Timo Glocks Virgin-Gastspiel verläuft bisher nicht wie eigentlich erhofft

Formel 1 2010

— 16.07.2010

Virgin möchte Glock unbedingt halten

Timo Glock steht bei Virgin hoch im Kurs, dennoch ist nicht sicher, ob er bleiben wird - Nick Wirth mit beiden Fahrern sehr zufrieden

Auch wenn Timo Glock bewusst war, dass er mit Virgin nicht von Anfang an um WM-Punkte kämpfen würde, so verlief die Saison für den Deutschen bisher doch enttäuschend. In zehn Rennen hat er nur viermal die Zielflagge gesehen - dreimal als 18., einmal als 19. Sein bester Startplatz war Rang 16 im Regen von Sepang.

Dass er sich nach der Möglichkeit sehnt, wieder um Podestplätze zu fighten, ist nicht verwunderlich. Virgin will Glock jedoch nicht einfach ziehen lassen: "Wir haben noch ein Jahr Vertrag mit Timo", wird Technikchef Nick Wirth von 'Autosport' zitiert. Gleichzeitig ist ihm aber klar, dass Verträge nicht immer eingehalten werden: "Es ist wie immer im Leben, dass letztendlich alle weitermachen wollen müssen, damit es klappt."

Glocks vielleicht größtes Problem ist, dass er zwar im Qualifyingduell gegen Lucas di Grassi mit 9:1 führt, aber die neuen Teams liegen dermaßen weit hinter dem Rest des Feldes zurück, dass das kaum jemand wirklich wahrnimmt. Dabei gibt es an seinen Leistungen nichts auszusetzen: "Wir haben großes Glück, dass ein Fahrer mit seinem Talent, seinem Können und seiner Erfahrung in einem solchen Alter zu uns kommt", weiß Wirth.

Nun habe es Virgin selbst in der Hand, den 28-Jährigen bei Laune zu halten: "Timo hat verstanden, dass wir ein neues Team sind, und er wollte Teil von einem Gefüge sein, das wächst und sich nach vorne entwickelt. Daher war das Silverstone-Wochenende so wichtig, denn das hat ihm hoffentlich gezeigt, was wir erreichen können", erklärt Wirth, aus dessen Designbüro für Silverstone erstmals ein großes Update geliefert wurde.

Dieses hat sich tatsächlich ausgewirkt, aber Virgin bleibt in der Hackordnung der Formel 1 unverändert Vorletzter. Außerdem dürfte es bei Glock nicht gut angekommen sein, dass er am Freitag fast ein komplettes Training wegen eines Benzinlecks verlor. Sollten also Teams wie Renault, Sauber oder Toro Rosso anklopfen, wenn es um 2011 geht, könnte der 46-fache Grand-Prix-Teilnehmer durchaus in Versuchung geraten, aus seinem Vertrag auszusteigen.

Eddie Jordan rät Glock jedenfalls zu einem Teamwechsel: "Von den neuen Teams bin ich enttäuscht. Das einzige Team, das ein wenig Potenzial zeigt, ist Lotus. Timo Glocks Zeit bei Virgin ist Verschwendung. Das war eindeutig eine falsche Entscheidung", schreibt der ehemalige Teamchef in seiner Kolumne für die 'Auto Bild motorsport'. Bekanntlich hätte Glock Ende 2009 auch bei Renault oder Sauber andocken können.

Zufrieden ist Wirth übrigens auch mit di Grassi, der derzeit noch mit einem schwereren Auto fahren muss als Glock: "Ich weiß, dass ich sehr voreingenommen bin, aber ich denke, er macht sich für einen Rookie gut, wenn man auf seine relative Performance schaut", so der Virgin-Mitentscheider. "Der Nachteil ist, dass Lucas natürlich ein bisschen schwerer ist als Timo. Das Gewicht ist für alle neuen Teams ein Problem, daher ist das ein Nachteil."

Fotoquelle: xpb.cc


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