Ecclestone und seine Tochter Tamara sind unter die Gastronome gegangen

Formel 1 2010

— 19.07.2010

Ecclestone: Fish & Chips und Vertragsgespräche

Warum Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gemeinsam mit seiner Tochter Tamara unter die Gastronome geht: ein Pub als zweites Büro

Es hat den Anschein, als würde Bernie Ecclestone mit zunehmendem Alter immer seltsamer. Anfang des Jahres bot er beispielsweise unerklärlicherweise um den maroden Autohersteller Saab mit. Allerdings haben bei Ecclestone viele seltsam anmutende Aktionen einen ernsten Hintergrund. Im Falle von Saab ging es dem 79-Jährigen beispielsweise darum, dem neuen Renault-Teilhaber Gerard Lopez eine entsprechende Bühne zu verschaffen. Lopez und Ecclestone hatten ein gemeinsames Gebot für Saab abgegeben.

Noch seltsamer mutet es an, dass Ecclestone nun einen Fish&Chips-Imbiss eröffnen möchte. Doch auch hierbei verfolgt der Brite offenbar ganz andere Ziele. Im Mai vergangenen Jahres hatte Ecclestone-Tochter Tamara rund 20 Millionen Euro in den Kauf des "Swag and Tails" investiert. Ihr Vater besucht diesen Pub seit vielen Jahren, mit der früheren Betreiberin Annemaria Boomer verbindet ihn eine Freundschaft. Nachdem deren Pachtvertrag ausgelaufen war, wollte Tamara Ecclestone den Betrieb aufrecht erhalten.

Der Pub liegt nur wenige Meter vom Ecclestone'schen Anwesen am Hydepark entfernt, das er nach seiner Trennung von seiner Ex-Ehefrau nun mit seiner 30-jährigen Freundin Fabiana Flosi bewohnt. Für Ecclestone war immer der Platz am Eingang reserviert, damit er einen Blick darauf hatte, wer kommt und wer geht. Im Pub waren bisher stets wohlsituierte Bänker und Broker zu Gast, beim Essen machte man munter Geschäfte.

Doch dies geht derzeit nicht. Anwohner haben sich erfolgreich gegen die Weiterführung des Pubs durch Tamara Ecclestone gewehrt. Der Formel-1-Boss muss seine Mittagspause seither in einem Cafe über dem örtlichen Armani-Store verbringen. Seiner Tochter steht er allerdings mit aller Kraft zur Seite, wenn es um die Erweiterung und Wiedereröffnung des "Swag and Tails" geht. "Die Anwohner sollen aufpassen, was sie da sagen", mault Ecclestone.

"Anwohner sind nie mit irgendetwas zufrieden, aber wir schaffen es sicherlich", so der 79-Jährige kämpferisch. "Wir machen jetzt einfach einen Fish&Chips-Imbiss daraus. Wir haben die Konzessionen für ein Restaurant und einen Pub. Es werden bestimmt viele Leute kommen." Warum Ecclestone ein solch großes Interesse an der Gastronomie hat? Es geht ausnahmsweise weniger um die Einnahmen aus dem Betrieb, sondern vielmehr darum, einen passenden Ort für wichtige Verhandlungen zu haben.

Schon in den 1980er-Jahren, als Ecclestone Betreiber des Brabham-Teams war, hat der damalige Teamboss seine wichtigen Besprechungen mit Gordon Murray und Herbie Blash im Pub abgehalten. In der Kneipe namens "The Star" soll Ecclestone damals den australischen Premierminister John Bannon derart erfolgreich bearbeitet haben, sodass dem ersten Grand Prix in Australien 1985 plötzlich nichts mehr im Wege stand. Mit dem neuen "Swag and Tails" will Ecclestone an diese erfolgreiche Tradition anknüpfen.

Fotoquelle: xpb.cc


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