Sam Michael erläutert die Bedingungen für den Einsatz von KERS

Formel 1 2010

— 13.06.2010

KERS-Comeback: Teams diskutieren Bedingungen

Während Peter Sauber die Pro- und Contra-Argumente für die Wiedereinführung von KERS versteht, erklärt Sam Michael die neue Abmachung

Die Diskussionen um die Wiedereinführung von KERS nehmen konkrete Formen an. Laut Reglement der "Königsklasse" ist KERS derzeit zwar nicht verboten. Allerdings hatten sich die Teams aus Kostengründen darauf geeinigt, das System 2010 nicht einzusetzen. Am vergangenen Donnerstag hat sich die Technische Arbeitsgruppe der Formel 1 dazu entschlossen, den freiwilligen Verzicht für 2011 aufzuheben.

Während FIA-Präsident Jean Todt und Teams wie Renault und McLaren durchaus für ein Comeback des Energierückgewinnungssystems zu haben sind, bleiben andere skeptisch. "Ich weiß, dass die FIA sehr großen Wert auf KERS legt", so Peter Sauber. "Schlussendlich machen wir jetzt nichts anderes, als das Reglement einzuhalten."

"KERS hat zwei Seiten", so Sauber weiter. "Ich verstehe die Richtung der, neue Technologien in der Formel 1 zu demonstrieren. Ich glaube, dass das der richtige Weg ist. Das ist eine Seite. Die andere Seite sind die zusätzlichen Kosten, denn wir sind alle sehr bemüht, Kosten zu sparen. Für mich ist das okay, kein Problem."

Der Beschluss der Arbeitsgruppe sieht vor, dass ein Team maximal eine Million Euro dafür verwenden darf, ein KERS zu kaufen und einzusetzen. Das Budget für die Entwicklung eines eigenen KERS soll maximal fünf Millionen Euro betragen. "Man kann etwas besprechen, aber die Umsetzung ist dann ein anderes Thema", sagt Sauber dazu.

KERS-Einsatz ist freiwillig

Der Technische Direktor des Williams-Teams, Sam Michael, erläutert die Definitionen der neuen Abmachung etwas genauer: "Entwicklung bedeutet: Das System zu testen, die Bestandteile leichter zu machen, die Größe des Pakets zu verringern, diese Dinge." Dabei spiele es auch keine Rolle, ob man zur Energiespeicherung nun Schwungräder oder Batterien einsetze.

"Unabhängig davon, welche Art System wir benutzen, müssen wir es für maximal eine Million Euro einsetzen und es gegenüber der FOTA bestätigen", so Michael weiter.
Der Einsatz von KERS sei zudem weiterhin freiwillig. Teams, die bereits über ein funktionierendes System verfügen, werden nicht gezwungen, es anderen Teams zur Verfügung zu stellen. "Aber sie müssen beweisen, dass sie es für maximal eine Million Euro betreiben können."

Während die Leistungsdaten von KERS im Vergleich zu 2009 gleich bleiben sollen, wird das Mindestgewicht der Fahrzeuge auch aus Sicherheitsgründen auf 640 Kilogramm angehoben. "Wir verstärken die Unterseite der Chassis mit zusätzlichen Kevlar-Schichten", erklärt Michael. Gemeinsam mit weiteren Verstärkungen im Bereich der Räder würden die Fahrzeuge dadurch rund sieben Kilogramm schwerer.

Sollte ein Team zusätzlich noch KERS einsetzen wollen, kämen laut Michael noch einmal rund 30 Kilogramm dazu. "Das heißt man muss etwas an Zusatzgewichten einsparen, um wieder auf das Minimalgewicht zu kommen", so der Technische Direktor. Ein Formel-1-Rennwagen muss einschließlich seines Fahrers derzeit mindestens 620 Kilogramm auf die Waage bringen.

Fotoquelle: xpb.cc


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