Ziehen die Chrompfeile in Silverstone den nächsten Pfeil aus dem Köcher?

Formel 1 2010

— 02.07.2010

McLaren: Große Verbesserungen für Silverstone

McLaren rüstet für das Heimrennen in Silverstone auf - Mit dem neuen Auspuff-Diffusor-System nach Red-Bull-Vorbild wollen die Chrompfeile glänzen

McLaren hat speziell in der vergangenen Saison gezeigt, welch hohes Entwicklungstempo sie fahren können. Auch in diesem Jahr haben die Chrompfeile eine stete Weiterentwicklung gezeigt und führen beide WM-Wertungen an. Zuletzt in Valencia gab es keine großen Verbesserungen, trotzdem holten Lewis Hamilton und Jenson Button mit den Rängen zwei und drei viele Punkte. Für das Heimrennen in Silverstone wartet McLaren nun mit zahlreichen Updates auf.

Die größte Neuerung wird sich im Heck des Boldien finden. Die Abgase werden so geleitet, dass der Diffusor zusätzlichen Anpressdruck generiert. Red Bull führte dieses System als erstes Team ein. Nachdem schon Ferrari, Renault und Mercedes nachgerüstet haben, ist nun das englische Team mit seiner Version fertig. Etwas spät, aber bei der Komplexität eines Formel-1-Autos ist jedes neue System kompliziert zu integrieren.

"Es ist nicht so einfach die Abgase auf den Diffusor zu lenken", sagt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh gegenüber 'Autobild Motorsport'. "Deshalb haben wir diese Entwicklung nicht überstürzt. Außerdem muss man aufpassen: Mit 600 Grad heißen Auspuffgasen kann man leicht das Heck in Brand setzen oder die Bremsen- und Reifentemperaturen erhöhen. Deshalb haben wir das System zunächst ausführlich anhand von Simulationsmodellen getestet, bevor wir es in Silverstone erstmals einsetzen werden."

Wie viel eine einzelne Komponente an Zeitgewinn bringt, ist immer schwer zu beurteilen. Dieses Zusammenspiel aus Auspuff und Diffusor soll etwa auf eine halbe Zehntelsekunde beziffert, wenn durch diese neue Idee nicht ein anderer Aspekt des Autos leidet. So beschreibt Mercedes-Teamchef Ross Brawn: "Einige Komponenten wurden sehr heiß, wir mussten sie zusätzlich isolieren. Wir mussten so viele Änderungen vornehmen, dass es wohl auch dann nicht die volle Leistungsfähigkeit zeigen wird."

Mercedes beziehungsweise BrawnGP hat sich bereits in der vergangenen Saison nicht durch eine rasche Weiterentwicklung ausgezeichnet. Whitmarsh wundert sich dabei speziell über den F-Schacht: "Wir haben ein passives System bereits im vergangenen Jahr in Monaco benutzt. Wir haben das im Winter lediglich weiterentwickelt. Hätten uns die anderen Teams genauer beobachtet, hätten sie viel früher auf die Idee kommen können."

"Das gilt auch für unseren Motorenpartner Mercedes. Immerhin haben wir das System nicht vor ihnen versteckt. Aber sie waren 2009 nur ein Motorenhersteller und haben darauf anscheinend einfach nicht geachtet."

Fotoquelle: McLaren


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