Dietrich Mateschitz will keine Bevorzugung für einen seiner Piloten

Formel 1 2010

— 19.07.2010

Mateschitz: "Natürlich mische ich mich ein"

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz über die teaminternen Streitereien und die freie Fahrt für Sebastian Vettel und Mark Webber: "Habe keine Präferenzen"

Nach heftigen Auseinandersetzungen um einen Frontflügel in Silverstone herrscht bei Red Bull nun wieder Ruhe. Mark Webber hat sich für seine bissigen Kommentare entschuldigt, das Team gestand ein, dass man einige Entscheidungen offener hätte kommunizieren sollen. Doch wie lange der Friede bei den Österreichern halten wird, ist derzeit äußerst ungewiss. Immerhin war der Flügelstreit bereits der zweite Disput des Jahres, nachdem Webber und Sebastian Vettel in Istanbul kollidiert waren.

"Ich habe da keine Präferenzen, jeder der beiden wäre mir gleich lieb", sagt Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz in der 'Kleinen Zeitung' und weist damit alle Gerüchte um eine angebliche Bevorzugung von Vettel noch einmal zurück. Der Österreicher will nur eines: Red Bull soll Weltmeister werden. Das teaminterne Duell werde wohl kaum zum Stolperstein werden. "Und wenn es passieren sollte, mein Gott, wir reden hier von Rennsport. Das Image von Blut, Schweiß und Tränen kommt doch nicht von ungefähr."

"Wir habe keine Nummer eins und keine Nummer zwei. Beide Piloten bekommen Autos auf dem völlig gleichen Stand. Das Problem mit dem neuen Flügel in Silverstone war die erste Ausnahme", erklärt Mateschitz. "Christian Horner hat eben gemeint, dass der neue Flügel dem Fahrverhalten von Vettel eher entgegenkommt", sagt der Unternehmenschef und widerspricht damit der ursprünglichen Aussage, Vettel habe den Flügel bekommen, weil er in der Weltmeisterschaft vorne liege.

"Die Sache wurde leider falsch kommuniziert, teamintern wie medial", gibt Mateschitz Fehler im Umgang mit der Situation zu. Red Bull stand vor einer ungewohnten Entscheidung, viele Teammitglieder redeten mit: Teamchef Horner, Technikchef Adrian Newey, Berater Helmut Marko, die Fahrer und Mateschitz selbst. "Natürlich mische ich mich ein. Das geht gar nicht anders. Aber das Alles wird viel mehr dramatisiert, als wirklich dahinter steckt", sagt der 66-Jährige.

"Die Box darf sich nicht einmischen, denn damit fangen die Probleme erst an", meint der Engerydrink-Baron aus Österreich. Mateschitz betont, dass es in Reihen der Techniker keine gespaltenen Lager gebe. "Fraktionen gibt es keine. Dass jeder der beiden Mannschaften ihr Pilot am Herzen liegt, ist aber klar. Sie schrauben für ihn, sie freuen sich mit ihm, sie leiden mit ihm", beschreibt der Red-Bull-Boss die Stimmung in den zwei Garagen des Teams.

Die Kommentare von Webber nach seinem Sieg in Silverstone ("Nicht schlecht für eine Nummer zwei, oder?") kamen im Team nicht gut an. Konsequenzen werden die Aussagen nicht haben. "Es war überflüssig. Aber auf der anderen Seite hat Mark nichts verbrochen", meint Mateschitz. "Natürlich war die Situation für Mark nicht angenehm, er ist dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Hier ist eine Bagatelle zum großen Problem gemacht worden. Wir haben zwei Piloten, die um die WM fahren. Eigentlich ein Luxusproblem, das viele Teams gerne hätten."

Das Team werde an der Gleichbehandlung der Fahrer festhalten. Eine Stallorder zugunsten von Vettel oder Webber werde es nicht geben. "Weil diese Philosophie nicht meinem Verständnis von Rennsport entspricht. Es gibt keinen programmierbaren Weltmeister. Unsere beiden Piloten wissen, dass Sie a) den anderen schlagen müssen und b) sich dennoch gegenseitig brauchen, um der Konkurrenz möglichst viele Punkte wegzunehmen."

Fotoquelle: xpb.cc


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