Enttäuscht: Sebastian Vettel wollte in Silverstone unbedingt gewinnen

Formel 1 2010

— 11.07.2010

Vettel: "Kein Trost, wenn man gewinnen kann"

Interview mit Sebastian Vettel: Wie es zum Reifenschaden kam, was er Adrian Sutil zu sagen hat und warum er über Platz sieben enttäuscht ist

Nach dem Zwangsboxenstopp in der ersten Runde war Sebastian Vettel mit fast eineinhalb Minuten Rückstand 24. und Letzter. Beinahe hätte er die Höchststrafe in Form einer Überrundung durch den Teamkollegen kassiert, doch das Safety-Car ersparte ihm nach den gestrigen Spannungen um den neuen Red-Bull-Frontflügel diese Demütigung. Dennoch ist er mit Platz sieben nach der Pole-Position natürlich alles andere als zufrieden.

Frage: "Sebastian, du hast heute gezeigt, wie in Silverstone das Überholen geht..."
Sebastian Vettel: "Gut, die Autos hinten sind natürlich ein bisschen langsamer, aber man hat gemerkt, es wird dann immer schwieriger. Was soll ich sagen? Wir hätten heute mit beiden Autos gewinnen können, nicht nur mit einem. Das hat nicht funktioniert."

Glück mit dem Safety-Car

"Nachdem ich den Plattfuß hatte, musste ich die ganze Runde zurückschleichen. Mitte des Rennens hat mich die Safety-Car-Phase Gott sei Dank wieder aufgefangen, aber das Auto war natürlich schon ein bisschen beschädigt und ich konnte nicht so fahren, wie ich es gerne gehabt hätte - wir haben doch ein bisschen Performance verloren. Nach der Safety-Car-Phase war es wenigstens noch ein bisschen amüsant."

Frage: "Wie ist es denn eigentlich zu dem Plattfuß gekommen?"
Vettel: "Keine Ahnung. Ich hatte nicht den besten Start - vielleicht haben wir uns ein bisschen vertan, was die Startperformance angeht. Ich habe glaube ich mit der Kupplung ein bisschen zu viel gewollt und bin dann mit Wheelspin relativ schlecht weggekommen. Als ich dann das erste Mal links eingelenkt habe, habe ich gemerkt, dass ich einen Plattfuß habe. Warum? Keine Ahnung."

Frage: "Hast du dich nach dem Start gefragt: 'Warum schon wieder?'"
Vettel: "Naja, viel denken tut man da nicht. Man begreift genauso schnell wie der Zuschauer - wenn nicht sogar ein bisschen schneller -, dass da nichts mehr geht. Wir haben dann natürlich sehr früh auf die harten Reifen gewechselt und auf eine Safety-Car-Phase gehofft. Die kam dann auch."

"Zum Ende hin hat man auch gesehen, dass wir ein bisschen schneller waren. Wir hatten aber durch den Plattfuß einen kleinen Schaden am Auto und dann ist es schwierig, mit dem Reifensatz, der schon das ganze Rennen gefahren hat, wie das warme Messer durch die Butter durch das Feld zu pflügen. Es hat ganz gut geklappt. Am Ende habe ich mich an Adrian ein bisschen festgefahren, aber ich kam schlussendlich doch vorbei. Ich weiß gar nicht, wievielter ich jetzt geworden bin, aber wenn man gewinnen kann, ist das kein Trost."

Frage: "Man konnte in der Zeitlupe sehen, dass dir Lewis Hamilton den Reifen aufgeschlitzt hat. Hast du das überhaupt gespürt?"
Vettel: "Tja, dann hat er ja diesmal geschafft, was ihm beim letzten Rennen in Valencia nicht gelungen ist! Ich weiß es nicht. Ich habe es nicht gespürt. Aus der Kurve raus habe ich gemerkt, irgendwas stimmt nicht, und beim erstmaligen Einlenken war klar, was das Problem ist."

Karosserie durch Reifen beschädigt

"Ich hatte dann eine große Strafe, weil ich die ganze Runde langsam zurückschleichen musste. Weil ein Stück von dem Reifen immer noch drauf war, habe ich das Auto beschädigt und wir haben ziemlich viel Aerodynamik verloren. Im Endeffekt haben wir noch ein paar Punkte gerettet, das war vielleicht das Wichtigste."

Frage: "Adrian Sutil hat sich beklagt, dass dein Manöver gegen ihn nicht fair war. Wie hast du diesen Zweikampf gesehen?"
Vettel: "Bei den anderen kam ich eigentlich relativ gut durch, aber bei Adrian habe ich mir ein bisschen schwer getan. Die Force Indias sind die schnellsten auf den Geraden, von daher konnte ich mich schlecht ansaugen. Die sind knapp zehn km/h schneller als wir."

"Ich habe es öfter mal aus den Kurven raus probiert, zum Beispiel aus Kurve elf raus, weil wir durch die Kurven elf und zwölf schneller sind als die meisten anderen Fahrzeuge. Zum Schluss wurde es dann ein bisschen eng, wir haben uns berührt. Ich habe es probiert, musste es probieren. Das war mit Sicherheit keine Absicht und er hat dadurch ja nicht allzu viel verloren. Viel mehr gibt es glaube ich nicht zu sagen."

Frage: "Mark Webber hat zu Christian Horner am Funk gesagt, dass das doch kein schlechter Job für eine Nummer zwei war. Wie kommt das bei dir an?"
Vettel: "Ich habe meine Meinung dazu. Die behalte ich lieber für mich."

Frage: "Wie eng wurde es am Start mit deinem Teamkollegen?"
Webber: "Er hatte einen besseren Start, daher zog ich klarerweise nach rechts, um die Position zu verteidigen, aber er war schon da. Das wusste ich, weil ich ihn im Rückspiegel sehen konnte. Ich wusste, dass er nicht stehen geblieben war. Er war also neben mir und es hätte keinen Sinn gemacht, etwas Dummes zu riskieren. Das Rennen wird nicht in der ersten Kurve entschieden. Schade, dass ich nicht gegen ihn fighten konnte, aber das Ergebnis ist gut für das Team. Ich freue mich für das Team."

Fotoquelle: xpb.cc


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