Sebastian Vettel strahlt vor dem Grand Prix von Europa Zuversicht aus

Formel 1 2010

— 24.06.2010

Vettel: Fußballrhetorik vor Valencia

Optimismus vor Valencia: Sebastian Vettel erklärt vor "Halbzeit" der Formel-1-Saison, was am Ende "matchentscheidend" sein könnte...

Das gestrige Fußball-WM-Match gegen Ghana sah Sebastian Vettel noch zu Hause in der Schweiz, das Achtelfinale gegen England am Sonntag wird er wohl nur nebenher mitbekommen. Denn wenn der Klassiker in Südafrika um 16:00 Uhr angepfiffen wird, möchte der Red-Bull-Pilot am liebsten gerade in Valencia Siegerinterviews geben.

Sein Optimismus ist jedenfalls groß: "Wir haben ein sehr schnelles Auto, das bisher überall gut funktioniert hat - auch auf den Strecken, wo man uns vielleicht nicht ganz vorne gesehen hat", wischt er Bedenken wegen des schlechten Vorjahresergebnisses vom Tisch. "Wir waren immer in der Lage, ganz vorne mitzumischen, wenn wir keine Probleme hatten. So sollte es auch hier wieder sein, vor allem, wenn die zwei, drei neuen Sachen am Auto funktionieren."

Hoffen auf das F-Schacht-System

Damit meint er vor allem das F-Schacht-System, das je nach Strecke bis zu einer halben Sekunde pro Runde bringen soll und morgen zum zweiten Mal nach Istanbul getestet wird. Ob es dann auch zur Rennpremiere kommt, steht noch nicht fest: "Wir hoffen, dass der F-Schacht besser funktioniert als in der Türkei. Dort hat es nicht ganz geklappt. Jetzt ist das Projekt noch einmal überarbeitet worden, sodass es funktionieren sollte", erläutert Vettel.

Dafür hat die Konkurrenz das revolutionäre Auspuffsystem kopiert, das die Wirkung des Diffusors verstärkt. Aber: "Ist doch schön, wenn es die anderen inspiriert, was wir entwickelt haben! Ich habe gehört, dass sich andere Teams andere Lösungen einfallen lassen haben. Unsere Gegner orientieren sich in den vergangenen eineinhalb Jahren immer mehr an uns. Sie können uns nie hundertprozentig kopieren, aber das spricht doch für unsere Arbeit", meint der 22-Jährige gelassen.

"Es war schön, diese zwei, drei Zehntel Vorsprung zu haben, aber man muss es auch relativ sehen, denn vor zehn Jahren wurden noch ein bis eineinhalb Sekunden als großer Vorsprung definiert. Heute ist es so, dass man gleich zurückfällt, wenn man es mal nicht hundertprozentig trifft und die anderen einen guten Tag haben", relativiert er die angebliche Dominanz des Red-Bull-Teams, das seit Montréal keine WM-Wertung mehr anführt.

Hat euch McLaren entwicklungstechnisch überholt, Sebastian? "Nein, das glaube ich nicht", winkt der Deutsche ab. "In der Türkei haben wir Weihnachtsmann gespielt und Geschenke verteilt, in Montréal hatten wir Pech mit der Strategie. Ich glaube immer noch, dass es die richtige Entscheidung war, aber es war kein normaler Rennverlauf, daher wurden wir nur Vierter und Fünfter. Aber es werden wieder andere Zeiten kommen."

Schon einige "Elfmeter" verschossen...

Über die 19 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton ärgert sich Vettel: "Der eine oder andere Elfmeter ist ein bisschen missglückt", bedient er sich angesichts einiger ausgelassener Möglichkeiten der Fußballrhetorik, "aber die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Wir sind dennoch nahe dran, denn die Abstände sehen mit dem neuen Punktesystem größer aus, als sie wirklich sind, und wir haben noch nicht mal Halbzeit. Da ist noch einiges drin."

"Jeder weiß, was dieses Jahr das Ziel ist", stellt der Vizeweltmeister unmissverständlich klar. Das Erfolgsgeheimnis heißt seiner Meinung nach nicht, auf biegen und brechen gewinnen zu müssen, sondern in jedem Rennen Punkte zu sammeln: "Es ist wichtig, immer ins Ziel zu kommen, auch wenn man es vielleicht nicht jedes Mal schafft, das Rennen zu gewinnen. Das kann am Ende matchentscheidend sein."

Dass die Unerfahrenheit von Red Bull im WM-Kampf gegen Traditionsteams wie McLaren oder Ferrari ein Nachteil sein könnte, glaubt Vettel nicht: "Wir haben in der Vergangenheit sehr viel gelernt, gerade letztes Jahr und auch dieses Jahr schon. Wir sehen jedes Rennen als einzelnen Schritt. Das Ziel ist klar: Wir wollen am Ende Weltmeister werden." Und was hat dein neuer Bart zu bedeuten, Sebastian? "Nichts", grinst er. "Der kommt heute Abend weg..."

Fotoquelle: xpb.cc


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