Geoff Willis möchte möglichst bald mit der Arbeit für 2011 loslegen

Formel 1 2010

— 30.06.2010

HRT möchte sein Schicksal selbst in die Hand nehmen

Geoff Willis, Technischer Berater des Hispania-Teams, skizziert die Pläne, die er und das Team für die kommende Saison haben

Nach der Trennung von Dallara treibt HRT den Aufbau eines eigenen Designteams weiter voran. Unter der Leitung des neuen Technischen Beraters des Teams, Geoff Willis, sollen schon bald die Arbeiten am nächstjährigen Auto beginnen. "Das Team möchte dahin kommen, sein Schicksal selbst in der Hand zu halten", erklärt Willis im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Wir sind gerade dabei, eine kleine technische Gruppe zusammenzustellen", so Willis weiter. Dazu würden auch Kräfte in Großbritannien engagiert. "Es gibt da ein paar Leute, auf die ich zurückgreifen möchte, die dort kurzfristig verfügbar sind." Grundsätzlich sei es aber das Ziel des Teams, seine Basis langfristig im hispanischen Raum aufzuziehen. Kurzfristig müsse man aber eben auch auf Großbritannien ausweichen.

"In der gegenwärtigen Formel-1-Welt ist es offensichtlich etwas leichter, so ein Programm in Großbritannien durchzuführen, weil dort nun einmal die größere Gruppe an Leuten lebt und arbeitet", erklärt Willis. Durch die Vorgabe des Reglements, wonach die Zahl der Mitarbeiter pro Team künftig weiter begrenzt sein wird, seien speziell auf dem britischen Markt geeignete Kräfte verfügbar.

Der feste Stamm an Mitarbeitern werde aber eher in einem überschaubaren Rahmen bleiben. "Was das Design angeht, so wollen wir natürlich langfristig gesehen alles selbst erledigen. Kurzfristig spielt es aber zunächst keine Rolle, ob manche Mitarbeiter angestellt sind, oder ob man freie Mitarbeiter unter Vertrag nimmt."

HRT hinkt dem Zeitplan hinterher

Wann das Programm definitiv gestartet werde, steht allerdings noch nicht fest. "Die Entscheidungen darüber, wie die Design-Strategie des Teams für 2011 aussehen soll, muss aber bald getroffen werden", betont Willis. "Ich werde wohl etwas unruhig, wenn dir das nicht bis Ende Juli geordnet haben. Idealerweise würde ich gerne sofort mit einem Aero-Programm beginnen, aber ich denke, dass wir noch ein paar Wochen Zeit haben."

"Wir sind in der glücklichen Position, dass wir so oder so nicht unser eigenes Getriebe bauen werden. Das Getriebe und der Motor werden von Dritten geliefert. Gepaart mit der Tatsache, dass wir die Regeln für das kommende Jahr in Bezug auf die Größe der Benzintanks und der Gewichtsverteilung kennen, müssen wir gewisse Spielchen im Windkanal nicht spielen. Das spart uns also etwas Zeit. Wenn wir unser eigenes Getrieben entwerfen und bauen wollten, hätten wir damit im April beginnen müssen."In dieser Saison greift HRT auf einen Cosworth-Motor und ein Xtrac-Getriebe zurück.

Fertigung findet weiterhin extern statt

Während man also in Sachen Design und Entwicklung nach mehr Eigenverantwortung strebt, werde die Fertigung der Teile weiterhin von Dritten übernommen. "Für Teams unserer Größe wird es mehr und mehr zur Normalität, die eigentliche Fertigung außer Haus erledigen zu lassen", so Willis. Früher habe man versucht, möglichst viel selber zu fertigen, da man nur so gewisse Qualitätsstandards einhalten konnte.

Inzwischen gebe es aber eine stattliche Anzahl an zuverlässigen Formel-1-Zulieferern, unter anderem in Österreich, Deutschland, England, und Italien. "Jetzt kann man ziemlich direkt sagen, man lässt alles extern erledigen. Das ist zumindest ganz bestimmt unser Modell. Wir würden aber ganz sicher nicht das komplette Programm an Dritte weitergeben. So oder so wird HRT in vielerlei Hinsicht die technische Kontrolle besitzen."

Eigene Fabrik verliert an Bedeutung

Mit einer eigenen Fabrik als Teamzentrale an den Start zu gehen, sei heutzutage längst nicht mehr so bedeutsam. "Bei einem Rennkalender mit 19 oder 20 Rennen verbringen die Rennautos ohnehin nur sehr wenig Zeit in der Teamzentrale. Bei meinem alten Team haben die Fahrzeuge während der gesamten Saison lediglich 23 Tage in der Fabrik verbracht", so Willis.

"Eine Teambasis ist bei derart vielen Überseerennen in erster Linie dazu da, den Informationsfluss zwischen den Renningenieuren und dem Design-Team sicherzustellen. Es ist mehr eine Koordinierungsstelle. Inzwischen geht es sogar so weit, dass mehr und mehr Zulieferer auch Inspektionen und Tests anbieten."

Laut Willis durchlaufe die Formel 1 derzeit einen grundlegenden strukturellen Wandel. "Das Bild wandelt sich sehr. Was man wirklich braucht, ist ein Rennteam. Das ist der alte Ansatz in diesem Geschäft: 'Tue nur das, worin du der Beste sein willst.' Wir wollen nicht die besten Hersteller von Rennautos sein, wir wollen die Besten im eigentlichen Rennsport sein."

Fotoquelle: xpb.cc


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