Beim neuen Diffusor schaut der Auspuff nicht nach oben, sondern nach unten

Formel 1 2010

— 21.07.2010

Updates: Mercedes rüstet für das Heimspiel

Mit einem neuen Diffusor und einem neuen F-Schacht-Heckflügel möchte Michael Schumacher in Hockenheim auf das Podium fahren

Zum ersten Mal seit dem Nürburgring 1954 treten wieder Werks-Silberpfeile bei einem Formel-1-Grand Prix auf deutschem Boden an. Damals gab es durch Juan Manuel Fangio im legendären W196 sogar einen Heimsieg für die Stuttgarter Nobelmarke. Eine Wiederholung dieses Triumphs erscheint diesmal unwahrscheinlich, aber Mercedes lässt zumindest nichts unversucht, um den Anschluss zur Spitze zu finden.

Vor allem im Bereich des auspuffangeströmten Diffusors und des F-Schachts könnte es dank technischer Neuerungen Fortschritte geben: "Wir haben für Hockenheim neue Versionen beider Systeme", bestätigt Teamchef Ross Brawn. "Natürlich hoffen wir, dass diese funktionieren werden. Diesbezüglich sind wir ermutigt, aber wir haben am Beispiel McLaren auch gesehen, dass es nicht immer ganz einfach ist."

Mehr Gas, mehr Anpressdruck

Der frühere Mercedes-Partner wollte den auspuffangeströmten Diffusor eigentlich in Silverstone einführen, musste das Experiment jedoch am Freitagabend beenden. Mercedes fährt schon seit Valencia mit der ersten Stufe des ursprünglich von Red Bull konzipierten Systems, das vom Prinzip her ganz einfach ist: Steigt der Fahrer aufs Gas, strömen die Abgase aus dem Auspuff schneller auf den Diffusor, der dadurch mehr Anpressdruck generiert.

Das klingt banal, ist in Wahrheit aber sehr komplex, weil die Hitzeentwicklung das Kohlefasermaterial naturgemäß in Mitleidenschaft zieht. Also müssen die Teams effektive Hitzeschilder entwickeln, um Zuverlässigkeitsrisiken zu minimieren. Beim F-Schacht setzte Mercedes bisher nicht auf einen vom Fahrer bedienten, sondern auf einen automatisch ausgelösten Strömungsabriss am Heckflügel. Was für Hockenheim verändert wurde, entzieht sich unserer Kenntnis.

"Wir haben wie bei fast allen Rennen wieder Updates dabei", freut sich Michael Schumacher schon auf die neuen Komponenten. Der 41-Jährige kam bisher noch nicht wie gewünscht mit der Formel-1-Generation 2010 zurecht und schöpft durch die Änderungen neue Hoffnung - gerade beim Heimrennen: "Speziell hier in Hockenheim haben wir noch mal sehr intensiv und sehr gut gearbeitet. Natürlich hoffen wir, dass wir das in Resultate umsetzen können."

Schumacher glaubt an Steigerung

"Ich bin da recht zuversichtlich, denn in den letzten beiden Rennen sind sehr viele Dinge verstanden worden, wo wir Fehler gemacht haben oder wo es Missverständnisse gegeben hat", sagt er in Anspielung auf die teilweise unglücklich verlaufenen Rennwochenenden in Montréal, Valencia und Silverstone. "Das haben wir glaube ich alles gut aussortiert. Jetzt fahren wir nach Hockenheim, um hoffentlich - wenn es ganz gut läuft - auf dem Podium zu stehen."

Schumacher erwartet einen Zweikampf zwischen Red Bull und McLaren, warnt aber auch vor seinem ehemaligen Arbeitgeber: "Man darf Ferrari nicht vergessen. Die waren in Silverstone sehr stark, konnten es aber im Rennen - aus welchen Gründen auch immer - nicht umsetzen", glaubt der Mercedes-Pilot - und er muss es eigentlich wissen: 2006 war Schumacher der bisher letzte Ferrari-Sieger in Hockenheim...

Fotoquelle: xpb.cc


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