Mark Webber lieferte im zweiten Training eine dominante Performance ab

Formel 1 2010

— 09.07.2010

Red Bull dominiert ersten Tag in Silverstone

Fernando Alonso konnte die Red Bulls im zweiten Training zwar aufsplitten, Mark Webber fuhr aber in beeindruckender Manier Tagesbestzeit

Mit der erwarteten Machtdemonstration von Red Bull ging der erste Trainingstag zum britischen Grand Prix in Silverstone zu Ende: Zwar schob sich Fernando Alonso (Ferrari) als Zweiter bei strahlendem Sonnenschein zwischen Mark Webber und Sebastian Vettel, doch in Wahrheit waren der Australier und sein deutscher Stallgefährte heute Nachmittag in einer eigenen Liga.

Webber fuhr erstmals mit dem einstigen Vettel-Chassis "Luscious Liz" - und zwischen den beiden scheint sich trotz eines kleinen Elektrikproblems eine Liebe auf den ersten Blick anzubahnen! Denn der zweifache Saisonsieger lag schon mit harten Bridgestone-Slicks voran und konnte nach dem Wechsel auf die weichere Gummimischung noch einmal erheblich zulegen, sodass Vettel mit seiner "Randy Mandy" einen Zeitrückstand von 0,641 Sekunden hinnehmen musste.

Keine perfekte Session für Vettel

Vettel leistete sich während der Session mehrere kleine Fehler, drehte sich einmal ausgangs Stowe nach schnellster Zwischenzeit, war später auch in Copse neben der Strecke. Zwischendurch musste er an der Box die Bremsen entlüften lassen, was zumindest kein gutes Zeichen ist und auf ein weiches Bremspedal hindeutet. Sein größter Schwachpunkt war der Mittelsektor, denn alleine dort büßte er vier Zehntelsekunden auf Webber ein.

Dass Alonso die Red Bulls splitten und im ersten Sektor sogar absolute Bestzeit fahren konnte, kam nach dem schwachen Vormittagstraining von Ferrari eher überraschend. Der Spanier blieb um 0,392 Sekunden hinter der Bestzeit zurück und war damit deutlich schneller als sein Teamkollege Felipe Massa (4./+0,865), der aber ebenfalls zulegen konnte. Auffällig: Zumindest im zweiten Sektor hatten die Ferraris den besten Topspeed.

Das könnte am F-Schacht-System liegen, dem in beiden Sessions eine Menge Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Immer wieder wechselten Alonso und Massa zwischen der Standard- und der F-Schacht-Spezifikation hin und her, ehe sie sich etwa eine halbe Stunde vor Schluss gemeinsam dafür entschieden, das System an diesem Wochenende einzusetzen. Trotzdem erzielten McLaren und Force India die absoluten Topspeeds auf den Geraden.

McLaren zu weit hinten

Die beiden britischen McLaren-Weltmeister im britischen McLaren-Team konnten im zweiten Freien Training allerdings nicht überzeugen: Lewis Hamilton wurde nach mehreren kleinen Ausritten, zwei davon im schnellen Becketts-Komplex, mit eineinhalb Sekunden Rückstand Achter, Jenson Button gar nur 13. - dem amtierenden Champion fehlten schon fast zwei Sekunden. Das ist kein guter Einstand für den neuen auspuffangeströmten Diffusor.

Die deutschen Mercedes-Silberpfeile schlugen sich auf den Positionen fünf (Nico Rosberg/+0,932) und sechs (Michael Schumacher/+1,426) zumindest oberflächlich betrachtet deutlich besser, aber auch Schumacher war in der vorletzten Kurve einmal neben der Strecke. Zieht man nur die jeweils besten Sektorenzeiten für die Berechnung heran, dann war Rosberg heute übrigens gleich um sieben Zehntelsekunden der schnellere Mercedes-Pilot.

Petrov schneller als Kubica

Bei Renault hatte überraschend Vitaly Petrov (7./+1,511) die Nase vor Robert Kubica (11./+1,785), aber das muss für den Rest des Wochenendes nichts bedeuten. Dennoch hätte sich Kubica die Session wahrscheinlich anders vorgestellt. Darauf, dass er mit dem Handling seines R30 nicht zufrieden war, deutet auch ein Ausritt in der schnellen Copse-Kurve hin, in der sich heute gleich mehrere Piloten mit der Ideallinie verschätzten.

Erfreulich aus deutscher Sicht: Gleich fünf von sechs Teilnehmern aus der Bundesrepublik landeten in der vorderen Hälfte des Klassements - neben Vettel und den Mercedes-Piloten auch noch Adrian Sutil (Force India/+1,553) als Neunter und Nico Hülkenberg (Williams/+1,930) als Zwölfter. Dabei war letzterer nicht einmal hundertprozentig zufrieden: "Ich spüre mit den weichen Reifen nicht viel mehr Grip und der Unterboden setzt immer wieder auf!"

Weitaus schlimmere Sorgen hatte das Lotus-Team, das bereits nach drei Runden das Trainingsprogramm von Jarno Trulli (24.) abbrechen musste und wenige Minuten vor Schluss auch noch Heikki Kovalainen (19./+4,231) verlor. "Meine Servolenkung ist ausgefallen", meldete der Finne am Boxenfunk. "Beinahe hätte ich einen Unfall gebaut!" Das deutet am ehesten auf einen hydraulischen Defekt hin - wieder einmal...

Yamamoto kämpft mit der Fitness

Der interessanteste Kandidat bei den neuen Teams war allerdings Sakon Yamamoto, der bei HRT zumindest an diesem Wochenende für Bruno Senna einspringen darf. Der Japaner lag phasenweise fast auf Augenhöhe mit seinem Stallgefährten Karun Chandhok, war letztendlich aber doch um deutlich mehr als eine Sekunde langsamer und wurde Vorletzter. Immerhin leistete er sich am Nachmittag 32 Runden lang keinen gröberen Patzer.

Ex-Formel-1-Pilot Anthony Davidson fiel auf: "Yamamoto lehnt seinen Kopf immer wieder an der Kopfstütze an. Wenn das schon im zweiten Freitagstraining passiert, ist es ein Zeichen dafür, dass er keine gute Nackenmuskulatur hat. Ohne Testfahrten kannst du die ja nicht richtig trainieren. Dann baust du Muskeln ab und das, was er hier erlebt, ist die logische Konsequenz." Schon in Hockenheim könnte aber wieder Senna übernehmen, wie man hört.

Die neue Streckenführung hat ihre Feuertaufe übrigens bestanden. Zwar sind nicht alle vom Arena-Komplex begeistert, aber die neue Abbey-Rechtskurve mit einer tückischen Bodenwelle ist eine fahrerische Herausforderung und die mittellange Gerade könnte für Überholmöglichkeiten sorgen. Ob auch die Red Bulls jemand überholen wird, ist nach der überzeugenden Vorstellung von heute aber mehr als fraglich...

Fotoquelle: xpb.cc


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