Norbert Haug zweifelt weiterhin nicht am Können von Michael Schumacher

Formel 1 2010

— 10.07.2010

Haug: Schumachers Leistung "sehr, sehr erfreulich"

Sportchef Norbert Haug nimmt Michael Schumacher in Schutz - Medienwirbel um eher harmloses Handzeichen zwischen den Teamkollegen

Michael Schumacher kassierte im heutigen Qualifying in Silverstone, dem zehnten der Saison, seine achte Niederlage im direkten Stallduell mit Nico Rosberg. Letzterer behielt diesmal um 0,805 Sekunden die Oberhand, womit der Abstand zwischen den beiden Mercedes-Piloten größer war als zwischen allen anderen Teamkollegen im Feld.

Natürlich spricht diese Tatsache nicht die ganze Wahrheit, denn in Q2 war Schumacher sogar noch um 0,063 Sekunden schneller gewesen als Rosberg, aber dass bei den Silberpfeilen rein nach Ergebnissen klare Verhältnisse herrschen, belegen praktisch alle Statistiken. Auch in Silverstone scheint dem siebenfachen Weltmeister die Wende nicht zu gelingen, obwohl Norbert Haug hofft: "Michael ist ein guter Starter. Ich denke, er kann sich morgen gut verbessern."

Haug verteidigt Schumacher

"In Q2 war er sehr stark, nämlich Fünfter", gibt der Mercedes-Sportchef zu Protokoll und erklärt: "In Q3 hatte er nur einen Versuch. Das birgt einfach die Gefahr, dass man einen kleinen Quersteher hat, was passiert ist. Seine Idealzeit sieht anders aus - er war in der Lage, in der Liga zu fahren, in der Nico war. Ich denke, das ist sehr, sehr erfreulich." Nachsatz: "Keiner von uns lässt sich da in irgendeiner Form kirre machen."

Beinahe wäre aber Schumacher selbst schon in Q1 kirre geworden, denn der 41-Jährige zog alles andere als souverän in die zweite Runde ein, belegte den 15. Platz und hatte nur 0,372 Sekunden Vorsprung auf den Cut (Jaime Alguersuari). In Q2 wirkte er dann souverän, aber in Q3 wurde er Zehnter und Letzter, geschlagen sogar von einem Williams und einem Sauber. "Ich denke, dass der Reifen nicht ganz die Stärke hatte, die ich vorher hatte", begründet Schumacher.

"Dennoch habe ich in der ersten Runde einen kleinen Fehler drin gehabt", gibt er zu. "Da dachte ich mir: Okay, jetzt machst du die Reifen nicht zu heiß und bringst sie noch mal zurück auf eine vernünftige Betriebstemperatur, um die letzte Runde zu attackieren, aber da kam einfach nicht viel mehr. Das bedeutet dann natürlich, dass man noch mehr pusht, noch mehr probiert - und sich im Endeffekt dann in irgendwelche Fehler hineinfährt."

Medienwirbel um harmloses Handzeichen

Solche Fehler können unter solchen Umständen natürlich auch einem siebenfachen Weltmeister passieren, was aber nicht passieren sollte, sind unhöfliche Handzeichen in Richtung des eigenen Teamkollegen. Doch als Schumacher am Freitag von Rosberg unabsichtlich aufgehalten wurde (Testfahrer Nick Heidfeld: "Nico wurde vom Team schlecht informiert"), streckte er prompt die Hand aus dem Cockpit, um seinem Ärger Luft zu machen.

Die Boulevardpresse stürzte sich natürlich auf diesen Zwischenfall und sprach davon, dass bei Mercedes "der Baum brennt", weil Schumacher Rosberg "mit der Faust" gedroht haben soll. Ganz so schlimm war es nicht: "Es war nicht die Faust, sondern ein Zeichen: 'Wo schaust du hin?'", relativiert 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer. "Eine unnötige Geste, meine ich, aber Michael hat sie gestern ungefähr drei oder vier Fahrern gezeigt - auch dem eigenen Teamkollegen."

Im Fahrerlager ist man sich einig: Bei jedem anderen Fahrer wäre eine solche Geste völlig normal, beim eigenen Teamkollegen sollte man sie sich aber verkneifen. Selbst Heidfeld ahnte sofort, dass die Szene für Ärger sorgen könnte, und wunderte sich sehr darüber, wie er im Interview mit 'Sky' zugab. Aber Schumacher wäre nicht Schumacher, wenn er nicht selbst genau wüsste, wo er die beste Antwort geben kann - nämlich auf der Rennstrecke...

Fotoquelle: xpb.cc


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