Der Jurist Adam Parr leitet als neuer Vorsitzender das Williams-Team

Formel 1 2010

— 12.07.2010

Williams will vorerst unabhängig bleiben

Das Williams-Team hält nichts davon, einen reichen Investor an Bord zu holen, könnte sich aber eine Partnerschaft mit einem Automobilhersteller vorstellen

Das Williams-Team hat in Silverstone bekannt gegeben, dass Firmengründer Frank Williams sein Amt als Vorstandsvorsitzender bereits im März zurückgelegt hat. Seine operativen Funktionen hat der bisherige Geschäftsführer Adam Parr übernommen, dessen Position nun wiederum vom bisherigen Betriebsdirektor Alex Burns bekleidet wird.

Klar ist, dass Williams (70) und sein Partner Patrick Head (64) damit die Zukunft des Teams absichern wollen, indem sie eine Nachfolgeregelung in die Wege leiten. Beide sind aber auch darauf bedacht, den Schritt nicht als Rücktritt zu sehen, sondern nur als Teilausstieg aus dem Tagesgeschäft. Williams bleibt Mehrheitseigentümer und hat damit in allen strategischen Belangen das letzte Wort. Auch an den Eigentümerverhältnissen soll sich mittelfristig nichts ändern.

Reicher Investor kein Thema

Williams und Head teilten sich die Anteile seit der Gründung im Jahr 1977 im Verhältnis 70:30. An diesem Verhältnis hat sich seither nichts geändert, allerdings kam im November 2009 der Österreicher Christian "Toto" Wolff als weiterer Minderheitsteilhaber an Bord. Einen reinen Investor möchte Williams aber nicht einbeziehen, denn: "Einen Teilhaber einzubringen, dessen Aufgabe es ist, das Team zu finanzieren, ist unserer Meinung nach kein nachhaltiges Modell", stellt Parr klar.

"Einen Motorenpartner oder Sponsor zu haben - fantastisch! Aber diese Firma wurde immer so geführt - und so soll es auch bleiben -, dass die Teilhaber das Team besitzen, es aber nicht finanzieren. Kann sein, dass sie von Zeit zu Zeit ihre Gewinne reinvestieren, aber es ist nicht nachhaltig, das zu haben, was viele unserer Mitbewerber pflegen, nämlich jemanden, der laufend das gesamte Budget oder erhebliche Teile davon finanziert", erläutert der Brite.

Denn: "Diese Parteien - sei es nun ein großer Automobilhersteller oder eine reiche Person - verlieren früher oder später ihr Interesse, aber dann hat das Team ein Problem. Daher ist unser Weg viel besser, mit Sponsoren und den Krümeln, die von Bernies Tisch runterfallen, das bestmögliche Budget aufzustellen und damit Rennen zu fahren. Das diktiert, was wir ausgeben können", gibt der gelernte Jurist Parr zu Protokoll.

Keine Einigung mit BMW

Die letzte realistische Gelegenheit, das Team zu verkaufen, hatten Williams und Head während der Partnerschaft mit BMW, ein Deal scheiterte damals aber an den unterschiedlichen Mentalitäten zwischen dem britischen und dem deutschen Flügel der Partnerschaft. Derzeit hält Williams nicht nach einem neuen Eigentümer Ausschau: "Eines Tages könnte ein Superpartner aufkreuzen, aber wir sind nicht aktiv auf der Suche. Wir sind unabhängig und genießen diese Unabhängigkeit", stellt Parr klar.

"Langfristig ist es das beste Modell für ein unabhängiges Formel-1-Team, eine Partnerschaft mit einem Automobilhersteller einzugehen, der die Motoren und ein bisschen Sponsoring liefern kann und Rennsport betreiben will", gibt er zu. "Frank und das Team hatten in der Vergangenheit fantastische Partnerschaften mit BMW, Honda und Renault. Ich glaube, das ist letztendlich das, was wir eines Tages wieder wollen."

Gerüchten zufolge könnte Volkswagen in Zukunft ein solcher Partner sein. Die von Ex-Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck beratenen Wolfsburger haben bereits Interesse an einem Einstieg in den Grand-Prix-Sport bekundet - für den Fall, dass 2013 wie geplant der Weltmotor eingeführt wird. Volkswagen könnte dann mit demselben Basismotor in der Formel 1 und anderen Rennserien an den Start gehen. Das macht aus wirtschaftlicher Sicht Sinn.

Fotoquelle: xpb.cc


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