Sebastian Vettel sicherte sich seine vierte Pole-Position in dieser Saison

Formel 1 2010

— 26.06.2010

Qualifying: Die "Bullen" stürmen Valencia!

Sebastian Vettel und Mark Webber starten in Valencia vor Lewis Hamilton aus der ersten Reihe - Mercedes schwer geschlagen: Top-10-Finale verpasst

Der Valencia-Street-Circuit am Hafen der Mittelmeerstadt wurde heute von Red Bull in eine Stierkampfarena umfunktioniert - und die "Bullen" haben ihre Gegner wieder einmal ordentlich auf die Hörner genommen! Denn im neunten Qualifying der Saison sicherte sich das österreichisch-britische Team seine neunte Pole-Position.

Zum neunten Mal in seiner Karriere, zum vierten Mal in dieser Saison und zum ersten Mal seit Schanghai war Sebastian Vettel auf die Einzelrunde am schnellsten. "Eigentlich liegt uns diese Strecke gar nicht so, aber das war eine tolle Leistung vom Team und unseren Fahrern", jubelt Teamchef Christian Horner, dessen Fahrer im Top-10-Finale dank eines leichten Fehlers von Lewis Hamilton (McLaren) unter sich waren.

Erst Webber, dann Vettel

Webber hatte zunächst mit einer Bestzeit von 1:37.852 Minuten die Nase vorne, aber Vettel unterbot diese Marke in seinem zweiten Anlauf und brannte 1:37.587 Minuten in den spanischen Asphalt. Zwar hatte sein australischer Teamkollege noch einmal Gelegenheit, darauf zu kontern, aber am Ende fehlten nach fast identischen Zwischenzeiten in den ersten zwei Sektoren gerade mal 0,075 Sekunden auf die Pole-Position!

"Das tut schon gut, denn in den letzten Rennen war es nicht immer leicht", freut sich Vettel über sein Comeback auf dem ersten Platz. "Kanada und Valencia sind nicht unsere besten Strecken, aber wir sind dennoch vorne. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Im ersten Versuch habe ich einen großen Fehler gemacht, also musste ich im zweiten alles richtig machen. Die Runde war dann besser - und der F-Schacht hat auch geholfen. Man spürt den Unterschied."

Bei 25 Grad Luft- und 45 Grad Asphalttemperatur hätte Vettel eigenen Angaben nach "schneller sein müssen, aber es hat trotzdem für die Pole gereicht". Das muss auch Webber anerkennen: "Andersrum wäre es mir natürlich lieber, aber so kann es ja nicht immer sein. Für das Team ist das ein großartiges Ergebnis. Ich war heute einfach nicht schnell genug", gibt der 33-Jährige, der im Qualifyingduell nun nur noch mit 5:4 führt, zähneknirschend zu.

Hamilton mit Platz drei zufrieden

Hamilton (+0,382) ist "wirklich glücklich mit diesem dritten Platz. Andere Teams haben neue Teile gebracht, aber wir nicht, daher ist das ein gutes Ergebnis", analysiert der Polesetter des vergangenen Jahres. "Meine letzte Runde war sehr gut, aber in Kurve zwölf habe ich beim Bremsen die Räder blockiert. Damit war die Runde kaputt." Für das Rennen ist er optimistisch: "Alles ist möglich. Ich hoffe, dass wir das Beste daraus machen können."

Die Top 3 knackten im Top-10-Finale allesamt die 1:38er-Marke, nicht so hingegen die Ferraris: Zwar fand Lokalmatador Fernando Alonso (+0,488) im letzten Run noch sieben Zehntelsekunden und verbesserte sich vom achten auf den vierten Platz, aber nach der Freitagsbestzeit hatten sich seine Fans in der Heimat wohl mehr erhofft. Zumindest ließ er dank eines guten letzten Sektors seinen Teamkollegen Felipe Massa (+0,540) knapp hinter sich.

Robert Kubica (Renault), nach seiner Bestzeit in Q1 so etwas wie ein Geheimfavorit auf die erste oder zweite Reihe, spielte im Kampf um die Pole-Position keine Rolle. Der Pole handelte sich 0,550 Sekunden Rückstand ein und wurde damit Sechster, unmittelbar vor Jenson Button (McLaren/+0,623) und den beiden Williams-Piloten, die mit jeweils 0,841 Sekunden Rückstand ex aequo Achter und Neunter wurden! Hülkenberg fuhr seine Zeit jedoch früher und steht damit in Reihe vier.

Ex aequo: Hülkenberg vor Barrichello

"Ich habe meinen Teamkollegen geschlagen", freut sich der deutsche Rookie. "Danach sah es das ganze Wochenende nicht aus, aber ich bin in Q3 eine gute Runde gefahren." Und er stellt fest: "Wir haben viele große Namen hinter uns." Damit meint er weniger Vitaly Petrov (Renault/10./+0,936), sondern schon eher Nico Rosberg (12.) und Michael Schumacher (15.), die ohne nennenswerte Zwischenfälle an der Finalhürde scheiterten.

"Das Team hat das Potenzial nicht genutzt, aber auch wenn alles hinhaut, sind wir trotzdem nicht dort, wo wir sein wollen", findet Rosberg klare Worte. "Meine Runde war super - mehr geht einfach nicht. Die Enttäuschung ist groß, denn es wurde davon geredet, dass unsere Saison hier neu beginnen soll. Das ging ja komplett nach hinten los." Auf die Top 10 fehlten 0,075 Sekunden, aber "im Rennen werden wir auf jeden Fall schneller sein", kündigt er an.

Schumacher gibt zu: "Sind ratlos"

Auch Schumacher stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: "Man muss ganz einfach feststellen, dass wir im Qualifying die Reifen nicht zum Arbeiten bekommen. Da sind wir ratlos, sonst hätten wir es anders gemacht", gibt der siebenfache Weltmeister nach seinem zweiten frühzeitigen Ausscheiden in dieser Saison zu. Gegen Rosberg zog er diesmal um 0,607 Sekunden den Kürzeren - zum siebten Mal im neunten Qualifying der Saison.

Kein Wunder, dass Norbert Haug das Ergebnis als "enttäuschend" einstuft: "Es geht so eng zu, dass sechs Zehntel Abstand zur Bestzeit Platz zwölf bedeuten. Aber das war heute einfach nicht gut genug", räumt der Mercedes-Sportchef ein. "Nico fehlten keine acht Hundertstel, um in die Top 10 zu kommen - ein schwacher Trost. Dass Michael bei seiner schnellsten Runde im letzten Sektor Verkehr hatte, verhinderte eine bessere Zeit."

Schumacher hatte sich schon in Q1 mit Müh und Not um eine Runde weiter gezittert, als er erst im allerletzten Versuch vom 18. auf den zwölften Platz fuhr - übrigens mit defekter Servolenkung. Mercedes fuhr in Q2 einmal weiche, dann harte Reifen, aber das alles brachte nichts. Zudem kannte Schumacher die Strecke vor diesem Wochenende nicht, aber das lässt Experte David Coulthard nicht als Ausrede gelten: "Alle Teams haben Simulatoren."

Sutil vor dem Top-10-Finale out

Sébastien Buemi (Toro Rosso) verpasste den Top-10-Cut um 34 Tausendstelsekunden und schied damit ebenso aus wie beide Force-India-Piloten, die sich nach den starken Trainingsleistungen deutlich mehr ausgerechnet hatten. Adrian Sutil gewann immerhin den direkten Vergleich mit Vitantonio Liuzzi (14.), aber mehr als Platz zwölf schaute dabei nicht heraus. Die Spanier Pedro de la Rosa (Sauber) und Jaime Alguersuari (Toro Rosso) wurden 16. und 17.

Neben Kamui Kobayashi (Sauber/18.) erwischte es in Q1 programmgemäß die drei neuen Teams. Timo Glock (Virgin) erlitt dabei seine erste Niederlage gegen Lucas di Grassi - und hatte dafür eine Erklärung parat: "Ich habe einen Fehler gemacht. Wir haben uns mit den Reifen verschätzt", sagt er. Die harten Bridgestones wären für ihn schneller gewesen, doch als er diese aufziehen ließ, kam er am Kurvenausgang auf einen Curb und verschenkte damit rund eine halbe Sekunde.

Im Rennen zählt der Deutsche natürlich nicht zu den Favoriten, ganz im Gegensatz zu seinem Landsmann Vettel. Aber McLaren hat den Kampf noch nicht aufgegeben: "Wir waren schon oft im Qualifying hinter ihnen und im Rennen dann dran", hofft Teamchef Martin Whitmarsh. Und dass man Alonso mit dem runderneuerten Ferrari in Spanien nie aus den Augen lassen sollte, ist Red Bull und McLaren ebenfalls bewusst...

Fotoquelle: xpb.cc


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