Entspannt und zufrieden: Fernando Alonso hat bei Ferrari sein Glück gefunden

Formel 1 2010

— 23.06.2010

Der rote Alonso-Traum lässt Ecclestone jubeln

Auch wenn es sportlich zuletzt nur mäßig lief, lebt Fernando Alonso bei Ferrari seinen Traum - Bernie Ecclestone: "Passt einfach optimal zusammen"

In Spanien ist die Formel-1-Euphorie ohnehin seit Jahren sehr groß. Seit dem Wechsel des Nationalhelden Fernando Alonso zu Ferrari hat die Begeisterung allerdings noch einmal einen besonderen Schub erfahren. Für viele spanische Fans ging mit dem Wechsel des zweimaligen Weltmeisters zum italienischen Traditionsteam ein Traum in Erfüllung. Alonso selbst jubelt ebenso, Formel-1-Boss Bernie Ecclestone reibt sich die Hände.

"Ich habe den Eindruck, dass die Menschen diese Kombination in aller Welt genießen", sagt Alonso über seine Situation bei den "Roten" in der 'Sport Bild'. Er erklärt: "Besonders in Spanien und Italien ist die Stimmung darüber geradezu enthusiastisch. Das macht mich stolz. Die Gerüchte, dass wir zusammenfinden, hat es ja schon seit Jahren gegeben." Immer wieder hatte es Spekulationen über einen Wechsel des Spaniers gegeben, der Schritt erfolgte schließlich nach Ende der vergangenen Saison.

Sommer 2009: Der Traum wird wahr

Nach seinem umstrittenen Engagement bei McLaren 2007 sei die Idee gereift, berichtet der 28-Jährige: "Eines Tages will ich Ferrari fahren, das war mein Ziel. Ich hatte ja nicht gerade die beste Zeit mit McLaren. Die Geschichte in der Formel 1 zeigte aber eins ganz deutlich: Ferrari und McLaren sind die stärksten Teams. Deshalb war für mich klar: Um meine Karriere perfekt zu machen, muss ich zu Ferrari. Am Anfang war es nur ein Traum."

Der Traum wurde wahr, nachdem sich im Sommer vergangenen Jahres eine Lösung im Vertragspoker bei den Italienern abzeichnete. Zu jenem Zeitpunkt hatten Kimi Räikkönen und Felipe Massa gültige Verträge, aber der Finne verlor die Lust an der Formel 1. Räikkönen wechselte - mit reichlich Schmerzensgeld von Ferrari in der Hand - in die Rallyeszene, für Alonso war plötzlich ein Platz frei.

"Es passt einfach", sagt der Spanier, der sofort von den Ferrari-Fans ins Herz geschlossen wurde. "Die italienische Mentalität und die spanische sind ähnlich, auch die Lebensgewohnheiten. Wir beide haben zudem die gleiche Leidenschaft fürs Rennen. Man könnte sagen: Da sind zwei zusammengewachsen, die irgendwie immer zusammengehört haben." Und er erwischte einen Auftakt nach Maß: Sieg gleich beim ersten Rennen in Bahrain.

Druck als enormer Antrieb

"Ich will Leistung bringen, immer das Maximum geben und am Ende dann gewinnen. So lange und so oft es geht", meint Alonso, der seine Formel-1-Karriere als Ferrari-Pilot beenden will. Dies kann jedoch noch einige Jahre dauern, trotz des immensen Drucks siegen zu müssen. "Ich liebe diesen Druck", winkt der Spanier ab. "Ich liebe das Gefühl, unbedingt Leistung bringen zu müssen. Ich liebe es, als Favorit in ein Rennen zu gehen."

"Die letzten beiden Jahre mit Renault waren deshalb auch etwas schwierig für mich. Zu wissen, dass du nach dem Qualifying maximal Achter oder Neunter bist, das ist nicht mein Ding. Deshalb bin ich viel lieber in der jetzigen Situation. Je größer der Druck ist, desto wohler fühle ich mich", meint Alonso. Unangenehm seien ihm die vergangenen mäßigen Resultate daher nicht: "Ich muss zwar zugeben, dass die Ergebnisse bisher nicht immer unserem Potenzial entsprachen. Aber wir sind noch mittendrin im Titelkampf. Und nun für Valencia bekommen wir umfangreiche Neuerungen an den F 10."

Nicht nur in Maranello und Oviedo ist die Hoffnung groß, dass Ferrari mit der B-Version des F10 ganz vorne mitfahren kann. Auch Bernie Ecclestone wünscht sich starke rote Autos. "Fernando ist von seiner ganzen Art her ein typischer Ferrari-Fahrer. Er ist ein Gewinnertyp. Er ist ein Kämpfer mit einem Löwenherzen und mit großer Passion für den Wettbewerb, fürs Racing. Das passt einfach optimal zusammen", sagt der britische Formel-1-Vermarkter.

Ecclestone träumt von Vettel/Alonso

"Es gibt keinen Piloten in der Startaufstellung, der nicht den Traum hat, für Ferrari zu fahren. Weil Ferrari dieses spezielle Gefühl vermittelt", sagt Ecclestone. Er erklärt: "Es gibt zwei Dinge, die niemals ihren Wert verlieren. Die Formel 1 als Gesamtprodukt und Ferrari als Marke. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Der Rest geht und kommt. Das ist eigentlich egal. Das ist fast unerklärlich und hat schon fast eine tragische Komik."

Für Ecclestone ist die Show wichtig. Wenn Ferrari auf Augenhöhe mit den anderen Topteams ist, sich die Fans für ihre jeweiligen Lieblinge im WM-Kampf begeistern können, dann hat die Marke Formel 1 den höchsten Wert. "Als Michael bei Ferrari war, hatte er kaum Gegner. Das ist jetzt anders. Die Konkurrenz ist viel größer geworden. Deshalb kann man die Zeiten nicht vergleichen", meint der 79-jährige Brite und wischt damit alle Spekulationen über eine Alonso-Dominanz nach Schumacher-Muster vom Tisch.

Ecclestone hat vielmehr einen anderen Traum. Der Formel-1-Boss würde nur zu gern die Kombination Vettel/Alonso bei Ferrari erleben. "Sebastian hat die Klasse, eine WM zu gewinnen, Fernando hat das schon bewiesen. Es ist also eine Frage von Qualität. Ich denke, die beiden wären ein optimales Team, die sich auf ihre Art sehr gut ergänzen würden." Alonso nickt zustimmend: "Ich hätte damit überhaupt kein Problem."

Fotoquelle: Ferrari


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