Mark Webbers Konzentration gilt bereits dem Grand Prix von Kanada

Formel 1 2010

— 10.06.2010

Webber sieht seine Erfahrung als Vorteil

Mark Webber hat die Kollision mit Sebastian Vettel locker weggesteckt und erklärt, warum er sich im Red-Bull-Team weiterhin wohl fühlt

Während Sebastian Vettel während seiner heutigen Interviewrunde in Montréal einen leicht angespannten Eindruck machte, wirkte Mark Webber am Donnerstag deutlich lockerer. Der Australier scheint die teaminterne Kollision besser verkraftet zu haben und wirkt glaubwürdiger als sein Teamkollege, wenn er das in orchestriert wirkenden PR-Sprüchen von sich gibt.

Das ist auch wenig verwunderlich, denn während Vettel nach Istanbul keine Schuld eingestehen wollte, aber von vielen Experten kritisiert wurde, genießt Webber als nunmehr alleiniger WM-Leader medialen Rückenwind. Auch teamintern wurde er bei der Aussprache in Milton Keynes zumindest teilweise rehabilitiert. Unmittelbar nach dem Rennen in Istanbul hatten ihm einige Teamverantwortliche ja noch die Schuld am Crash gegeben.

Webber glaubt, dass seine Coolness aber vor allem auf sein Alter zurückzuführen ist: "Seb war noch nicht 33, ich aber schon 21 und 33", grinst er. "Wir alle machen auf unserem Weg verschiedene Erfahrungen, aber was er in seinem jungen Alter erreicht hat, ist unglaublich." Der Routinier spricht auch davon, dass Vettel "frischen Wind" und "Schwung" ins Team gebracht hat, er den Deutschen sogar als Bereicherung sieht und nicht als Feind, wie das viele Medien gerne hätten.

"Ich habe mich im Team schon immer verdammt wohl gefühlt", stellt Webber klar. Seit Vettel sein Teamkollege ist, habe er sich einfach auf seinen Job konzentriert: "Das läuft dieses Jahr recht gut. Das Team ist zu uns beiden großartig und wir haben ein gutes Paket. Wir stacheln uns gegenseitig an, was positiv ist." Dennoch hat er seinen Vertrag nur für ein Jahr verlängert - in der festen Überzeugung, gleiche Chancen eingeräumt zu bekommen wie der Teamkollege.

Istanbul liegt endgültig hinter ihm: "Ich hatte schon härtere Tage in meinem Leben", winkt der zweifache Saisonsieger ab. "Ich wachte am Montag auf und fühlte mich nicht für mich selbst schlecht, sondern für das Team. Das liegt mir am Herzen. Aber wir haben darüber gesprochen und die Sache abgehakt. Für mich ist es cool, ich habe kein Problem. Ich bin darüber hinweg und freue mich auf dieses Wochenende."

Auf Motorsportkonsulent Helmut Marko, der ihn in Istanbul vorschnell verurteilt hat, ist Webber nicht mehr sauer. Der Österreicher habe "nicht alle Fakten" gekannt: "Helmut war mit seinen Kommentaren vorschnell, aber er hat daraus gelernt und wird es in Zukunft anders machen. Ich hatte eine gute Unterhaltung mit ihm. Er ist schon in Ordnung. Er hat Seb ins Team gebracht und spricht die gleiche Sprache. Dass da eine besondere Verbindung besteht, stört mich nicht."

Auch die Verwirrung über die unterschiedlichen Motoreneinstellungen der beiden Red-Bull-Piloten zum Zeitpunkt der Kollision kann Webber aufklären: "Es gibt keine Verwirrung. Ich habe meinen Motor gedrosselt, weil ich Benzin sparen musste. Ich fragte, wie es Seb mit dem Benzin geht. Das mussten sie mir aber nicht extra sagen, denn da sah ich ihn schon ganz dicht hinter mir. Im Windschatten hatte er Benzin gespart, daher hatte er ein paar Runden mit dem fetteren Gemisch."

Selbst mit Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat Webber über Istanbul gesprochen: "Ich weiß nicht, ob er gelassen war, aber ich hatte am Montag ein Telefonat mit ihm. Er war - wie immer - sehr gut, fair, loyal zu mir. Das ist ein weiterer Grund, weshalb ich Vertrauen in dieses Team habe. Dietrich hatte seine Meinung, was für mich in Ordnung ist", berichtet der Dritte von Istanbul über den Tag nach dem Rennen.

Fotoquelle: xpb.cc


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