Nigel Mansell stören einige Dinge an der aktuellen Formel 1

Formel 1 2010

— 16.07.2010

Mansell für Chancengleichheit in der Formel 1

Nigel Mansell kritisiert, dass die Technik in der Formel 1 einen zu großen Stellenwert hat und junge Piloten ohne Unterstützung kein Cockpit bekommen

Der frühere Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell ist der Ansicht, dass die Spezifikationen von Formel-1-Autos gleicher sein sollen, um Kosten zu sparen. "Es sollte nicht soviel wie im Moment kosten, um mitzufahren", sagt er und fügt hinzu, dass es besser wäre "ein Teilnehmerfeld zu haben, dass untereinander auf Augenhöhe ist und wo man nicht in dieser Höhe Geld in die Entwicklung neuer Technologien investiert."

Mansell glaubt auch, dass unnötige Technologie den Fahrern zu viel Arbeit abnimmt. "Ich würde es lieber sehen, wenn mehr Dinge von den Fahrern selbst, als von der Technik bewältigt werden", erklärt er und sieht das in diesem Jahr umgesetzte Nachtankverbot "als guten Schritt nach vorne", weil sich die Fahrer nun um den Benzinverbrauch kümmern müssen, was sich wiederum beim Reifenverschleiß bemerkbar macht. "Es wirkt sich etwas auf den Fahrstil aus."

Der Brite ist zudem der Meinung, dass die hohen Kosten der Formel 1 es auch dem Fan schwer machen, mit dem Sport verbunden zu sein. Laut dem offiziellen Wirtschaftsmagazin der Formel 1 'Formula Money' besteht zwischen dem Team mit dem höchsten (Ferrari) und dem niedrigsten Budget (HRT) ein Unterschied von rund 265 Millionen Euro. Mansell meint dazu: "Ich glaube, für einen Sportfan ist es ziemlich ernüchternd, wenn ein Team in einem Jahr rund um die Uhr fantastische Ergebnisse einfährt und im nächsten Jahr wegen dem Rückgang der Finanzmittel im Nirgendwo ist."

Diejenigen, die am meisten an den hohen Kosten der Formel 1 leiden, sind die Fahrer selbst. Normalerweise benötigt man heutzutage einen reichen Geldgeber, um ein Cockpit zu ergattern, oder man wird bereits in jungen Jahren entdeckt und gefördert, wie es McLaren bei Lewis Hamilton getan hat. "Die Leute behaupten, dass Lewis ein hartes Leben hatte, aber das sehe ich nicht so. Ich glaube nicht, dass er sein Haus und andere Dinge verkaufen musste, um Formel 1 zu fahren. Lewis hatte sehr viel Glück, aber daran ist nichts falsch", so Mansell.

Mansell selbst hatte im Gegensatz dazu "nie irgendwelche Sponsoren, nie die Unterstützung eines Herstellers und meine Karriere war nicht vorgezeichnet". Er glaubt, dass die Unterstützung auf jener Ebene, wie sie Hamilton und Sebastian Vettel bekommen haben, "die Dynamik verändern, wie man in die Formel 1 kommt". Dieser Trend könnte schwerwiegende Folgen haben, denn Mansell prophezeit, dass "es nur noch wenige ohne diese Unterstützung in die Formel 1 schaffen werden".

Mansell meint, dass seine eigenen Söhne Greg und Leo, die derzeit in der Formel Renault beziehungsweise in der Le Mans Series fahren, wahrscheinlich nicht in seine Fußstapfen in der Formel 1 treten werden. "Ich glaube nicht, dass sie die Möglichkeit haben werden. Man muss schon ganz früh unterstützt werden, jetzt bekommst du keine Unterstützung mehr", erklärt Mansell. Sein Rat an junge Piloten lautet: "Spielt Golf!" Dieser Sport ist seine zweite Liebe nach dem Motorsport. Auch wenn seine Söhne vielleicht niemals in der Formel 1 fahren, Mansell selbst schließt eine Rückkehr nicht aus: "Ich würde gerne wieder ein Formel-1-Auto fahren, das sind großartige Fahrzeuge."

Fotoquelle: xpb.cc


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