Bernie Ecclestone: "Gibt es einmal kein Feuer, zünden wir selbst eines an"

Formel 1 2010

— 21.07.2010

Ecclestone outet sich als Brandstifter

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gibt zu, gerne Streits zu provozieren und vergleicht seine Herzoperation mit einem Zahnarztbesuch

Die Formel 1 ohne Bernie Ecclestone ist kaum vorstellbar. Der Brite war von Anfang an dabei. Schon beim ersten Rennen der Geschichte 1950 in Silverstone war er unter den Zuschauern. Er selbst fuhr im Rahmen des Wochenendes bei einem Formel-3-Rennen mit. 60 Jahre später ist der uneingeschränkte Herrscher und hat mit der Formel 1 ein geschätztes Vermögen von rund drei Milliarden Euro angehäuft.Trotzdem hat der 80-Jährige noch lange nicht genug vom Rennzirkus.

Geld ist schon längst nicht mehr der Grund, warum Ecclestone nach wie vor selbst die Geschäfte leitet. "Probleme in der Formel 1 zu lösen und das Glücksgefühl, wenn man etwas erreicht hat" sind laut ihm die Dinge, die ihn antreiben, wie er 'thisislondon.co.uk' verriet. Aufhören würde er erst, "wenn ich nicht das tun kann, was ich tun möchte". Erst vor kurzem erreichte er wieder ein Ziel, nämlich das Formel-1-Comeback in den USA in Austin. "Die Sache mit Texas hat mich glücklich gemacht."

Geht es um die globale Ausweitung der Formel 1, hat Ecclestone zwei Orte anvisiert. "Wir sollten unsere Anstrengungen erhöhen, um nach Russland zu kommen und wir müssen über Afrika nachdenken." Woran Ecclestone anscheinend Spaß gefunden hat, ist die Dauerfehde mit der Teamvereinigung FOTA, wenngleich er betont, dass "ich nicht auf Kollisionskurs mit der FOTA bin, die sind untereinander auf Kollisionskurs. Gegner werden nie miteinander können, zwölf Rennteams werden nie der selben Meinung sein."

Derzeit brennt der Streit zwischen der FOTA und Ecclestone bezüglich der Werbeflächen. Demnach sollen die Teams in Zukunft ihre eigenen Sponsoren nicht mehr in der eigenen Box präsentieren dürfen. In Silverstone gab es diesbezüglich bereits einen Aufruhr. Der Brite sieht die Angelegenheit naturgemäß gelassen: "Die Teams haben ihre Werbeschilder auf unserem Eigentum angebracht. Ich habe ihnen erklärt, das ist in Ordnung wenn wir dafür unsere Aufkleber auf ihren Autos anbringen dürfen."

Und sollte nicht gerade wie ihm aktuellen Fall ein Streit im Gange sein, zündelt Ecclestone auch gerne selbst. "Ich erledige gerne Dinge und sehe mich selbst als eine Art Feuerwehrmann. Davon werde ich nicht müde. Und gibt es einmal kein Feuer, zünden wir selbst eines an." Dass er dadurch in der Vergangenheit auch oft unnötig für Aufruhr gesorgt hat, ist ihm egal, denn "gestern ist vorbei, mich interessiert nur was heute und morgen passiert".

Bypass-Operation war wie Zahnarztbesuch

Zwar kursieren Gerüchte, sein Freund Flavio Briatore könnte in Zukunft einige Agenden übernehmen, doch Ecclestone will weder aufgrund seines Alters noch aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Dies hat er auch nicht 1999 getan, als er einen dreifachen Bypass erhielt. Der Brite spielt diese Herzoperation herunter. "Diese Art von Eingriffen sind wie ein Besuch beim Zahnarzt. Ich war überhaupt nicht besorgt. Warum sollte ich auch."

Ganz ohne Scheu erzählt er, wie er sich den Ratschlägen der Ärzte widersetzte, denn eigentlich hätte er drei Monate lang nicht Autofahren dürfen. "Ich bin lediglich zehn Tage nicht gefahren." Auch, wie es zur Operation kam ist typisch Ecclestone: "Ich rief den Arzt an und fragte ihn, ob er am Mittwoch schon verplant sei. Das war's. Alles klappte gut, auch wenn ich erneut kommen musste, weil sie mich nochmal zunähen mussten. Aber zwei Wochen später war ich wieder im Büro."

Fotoquelle: xpb.cc


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