Der Motorsport-Weltrat hat zahlreiche Maßnahmen für 2011 beschlossen

Formel 1 2010

— 23.06.2010

FIA-Weltrat: Pirelli erhält den Zuschlag

Die Beschlüsse des FIA-Motorsport-Weltrats in Genf: Pirelli wird neuer Reifenhersteller, die 107-Prozent-Regel kehrt zurück und einiges mehr

In Genf tagte heute der FIA-Motorsport-Weltrat, um die in den vergangenen Tagen von der Technischen Arbeitsgruppe unter Charlie Whiting beziehungsweise von der Formel-1-Kommission ausgearbeiteten Regelvorschläge für 2011 abzusegnen. Dabei wurde eine ganze Reihe an Maßnahmen endgültig beschlossen.

Die vielleicht wichtigste Entscheidung betrifft die Wahl des neuen Reifenherstellers, denn Pirelli hat nach einem wochenlangen Hickhack nun endlich offiziell den Zuschlag erhalten. Mit den Italienern wurde ein Dreijahresvertrag abgeschlossen. Pirelli wird sich wie Bridgestone in den vergangenen Jahren als Monopolist engagieren, was bedeutet, dass andere Bewerber wie Michelin oder Avon nicht zum Zug kommen werden.

Comeback der 107-Prozent-Regel

Eine kleine Überraschung stellt die 107-Prozent-Regel dar, die es ab kommender Saison wieder geben wird. Das bedeutet konkret: Jeder Fahrer, dessen beste Rundenzeit im Qualifying um mehr als sieben Prozent langsamer ist als die absolute Bestzeit in Q1, darf am Rennen nicht teilnehmen. Allerdings können die vier Rennkommissare unter besonderen Umständen eine Ausnahmeerlaubnis erteilen.

Bestätigt wurden das Verbot von aerodynamischen Hilfsmitteln wie dem F-Schacht-System (zumindest wenn vom Fahrer betätigt), die Erhöhung des Mindestgewichts auf 640 Kilogramm und die Einführung eines verstellbaren Heckflügels. Geklärt wurde nun, wie der verstellbare Heckflügel, der bei Aktivierung um bis zu 15 km/h mehr Topspeed bringen soll, eingesetzt werden darf - in den ersten zwei Runden nach dem Start erst einmal gar nicht.

Während des Rennens darf der verstellbare Heckflügel nur dann flacher gestellt werden, wenn über die Kontrollelektronik die Freigabe dafür im Cockpit angezeigt wird. Das passiert dann, wenn ein Fahrer innerhalb von einer Sekunde zu dem vor ihm fahrenden Auto liegt. Gemessen wird diese Sekunde nicht wie zunächst angenommen über GPS, sondern an bestimmten Kontrollpunkten der Strecke. Deaktiviert wird das System, sobald der Fahrer das erste Mal auf die Bremse steigt.

Grauzonen eliminiert

Außerdem hat die FIA Grauzonen im Reglement geschlossen, zum Beispiel jene, die in Monte Carlo für Verwirrung gesorgt hat, als Michael Schumacher in der Zielkurve noch Fernando Alonso überholte, nachdem das Safety-Car an die Box gefahren war. Außerdem muss ein Auto, das nach einem Training zur Benzinkontrolle muss, künftig nach jeder Session aus eigener Kraft an die Box zurückkommen - eine Reaktion auf Lewis Hamiltons Ausrollen im Qualifying in Montréal.

Ebenfalls wegen der Hamilton-Situation in Montréal hat der Weltrat beschlossen, dass Autos nicht unnötig langsam auf der Strecke fahren dürfen. Stattdessen muss eine Referenzzeit eingehalten werden. Das war bisher nur in einem Memo an die Teams festgehalten, aber kein fester Bestandteil des Regelbuchs. Die Referenzzeit wird künftig vor jedem Rennwochenende von Rennleiter Whiting festgelegt.

Eine weitere Änderung, die schon länger im Raum stand, betrifft hochrangiges Teampersonal, das künftig ähnlich wie auch die Fahrer eine FIA-Lizenz besitzen muss. Damit reagiert die FIA auf den "Crashgate"-Skandal von Singapur 2008, als die Sperren gegen Flavio Briatore und Pat Symonds nur über Umwege ausgesprochen werden mussten, weil es nicht möglich war, den beiden einfach die Lizenz zu entziehen.

Fotoquelle: FIA


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