Das Heck des McLaren-Mercedes MP4-25 wird ab Silverstone anders aussehen

Formel 1 2010

— 23.06.2010

Neuer McLaren-Auspuff kommt in Silverstone

Auch McLaren folgt dem neuesten Red-Bull-Trend: Neues Auspuffsystem ist Teil eines großen Updates für Silverstone - Ferrari in Valencia mit Vorteilen

Red Bull kopiert den F-Schacht von McLaren, die Briten schauen sich im Gegenzug etwas vom effizienten Heck des RB6 ab. In der Formel 1 haben Nachahmungen derzeit Hochkonjunktur. Mit geschulten Augen werden die Konzepte der Konkurrenz analysiert, gute Ideen bleiben nicht lange geheim. Zuerst war es der McLaren-F-Schacht, der zum Trendsetter wurde, nun ist sind es die klug verlegten Auspuffendrohre von Red Bull.

In Kombination mit einer besonderen Radaufhängung am Heck sorgen die Auspuffendrohre für eine bessere Anströmung des Diffusors. Der somit erzeugte zusätzliche Abtrieb soll angeblich drei bis sieben Zehntelsekunden pro Runde wert sein - je nach Strecke. Ferrari hat eine entsprechende Lösung zum kommenden Grand Prix in Valencia parat, McLaren wird erst in Silverstone nachziehen.

"Für Valencia haben wir keine großen Neuerungen", erklärt McLaren-Technikchef Paddy Lowe. Sein Team wolle auf Grundlage des aktuellen Fahrzeugs in den Straßen der spanischen Stadt "das Beste herausholen". Erst für den Heim-Grand-Prix in Silverstone plant McLaren umfassende Änderungen am MP4-25. "Es ist wahrscheinlich jedem aufgefallen, dass Red Bull eine interessante Lösung bezüglich der Abgasführung hat. Alle Teams versuchen, dies nachzuahmen."

"Ein solches Konzept bringt einen erheblichen Performance-Fortschritt. Wir wollen es zum Grand Prix von Großbritannien fertig und funktionstüchtig haben", sagt der Brite weiter. Ganz einfach sei die Aufgabe allerdings nicht. "Wenn man die Abgase direkt auf aerodynamische Bauteile jagt, dann hat man schnell ein Hitzeproblem. Ohne ausreichende Tests kann man es nicht so einfach machen. Wir haben einen Aerodynamiktest vor Silverstone und hoffen, dass es dann im Training sofort funktioniert."

"Wir sind recht sicher, dass unser System die erwarteten Werte auch in der Praxis bestätigt", zeigt sich der McLaren-Technikchef zuversichtlich. Lowe beschreibt die Entwicklung des neuen Auspuffsystems als massiv große Aufgabe. "Wir waren im Windkanal und haben im Simulator ausprobiert, wie es sich auswirken wird. Wir sind also für den Einsatz recht gut vorbereitet. Es geht nun also vielmehr darum, es zuverlässig und rennbereit zu machen."

In Sachen Auspuffanlage hat sich Ferrari einen Vorsprung erarbeitet. Die Italiener nutzten einen Filmtag auf der hauseigenen Strecke in Fiorano, um einen Shakedown mit dem F10 B zu absolvieren. Sollte der neue Auspuff tatsächlich rund eine halbe Sekunde bringen, könnten die Roten in Valencia dominieren. "Das macht uns Sorge", gibt Lowe offen zu. "Wir müssen aber mal schauen, wie es bei denen funktioniert. Schade, dass andere schneller mit ihrer Entwicklung in diesem Bereich sind, aber so ist es nun einmal."

Ob sich der Umbau tatsächlich im erwarteten Maße auswirkt, sei auch von der Streckencharakteristik abhängig. "Eine Strecke liegt einigen Autos, anderen wiederum nicht. Beispielsweise kam Ferrari in Istanbul gar nicht gut zurecht. Man kann es einfach nicht vorhersagen. Das ist derzeit doch auch das Schöne an der Formel 1. Die Hackordnung verschiebt sich immer wieder leicht. Man kann wirklich gar keine Prognosen treffen."

Über die Tatsache, dass Red Bull seinerseits den nächsten Schritt mit einem weiterentwickelten F-Schacht in Valencia plant, lässt Lowe kalt. "Mal abwarten", so der Brite. "In Istanbul hatten sie ihn im Training, aber danach haben wir ihren F-Schacht nicht mehr gesehen. Es ist nicht ganz einfach, ihn zum Funktionieren zu bringen. Große Sorgen machen wir uns deshalb nicht. Uns ist doch klar, dass die Teams in diesem Bereich aufholen wollen, während wir gleichzeitig am Auspuff arbeiten."

Fotoquelle: McLaren


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