig, das Auto gut für die Fahrt über die Randsteine abzustimmen. Darum werden wir uns sofort am Freitag kümmern."

Auch Trulli kommt gern in die Formel-1-Party-Metropole Montréal. "Aber selbst wenn ich die Strecke und die Stadt sehr liebe, die Strecke scheint mich nicht zu mögen", sagt der Italiener. "Ich war dort meist gut, aber auch oft vom Pech verfolgt. Ich hoffe, das ändert sich in diesem Jahr." Die Bedingungen auf dem Kurs beschreibt der Lotus-Pilot als schwierig. "Und zwar deshalb, weil es keine permanente Strecke ist."

"Überall stehen die Mauern auch recht nahe an der Piste, daher darf man sich nicht den kleinsten Fehler erlauben. Man muss Vertrauen in sein Auto haben. Wenn das Setup stimmt, dann kannst du Druck machen, aber du musst stets auf der Hut sein. Sonst wird es gefährlich", erklärt Trulli. "Die Bremsstabilität und -kühlung ist wichtig. In beiden Bereichen sind wir gut, es sollte für uns also in Ordnung sein."

"Unser Auto ist in den vergangenen Rennen immer besser und besser geworden. Mal schauen, was in Kanada möglich ist. Ich schätze, dass wir uns weiter von den anderen neuen Teams absetzen können und den etablierten näher rücken", drückt der erfahrene Italiener seine Hoffnungen aus. "Wir sind alle froh, dass wir wieder in Montréal fahren", stimmt Mike Gascoyne seinen Piloten zu.

Helfen eventuelle Safety-Car-Phasen?

"In Montréal landen immer wieder Leute in der Mauer, daher gibt es oft Safety-Car-Phasen", erklärt der britische Techniker. "Es ist eines dieser Rennen, wo man vielleicht Punkte holen kann. Wir müssen uns dafür in die perfekte Position bringen. Wir haben zwei erfahrene Piloten an Bord, was sicherlich hilft. Ins Ziel zu kommen ist unser Hauptaugenmerk. Es wird hart für die Bremsen, aber in diesem Bereich hatten wir bisher nie Probleme."

"Wir bringen ein paar neue Teile mit nach Kanada", sagt Gascoyne, der mit seinem Technikerstab schon intensiv am Boliden für 2011 arbeitet. "Wir haben extra ein Aerodynamikpaket für geringeren Abtrieb. Wir wollen auf unsere zuletzt guten Leistungen aufbauen, eine perfekte Zuverlässigkeit an den Tag legen und mit beiden Autos ins Ziel kommen."

Laut Teamchef Tony Fernandes hat man nach dem Rennen in Istanbul intensiv an der Beseitigung der Schwachstellen gearbeitet. In der Türkei waren beide Fahrzeuge aufgrund von Defekten am Hydrauliksystem ausgefallen. "Wir wollen unsere Autos im Ziel sehen, Zuverlässigkeit ist die Grundlage dafür", sagt der Geschäftsmann aus Malaysia.

"Wir haben in gewissen Bereichen Fortschritte gemacht, aber an der Standfestigkeit müssen wir noch mehr zulegen. Ich hoffe, dass uns diesbezüglich in Kanada ein wichtiger Schritt gelingt", meint Fernandes. "Das wird ein großartiges Rennen. Nordamerika ist sehr wichtig für uns, wenn man bedenkt, dass CNN unser Partner ist und Lotus dort einen tollen Ruf hat. Ich hoffe, wir können eine gute Show abliefern. Unsere ersten Schritte sollten helfen. Gleichzeitig haben wir uns beim Technikstab verstärkt, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein."

Fotoquelle: xpb.cc


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