Christian Horner bezeichnet Sebastian Vettels Leistung als "beeindruckend"

Formel 1 2010

— 28.06.2010

Horner: "Sebastian hat sich zurückgemeldet"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner über Sebastian Vettels dominanten Valencia-Sieg, Mark Webbers Horrorcrash und die Erwartungen für Silverstone

Red-Bull-Teamchef Christian Horner ging in Valencia durch ein Wechselbad der Gefühle. Zum einen war da Sebastian Vettels dominanter Sieg für der McLaren-Konkurrenz Lewis Hamilton und Jenson Button. Zum anderen war da Mark Webbers Horrorcrash, als der Australier ins Heck von Heikki Kovalainens Lotus knallte. Danach ließ Horner vor den Reportern das Rennen noch einmal Revua passieren und blickte auch nach vorn in Richtung Silverstone.

Frage: "Christian, wie wichtig war dieser Sieg in Valencia?"
Horner: "Das war ein enorm wichtiger Sieg - für Sebastian und für das Team. Denn das war eine Strecke, auf der wir nicht damit gerechnet haben, auf dem Niveau der McLarens und der Mercedes-Motoren fahren zu können. Es war toll, hier komplett die erste Reihe zu stellen und im Rennen einen dominanten Sieg zu holen. Es war sehr schön für Sebastian."

"Aber das Wichtigste war, dass Mark diesen wirklich furchtbar aussehenden Unfall unverletzt überstanden hat. Es ist immer ein Horror, wenn man sieht, wie ein Auto so aufsteigt. Aber zum Glück geht es ihm gut. Das Chassis, die Sicherheitszelle haben genau das geleistet, was sie sollten und er wird bis Silverstone wieder fit sein. Dass man einen solchen Unfall so gut übersteht, bestätigt auch die Sicherheitsarbeit der FIA."

Frage: "Hat Mark sich beim Bremsen verschätzt oder was war los?"
Horner: "Ich denke nicht, dass er auch nur annähernd an seinem Bremspunkt angekommen war. Das war das Problem. Heikkis Bremspunkt war ungefähr einen halben Kilometer vor Marks. Mark hat so schnell auf Heikki aufgeschlossen, ihr Speedunterschied war so groß. Heikki war in der Mitte der Straße und Mark war nicht ganz klar, ob er nach rechts oder links fährt. Heikki hat in einem Scheißauto das Bestmögliche gegeben - ich korrigiere mich: in einem sehr langsamen Auto. Daraus resultierte der Unfall. Mark hatte an dem Punkt, wo Heikki gebremst hat, einfach keine Chance, zu reagieren. Es war frustrierend. Ich weiß, dass sich Mark über die verpasste Chance ärgert, aber das Wichtigste ist, dass er in Ordnung ist."

Frage: "Wie wichtig war der Sieg für Sebastian?"
Horner: "Sehr wichtig. Er hat sich im Titelkampf zurückgemeldet. Er ist hier ein beeindruckendes Rennen gefahren. Mark hatte einen Horrortag, bei ihm lief schon vom Start weg nichts richtig. Ich denke, dass Sebastian aus dieser Leistung viel Selbstvertrauen gewinnt. Er hatte ein paar schwierige Rennen und ein bisschen Pech. Das ist sehr gut für sein Selbstbewusstsein."

Frage: "Wie hätte die Strategie ausgesehen, wenn es kein Safetycar gegeben hätte?"
Horner: "So wie wir das getan haben. Wir haben ein Polster von etwa dreieinhalb Sekunden auf Lewis aufgebaut. Und was immer er dann getan hätte: Wir wären eine Runde später reingekommen. Wirklich interessant wäre es geworden, wenn das Safetycar in der zweiten oder Runde rausgekommen wäre. Dann wäre die spannende Frage gewesen, wer an die Box kommt und wer draußen bleibt. Darüber haben wir am Vormittag schon 45 Minuten lang diskutiert. Zum Glück war das nicht der Fall."

Frage: "Wie sehr hat Sebastian am Ende sein Auto geschont? Lewis kam ja noch einmal heran..."
Horner: "Es war für Sebastian okay, dass Lewis wieder näher kommt. Er hat nur auf seinen Motor, die Bremsen und die Reifen geachtet. Am Schluss, als er gemerkt hat, dass alles passt, hat er noch ein paar schnelle Runden hingelegt, um wieder ein paar Sekunden auf Lewis zu haben. Er hatte reichlich Luft."

Frage: "War das Auto nach der ersten Runde ein bisschen beschädigt? Sebastian hat so etwas gesagt. Könnt ihr das anhand der Daten bestätigen?"
Horner: "Es sah so aus, als ob das Auto da beschädigt wurde. Es ist schwierig, das anhand der Daten zu beurteilen. Es schien leichte Auswirkungen auf die Bremsen zu haben, aber zum Glück war das kein Problem."

Frage: "Fernando Alonso sagte nach dem Rennen, dass das Ergebnis manipuliert sei, dass die FIA falsch reagiert habe. Wie ist deine Meinung zu dem ganzen Safetycar-Chaos?"
Horner: "Ich denke nicht, dass das der Fall ist. Ferrari hatte bisher nicht viel Glück mit der Safetycarregel, McLaren ist ein bisschen frech damit umgegangen und wurde dafür bestraft. Aber ich halte die Sache mit der Safetycarlinie, von der ab die Jungs Vollgas geben, schon für ein bisschen gefährlich. Ich denke, dass die FIA das noch einmal überdenken sollte, denn das hat hier für einige Probleme gesorgt."

Noch keine Prognose für Silverstone

Frage: "Sieg in Valencia - geht es in Silverstone so weiter?"
Horner: "So weit sind wir in einer guten Position. Warten wir es ab. Wir unterschätzen die anderen nicht, Ferrari, McLaren - und auch Mercedes. Ich bin sicher, dass sie sich zurückmelden werden. Die Saison ist noch sehr lang, sie ist noch nicht einmal zur Hälfte vorbei."

Frage: "Im vergangenen Jahr habt ihr das Rennen dort dominiert. Rechnet ihr in diesem Jahr mit einer ähnlichen Performance?"
Horner: "Ich denke, dass es noch zu früh für Vorhersagen ist. Wir müssen abwarten, wie es am Freitag läuft. Und wer weiß, was die anderen Teams dabei haben. Wir freuen uns auf das Rennen. Silverstone ist eine Strecke, die unserem Auto liegen sollte. Im vergangenen Jahr hatten wir dort ein tolles Rennen, es wird schwierig, das zu toppen. Wir ziehen aber auch viel Befriedigung aus dem Valencia-Rennen, denn das ist eine Strecke, auf der wir eigentlich nicht so stark sind."

Frage: "Wie sehr bereitet euch das Upgrade, das McLaren für Silverstone plant, Kopfzerbrechen?"
Horner: "Warten wir es ab. Hier in Valencia war McLaren-Territorium und wir haben eine gute Performance gezeigt. Silverstone ist eine Strecke, die unseren beiden Fahrer mögen. Und hoffentlich laufen die nächsten Rennen für uns noch mehr nach Plan."

Fotoquelle: xpb.cc


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