Hamilton genoss die Aufmerksamkeit und den Erfolg in Montréal

Formel 1 2010

— 14.06.2010

Hamilton: "Es ist eine Wonne"

Der Montréal-Sieger in der PK über seinen anstrengenden und aufregenden Grand Prix in Montréal, das Kräfteverhältnis der Formel 1 und die Teamsituation bei McLaren

Frage: "Deine Liebesbeziehung mit Kanada geht weiter: der zweite Sieg in Folge in diesem Jahr und die Führung in der Weltmeisterschaft."
Lewis Hamilton: "Das war ein enormes Wochenende, einfach fantastisch. Ich bin seit Mittwoch hier und über das ganze Wochenende über lief alles gut. Die Fans haben mich unglaublich unterstützt, es sind unglaublich viele Briten hier. Das Rennen selbst war eines der härtesten bisher, aber man möchte ja solche harten Kämpfe. Die Jungs im Team waren unglaublich. Jenson schlug sich toll und wir fuhren einen weiteren Doppelsieg sein. Ich bin stolz auf das Team."

Frage: "Wie war der Kampf mit Fernando Alonso? Der war ja zweigeteilt, einmal aus der Box heraus und dann die Runden danach."
Hamilton: "Ich kam ja etwas vor ihm in die Box, aber wir hatten nicht den besten Stopp. Ich sah, wie er losgelassen wurde, und als ich wegfuhr, war er im toten Winkel. Ich wusste nicht einmal, dass er da ist, aber ich versuchte, genug Platz zu haben. Aber plötzlich war neben mir und wir fuhren zur ersten Kurve hinunter. Er war innen und damit vorn. Danach hatte er eine tolle Pace und kämpfte einen guten Kampf. Der Verkehr war heute nicht einfach. Das gab einem heute die Chance, im Verkehr den Kerl vor einem zu schnappen. Ich habe davon profitiert."

Frage: "Ihr habt Red Bull auch taktisch besiegt. Wo steht ihr als Team jetzt?"
Hamilton: "Wir geben alles, um die Lücke zu schließen. Auf anderen Kursen, wo etwas mehr Abtrieb gefragt ist, wird der Abstand vielleicht etwas größer sein. Aber wir werden auch da kontinuierlich besser. Die Jungs in der Fabrik machen ihre Sache unglaublich gut. Ich habe keine Zweifel, dass wir die Lücke schließen und selbst an die Spitze kommen können. Unsere Arbeiten an den Wochenenden werden besser, sowohl von uns als auch vom Team, so kann es weitergehen. Dieser Tag ist besonders für mich, denn ich habe meinen ersten Grand Prix hier gewonnen. Es ist eine Wonne, das nach drei Jahren hier zu wiederholen."

Fast wie in Monaco

Frage: "In diesem Rennen war immer etwas um dich herum los. Entweder du hast jemanden gejagt und du wurdest gejagt."
Hamilton: "Das Rennen war interessant, ja. Man wusste nicht, wie sehr man die Reifen schonen musste oder wie sehr man angreifen muss, wie lange man noch fahren muss und ob der Mann hinter einem nicht Sprit spart oder so. Das war wirklich sehr herausfordernd, es war die größte Herausforderung des ganzen Jahres. Wir haben mit unseren Möglichkeiten nur versucht, die richtige Balance zu halten."

"Hinzu kam der Verkehr. Fernando konnte sehen, wie ich aufgehalten wurde, und er holte schnell auf. Er hatte eine tolle Pace und es ging dann darum, durch den Verkehr zu kommen, ohne dass er mich überholen konnte. Das war heute sehr, sehr schwierig. Der Verkehr war fast so schlimm wie in Monaco. Aber wir kamen damit zurecht. Es war der dritte Doppelsieg in diesem Jahr und das Team verdient das."

Frage: "War denn die Strategie vom Start weg festgelegt? Immerhin kam es ja nicht zur gefürchteten Safety-Car-Phase."
Hamilton: "Da war schon eine kleine Überraschung, dass es keine Safety-Car-Phase gab. Mit der Strategie weiß ich nicht, ob das Team das so geplant hatte. Ich habe einfach versucht, mich dem zu beugen und einen Abstand herauszufahren. Leider verlor ich beim Stopp etwas Zeit. Wieder habe ich einen Platz bei einem Boxenstopp verloren, das müssen wir abstellen. Aber der zweite Stopp war sehr gut. So konnten wir vor Fernando bleiben."

Frage: "Musstest du am Ende noch Benzin sparen, so wie einige andere?"
Hamilton: "Nein, ich konnte genug Benzin fahren, als ich im Mittelteil des Rennens hinter Fernando war. So konnte ich am Ende ohne Probleme fahren."

Es wird eng bleiben

Frage: "Du bist nun schon der fünfte oder sechse WM-Führende in diesem Jahr. Glaubst du, dass das so weitergeht bis zum Ende der Saison, dass die Spitze immer wieder wechseln wird?"
Hamilton: "Man sieht ja, wie eng es in der Meisterschaft zugeht. Ich weiß nicht, ob das mit dem neuen Punktesystem zusammenhängt, aber das Feld ist eng beisammen, die besten Fahrer sitzen bei den Top-Teams. Das ist die ultimative Herausforderung, die ich in der Formel 1 erlebe - vielleicht auch in der gesamten Formel-1-Geschichte. Die Meisterschaft wird weiter eng umkämpft bleiben. Ich bin mir sicher, dass es Hoch und Tiefs geben wird, aber hoffentlich bleiben wir immer an der Spitze dabei."

Frage: "Kann dieser englische Doppelerfolg vielleicht auch wenig über das Remis hinweghelfen, dass die Nationalelf Englands am Samstag gegen die USA bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika erreichte?"
Hamilton: "Ich glaube schon. Aber die WM ist noch in der frühen Phase, da wird es also keine Enttäuschung geben. Unser Land wird immer Unterstützung geben. Natürlich gibt es vor den nächsten Spielen Optimismus."

Frage: "Am Samstag sah es so aus, als hättet ihr im Qualifying mit Risiko auf die weichen Reifen gesetzt und auf ein Safety-Car gehofft. Das kam nicht, aber eure Strategie passte dennoch. Hat dich das überrascht oder war das im Qualifying einfach der richtige Weg?"
Hamilton: "Das war sicher der richtige Weg. Wir haben den weichen Reifen gewählt und uns störte es nicht, in den ersten zehn Runden an die Box kommen zu müssen. Wir gingen sogar davon aus, dass es die fünfte Runde hätte sein können. Wir wussten aber auch, dass wir auf dem harten Reifen schneller wieder gut unterwegs sein würden. Wir wussten nicht, wie lange der harte Reifen halten würde, aber wir wussten, dass wir zumindest nicht mehr auf den weichen wechseln mussten - so wie Red Bull."

Red Bull wird zurückschlagen

Frage: "Zwei von drei Rennen in Montréal hast du gewonnen. Liegt die etwas an diesem Rennen oder an dieser Strecke besonders? Und hat sich das Blatt in der WM zu euren Gunsten gedreht?"
Hamilton: "Ich weiß nicht, warum ich hier so gut bin, aber die Strecke ist großartig, die Stadt fantastisch, das Essen toll, die Menschen toll - und die Unterstützung fantastisch. Das Wetter war heute auch noch gut. Für mich ist das eines der besten Rennen im ganzen Jahr. Warum das so ist, weiß ich nicht. Ich spüre hier mein Auto etwas besser. Aber die Saison ist noch lang. Es wird gute und schlechte Rennen geben. Ich hoffe nur, dass es mehr gute als schlechte Rennen geben wird."

Frage: "Nun folgt Valencia, wieder ein Straßenkurs. Könnte es da ähnlich laufen wie hier?"
Hamilton: "Für mich ist Valencia eine gute Strecke, unser Auto sollte darauf gut sein. Es geht dort um das Verständnis der Reifen. Wir wissen nicht, was wir erwarten sollen, aber wir wollen den Schwung mitnehmen. Hoffentlich klappt es und es gibt einen weiteren Doppelsieg."

Frage: "Habt ihr Red Bull vielleicht schon jetzt überholt?"
Hamilton: "Wenn man die schiere Pace nimmt, dann ist Red Bull noch stärker. Wenn man aber das Gesamtpaket nimmt, dann schätze ich uns stärker ein. Das nächste Rennen wird sehr eng sein. Wenn sie den F-Schacht bekommen, sind sie wieder weiter vorn."

Frage: "Zusammen mit Jenson Button scheint es wirklich zu laufen, ihr scheint toll zusammenzuarbeiten."
Hamilton: "Die Atmosphäre im Team ist so gut wie nie. Der Beitrag, den Jenson leistet, ist der beste, den ich je von einem Teamkollegen gesehen habe. Alle machen ihre Sache gut. Wir sind beide sehr froh über die Situation."

Fotoquelle: xpb.cc


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