Superstar Michael Schumacher wird an hohen Maßstäben gemessen

Formel 1 2010

— 26.06.2010

Coulthard und Davidson kritisieren Schumacher

Von der Insel kommt vor Valencia erneut Kritik an Michael Schumacher: "Michael wird älter und ist nicht mehr der Fahrer, der er einmal war"

Michael Schumacher konnte die hohen Erwartungen seiner Fans bisher nicht erfüllen: Der Comeback-Superstar hat seit seinem Wiedereinstieg bei Mercedes noch keinen Grand Prix gewonnen und ist teamintern hinter Nico Rosberg die klare Nummer zwei. Das wird den Ansprüchen eines siebenfachen Weltmeisters nicht gerecht.

Als er in Montréal in der letzten Runde von beiden Force Indias überholt wurde, übten die britischen Medien viel Kritik. David Coulthard will diese nicht revidieren: "Montréal war nicht Michaels bester Grand Prix", sagt der 'BBC'-Experte. "Als er noch bei Ferrari war, hat er unglaubliche Leistungen gezeigt, daher reicht für einen Fahrer seines Kalibers so eine durchschnittliche Vorstellung nicht. Von ihm erwartet man immer das Außergewöhnliche."

"Ich habe immer gesagt, dass man ihm eine halbe Saison geben muss, aber jetzt haben wir das neunte Rennen und er wird immer noch von Nico abgehängt. Vom Teamkollegen so eindeutig geschlagen zu werden, ist ungewöhnlich für Michael", meint Coulthard und fügt an: "Er wird keine sieben WM-Titel mehr holen, aber es ist klasse, den erfolgreichsten Fahrer wieder in der Formel 1 zu haben - vor allem für die jungen Kids wie Sebastian, die sich mit ihm messen können."

Der ehemalige Grand-Prix- und Testpilot Anthony Davidson findet indes, dass Schumacher bisher "einen respektablen Job" gemacht hat. Der Expertenkollege von Coulthard glaubt nämlich, dass Rosberg jahrelang nicht richtig eingeschätzt wurde: "Nico ist ein schneller Fahrer, der meiner Meinung nach alles aus dem Mercedes rausholt. Ich glaube, er wurde lange unterschätzt. Jetzt ist er reif und er holt das Beste raus", erklärt er.

"Die Formel 1 hat sich verändert, seit Michael das letzte Mal gefahren ist - sehr", nimmt der 24-fache Grand-Prix-Teilnehmer den 41-Jährigen in Schutz. Es sei aber verständlich, dass Schumacher nicht an normalen Maßstäben gemessen wird: "Ich finde es gerecht, dass er hart beurteilt wird, weil er so eine Legende ist. Aber er wird älter und ist nicht mehr der Fahrer, der er einmal war - das war er schon am Ende seiner Ferrari-Zeit nicht mehr."

"Alle haben gesagt, dass es schwierig für ihn wird, und auch ich habe kein Feuerwerk erwartet", gibt Davidson zu Protokoll. "Das aktuelle Starterfeld ist das beste, seit ich die Formel 1 verfolge, und er hätte sich keinen schwierigeren Zeitpunkt für ein Comeback aussuchen können. Vergesst aber nicht, dass er bei Ferrari fast immer ein dominantes Auto hatte und er eigentlich nur seinen Teamkollegen schlagen musste."

Fotoquelle: Mercedes


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