Die Formel 1 soll in den USA ab 2012 endlich fest verankert werden

Formel 1 2010

— 13.07.2010

Formel 1 und USA: Acht Orte, kein Volltreffer

Die Formel 1 war bisher zu 62 Rennen auf acht verschiedenen Strecken in den USA zu Gast - In Austin will man endlich heimisch werden

Die Formel 1 hat in den USA zwar immer wieder ein Bein an den Boden bekommen, aber nie einen festen Stand erreicht. Das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" war für die Königsklasse bisher immer das Land des begrenzten Erfolges. Für Formel-1-Boss Bernie Ecclestone steht fest, dass dies am jeweils falschen Austragungsort lag. Ab 2012 soll der Grand Prix der USA in Austin/Texas stattfnden und dort auf Dauer heimisch werden.

In der texanischen Hauptstadt laufen die Vorbereitungen für das Debüt in zwei Jahren. Man hat ein passendes Gelände für den Streckenbau an der Hand, einzig die Finanzierung scheint noch nicht gesichert. Genau diese Tatsache lässt viele Beobachter am Projekt Austin zweifeln. Die Erinnerungen an die Luftschlösser aus Donington sind noch frisch.

62 Rennen hat die Formel 1 in den USA zwischen 1950 und 2007 absolviert. Dabei gastierte man an nicht weniger als acht unterschiedlichen Orten: von Motorsport-Hochburgen wie Indianapolis und Sebring bis hin zu exotischen Varianten wie dem Parkplatz des berühmten Casinos Ceasars Palace in Las Vegas. "Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass wir bisher immer an den falschen Orten waren", gibt Ecclestone in der texanischen Zeitung 'The Statesman' zu.

"Wir schauen schon eine Weile nach einer echten Heimat für die Formel 1, aber im Gegensatz zu anderen Ländern ist es uns in den USA bislang sehr schwer gefallen", erklärt der 79-jährige Formel-1-Macher. In Austin soll nun alles besser werden. Die Verantwortlichen vor Ort haben einen Vertrag über zehn Jahre abgeschlossen. Es herrscht in Texas die Überzeugung, dass man das große Formel-1-Projekt stemmen und schnell etablieren kann.

Genau das wollte man in Indianapolis, Sebring, Riverside, Watkins Glen, Long Beach, Detroit, Dallas, Las Vegas und Phoenix auch schaffen - aber es misslang. "Der Bürgermeister von Long Beach hat damals zu mir gesagt, die Formel 1 sei das gleiche, wie jedes Jahr die Ausrichtung des Superbowls", sagt Chris Pook, der für die Veranstaltung einiger US-Grands-Prix verantwortlich zeichnete. Auch dort die Parallelen: In Austin verglich man die Königsklasse ebenfalls sofort mit dem großen Finale der Football-Liga.

"Vorher wusste doch niemand, wo Long Beach liegt. Außer vielleicht, dass es irgendwo südlich von Los Angeles liegen müsste", meint Pook. "Damals war die Innenstadt regelrecht im Verfall begriffen. Man kaufte dann 1967 die Queen Mary als Zeichen des Neuanfangs." Das ehrwürdige ehemalige Kreuzfahrtschiff liegt noch heute im Hafen von Long Beach und hat sich mittlerweile zu einem Wahrzeichen gemausert. Auch bei Rennübertragungen war der Dampfer immer wieder ein beliebtes Bild.

Doch die insgesamt acht Jahre in Long Beach kamen den Veranstaltern teuer zu stehen. In jedem Jahr flossen allein acht Millionen Dollar (umgerechnet etwa 6,5 Millionen Euro) in die nötigen Vorbereitungen am Stadtkurs. "Wir mussten damals 300 bis 400 Dollar für die Tickets nehmen", sagt Pook. Anfangs war das Rennen ein voller Erfolg. Immerhin kamen teils bis zu 90.000 Zuschauer an den Kurs am Hafen. Aber der Erfolg hielt nur bis 1983.

Aus Sicht des erfahrenen Promoters hatte die Königsklasse in Watkins Glen die besten Chancen. Von 1961 bis 1980 war der Formel-1-Zirkus dort zu Gast. Doch nach 20 Grands Prix war auch auf der "The Glen" genannten Traditionsstrecke im Bundesstaat New York wieder Schluss. "Ein richtig schöner Kurs", meint Pook. "Die Leute haben aber dort nur gezeltet, keine Hotels gebucht. Die Tickets waren günstig, die Formel 1 aber gerade auf dem Weg zu einer elitären Sportart." Also passte auch Watkins Glen nicht mehr.

Fotoquelle: Ducati


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