Alonsos Aufregung wird außer bei Ferrari von niemandem verstanden

Formel 1 2010

— 28.06.2010

Manipulationsvorwürfe: Niemand teilt Alonsos Meinung

Fernando Alonso steht mit seiner Meinung alleine da, das Rennen in Valencia wäre zu Gunsten von Lewis Hamilton geschoben worden

Fernando Alonso warf gestern den Rennkommissaren rund um Heinz-Harald Frentzen vor, das Rennen in Valencia manipuliert zu haben. Konkret ging es um die Situation anfangs der Safety-Car-Phase. Lewis Hamilton hatte dabei das Medical-Car überholt. Der Brite bekam dafür eine Durchfahrtsstrafe. Doch laut Fernando Alonso und Ferrari haben sich die Regelhüter mit dieser Entscheidung zu lange Zeit gelassen. Die Strafe wurde erst 13 Runden später ausgesprochen. Hamilton hatte zu diesem Zeitpunkt bereits so viel Vorsprung, dass er seinen zweiten Platz auch durch die unfreiwillige Boxendurchfahrt nicht verlor.

Alonso und Ferrari sind der Meinung, hätten die Kommissare schneller gehandelt, wäre Hamilton sogar hinter dem Spanier ins Ziel gekommen. Denn als das Safety-Car auf die Strecke kam, lag Alonso unmittelbar hinter Hamilton. Am Ende des Rennens war der Ferrari-Pilot aber nur Achter. Dass Ferrari anscheinend auf die falsche Strategie gesetzt hatte, fand unter all den Vorwürfen der Roten aber keinen Platz. Es wurde sogar bei der FIA offiziell Beschwerde eingelegt.

Dass Ferrari einen derartigen Wirbel um diese Angelegenheit macht, wird von niemandem in der Boxengasse so richtig verstanden. Denn Alonso wäre dadurch maximal einen Platz weiter vorne im Endklassement gelandet. Ob ein siebenter Rang die Fans glücklicher macht als ein achter, sei ebenfalls dahingestellt. Eher scheint es, als ob ein frustrierter Alonso einmal mehr gegen seinen Erzrivalen mobil macht, um von den eigenen Problemen abzulenken.

Bei der Konkurrenz sorgt der Zorn bei Ferrari nur für Kopfschütteln. Für Mike Gascoyne hat die Veränderung der Safety-Car-Regeln zusätzlich für etwas Verwirrung gesorgt: "Das ist doch immer das selbe, seit wir begonnen haben, die Safety-Car-Regeln zu verändern. Jedes Mal, wenn etwas geändert wurde, kam es zu einem völlig neuen Vorfall." Der Technische Direktor von Lotus nimmt die Rennleitung deshalb in Schutz, sich mit ihrer Entscheidung, Hamilton zu bestrafen, etwas mehr Zeit gelassen zu haben.

Dieser Meinung schließt sich auch Christian Horner an. "Die Safety-Car-Regeln haben Ferrari wahrscheinlich nicht in die Karten gespielt und McLaren war auch etwas dreist, aber hat dafür eine Strafe bekommen. Es hat sie zwar nichts gekostet, aber so ist es nun einmal gelaufen. Ich glaube nicht, dass da etwas manipuliert war. Die FIA muss aber weiterhin die Safety-Car-Regeln auf der Agenda behalten", so der Red-Bull-Teamchef.

Martin Whitmarsh kann Alonsos Wutausbruch nicht nachvollziehen. Für den McLaren-Teamchef kostete Hamilton seine Durchfahrtsstrafe die Möglichkeit, um den Sieg zu kämpfen. "Der Vorfall war nur schwer zu vermeiden und eigentlich nur eine Kleinigkeit. Darüber haben aber die Stewards zu entscheiden und sie haben eine Entscheidung getroffen", erklärt Whitmarsh und fügt nicht ohne Seitenhieb hinzu: "Nach meinen Erfahrungen im Motorsport ist das alles normal abgelaufen, Fernando hat da vielleicht andere Erfahrungen gemacht."

Fotoquelle: xpb.cc


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