Robert Kubica möchte in Silverstone weitere gute Punkte sammeln

Formel 1 2010

— 05.07.2010

Renault gespannt auf neue Teile

Robert Kubica und Vitaly Petrov freuen sich auf Silverstone und hoffen, dass die neue Aerodynamik das Team weiter nach vorne bringt

Der Automobilhersteller Renault hat seinen Hauptsitz zwar in Frankreich, das gleichnamige Formel-1-Team hat seine Fabrik aber im britischen Enstone, nicht weit entfernt von Silverstone. Daher ist der bevorstehende Grand Prix von Großbritannien ein Heimspiel für das Team von Robert Kubica und Vitaly Petrov. Entsprechend groß ist deren Vorfreude.

"Silverstone ist ein wirklich aufregender Kurs", schwärmt Kubica. "Vor allem die ersten sechs oder sieben Kurven fühlen sich in einem aktuellen Formel-1-Auto einfach unglaublich an. Die meisten gehen mit Vollgas oder zumindest fast voll - das hängt vor allem von der Windrichtung und -stärke ab. Und sobald du eine Kurve hinter dir hast, lenkst du schon in die nächste ein. Es sprengt fast die Vorstellungskraft, wie viel Speed du durch diese Passagen mitnehmen kannst."

Neuer Streckenabschnitt noch unbekannt

"In diesem Jahr fahren wir außerdem erstmals auf dem neuen Streckenabschnitt, den ich bisher nur aus dem Internet und aus den TV-Übertragungen vom MotoGP-Lauf kenne. Er sieht recht wellig aus und weist einen ganz anderen Charakter auf als der Rest der Stecke. Aber ich glaube, Silverstone ist und bleibt ein Ort, an dem alle Grand-Prix-Piloten gerne fahren, denn dieser Kurs offenbart mit seinen Highspeed-Kurven das wahre Potenzial unserer Boliden", so der Pole.

Wie sein R30 laufen wird, sei "schwierig vorherzusagen", meint er: "In Silverstone ist es sehr knifflig, das perfekte Setup und eine gute Balance zu finden, denn die Anforderungen in den schnellen und den langsamen Passagen des Kurses unterscheiden sich sehr stark - zumal es praktisch keine mittelschnellen Kurven gibt. Die Suche nach aerodynamischem Abtrieb ist der Schlüssel zum Erfolg", erklärt Kubica.

Außerdem erhofft er sich weitere technische Fortschritte, weil das Update von Valencia erweitert und feingetunt wird: "Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich die kürzlich eingeführten Neuerungen am Auto auf dieser Strecke bewähren. Werden sie uns auch in den ultraschnellen Passagen weiterbringen? Ich bin sicher, dass wir im Freitagstraining viel Neues lernen werden, wenn wir das neue Aerodynamik-Paket erstmals auf einem Highspeed-Kurs fahren."

Renaults Position in der Formel-1-Hackordnung hänge "stark von der jeweiligen Streckencharakteristik ab und davon, ob du in puncto Setup alles richtig machst. Im Qualifying von Valencia lagen wir dicht hinter Ferrari, obwohl wir selbst nicht einmal hundertprozentig zufrieden waren - aber das ging vermutlich den meisten Teams so. Im ersten Rennabschnitt, als ich hinter Felipe Massa fuhr, schienen wir im Renntrimm nicht so schnell zu sein wie sie. Doch das kann sich auch wieder ändern", sagt Kubica.

Und weiter: "Mercedes hatte in Valencia ebenfalls zu kämpfen und auch andere Teams erlebten dort während des Rennwochenendes ein ziemliches Auf und Ab. Die Kräfteverhältnisse bleiben also sehr schwer abzuschätzen. Silverstone besitzt einen völlig anderen Charakter als Valencia oder Montréal - das letzte Mal, das wir auf einem vergleichbaren Kurs gefahren sind, war in Istanbul. Seitdem haben alle Teams ihre Autos erheblich weiterentwickelt, auch wir. Wie sich die Hackordnung aktuell darstellt, werden wir also erst in Silverstone sehen."

Petrov gespannt auf Neuerungen

Das sieht Teamkollege Petrov genauso: "Als Erstes müssen wir abwarten, wie jene Modifikationen einschlagen, die wir auch in Silverstone wieder neu dabei haben werden und die die Fortentwicklungen von Valencia ergänzen - immerhin unterscheiden sich beide Rennstrecken in puncto Charakteristik doch sehr", weiß der Russe, der Silverstone zu den Strecken zählt, die er verhältnismäßig gut kennt - zumindest in der alten Version.

"Eben weil das Überholen dort so schwierig ist, kommt es umso mehr darauf an, das Potenzial unseres Autos im Qualifying bestmöglich auszuschöpfen", sagt er. "Für mich bedeutet dies, dass ich mir keine Fehler erlauben darf und es möglichst bis ins Zeitfahren der schnellsten Zehn schaffen sollte - dies wäre für das Rennen die beste Ausgangslage. Zumal es für unsere Kollegen im Chassis-Workshop Enstone der Heim-Grand-Prix ist. Das motiviert uns natürlich zusätzlich."

"In Valencia", fährt er fort, "haben wir wieder viele neu entwickelte Teile für den R30 erhalten, dadurch fühlte sich das Auto ganz anders an als zuvor und ich musste meinen Fahrstil diesen Veränderungen anpassen. Im Qualifying schaffte ich es erfreulicherweise erneut bis in die Runde der besten Zehn, konnte mich dort aber nicht weiter verbessern, da ich keinen weiteren Satz frischer Reifen mehr besaß. Zu Beginn des Rennens wollte ich nicht zu viel riskieren und bin nur mit Glück der Kollision mit den Force-India-Piloten entgangen, die sehr aggressiv gestartet sind."

"Für mich zählt hauptsächlich, dass ich die volle Distanz absolvieren konnte und das Ziel erreicht habe. Dies kommt meiner Lernkurve und meinem Erfahrungsschatz sehr zugute. Jeder weiß, wie schwierig es in Valencia ist, zu überholen. Ich folgte Pedro de la Rosa lange wie ein Schatten und habe auf einen Fehler von ihm gewartet, doch als er sich dann wirklich einen Patzer leistete, war ich nicht nahe genug dran, um davon zu profitieren", ärgert sich Petrov.

Was er von der neuen Arena-Sektion erwartet, weiß er selbst nicht so genau: "Das werden wir ganz genau erst dann wissen, wenn wir dort die ersten Runden mit dem R30 gefahren sind. Vom Gefühl her rechne ich damit, dass die neue Sektion einfach nur die Runde verlängert, nicht aber den Charakter der Strecke ändert. Schon bislang war es aufgrund der vielen schnellen Kurven sehr schwierig, in Silverstone zu überholen. Daran wird sich wohl nicht viel ändern, auch wenn es jetzt einige zusätzliche Geraden gibt. Mal sehen, ob die lang genug sind, um Ausbremsmanöver zu erlauben."

Fotoquelle: xpb.cc


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