Rubens Barrichello fühlt sich beim Williams-Team offensichtlich pudelwohl

Formel 1 2010

— 22.07.2010

Williams: Der Windkanal als Schlüssel

Auf Hinweis von Rubens Barrichello hat sich die Kommunikation zwischen Fahrern und Windkanal-Team bei Williams verbessert: Resultate seit einiger Zeit sichtbar

Rubens Barrichello ist für Williams Gold wert. Der erfahrene Formel-1-Veteran liefert nicht nur im Cockpit überzeugende Arbeit ab, sondern er bringt das Team auch in anderen Bereichen voran. Jüngstes Beispiel ist die Arbeit im Windkanal. Dem Brasilianer war aufgefallen, dass man bei der Interpretation der Daten aus der Anlage durchaus neue Wege gehen könnte. Das Team folgte den Hinweisen des Neuzugangs und wurde mit guten Entwicklunsgschritten belohnt.

"Unser Windkanal hat immer genau das bestätigt, was wir erwartet haben. Aber das ist nicht zwangsläufig immer das beste Resultat", schildert Barrichello vor dem Grand Prix in Hockenheim. Er habe am Fahrzeug gespürt, dass sich bei der Interpreation der Arbeit im Windkanal etwas ändern müsse. "Mit dem Windkanal kannst du Abtrieb auf der Geraden simulieren, aber heutzutage muss man auch die Werte bei Kurvenfahrten kennen. Die Übersetzung der Ergebnisse macht die Fortschritte aus."

Bei Williams ist man von den Hinweisen des Formel-1-Rekordstarters begeistert, der Vertrag soll auf jeden Fall verlängert werden. Barrichello will seinen Beitrag zur Verbesserung des Teams nicht an die große Glocke hängen. "Man kann nicht in ein neues Team kommen, auf den Tisch hauen und sagen, wo es lang geht. Diese Windkanäle sind unterschiedlich. Nur weil man vielleicht mit Ferrari und Brawn gewonnen hat, weiß man noch nichts. Es muss sich alles langsam finden, bis alles gut passt."

Beim britischen Traditionsteam hatte man sich lange Zeit auf die Aussagen der Techniker im Windkanal verlassen, in Schanghai brachte man ein Update, das nicht funktionierte. "Es ist egal, ob ein Teil im Windkanal bessere Daten erzeugt. Wichtig ist, dass die Fahrer auf der Strecke damit schneller sind", stellt Barrichello klar. "Jetzt hören die Jungs etwas mehr auf das, was wir Piloten sagen. Wir arbeiten daran. Erste Erfolge kann man daran ablesen, dass wir seit Istanbul konstante Fortschritte machen."

Ob der FW32 nun dauerhaft für viele Punkte gut ist, darüber ist man sich im Team noch nicht im Klaren. "Silverstone war allein schon wegen der Bodenwellen in diesem Jahr nicht sonderlich aussagekräftig", meint der brasilianische Pilot. "Man darf nicht ausflippen, nur weil der Wagen auf einer einzigen Strecke mal richtig gut lief. Es muss auf verschiedenen Pisten funktionieren. Silverstone, Hockenheim und Budapest sind drei sehr unterschiedliche Strecken. Das wird ein guter Test."

In Hockenheim ziele man den Einzug in Q3 und auf viele Punkte ab. "Ziel ist es aber auch, in diesem Jahr noch auf das Podium zu fahren." Realistisch betrachtet sei man in Valencia auf dem Niveau von "Platz sieben oder acht" gefahren, in Silverstone wäre man Sechster geworden, wenn Fernando Alonso seine Strafe nicht kassiert hätte. "Es geht voran, es ist okay. Aber wir haben das Auto immer noch nicht so, wie wir es gerne hätten."

"Eigentlich hatten wir uns schon nach den Wintertests in einer solch guten Position erwartet, aber die Tests haben in diesem Jahr nicht das wahre Bild gezeigt", sagt Barrichello. Das Team habe daher eine große Aufholjagd starten müssen, die bis heute anhält. "Es gibt hier wieder neue Kleinigkeiten", macht sich das Formel-1-Urgestein Hoffnung für Hockenheim. "Ich komme immer gern hierher. Hier habe ich schon damals in den Formelserien tolle Zeiten erlebt." Vor genau zehn Jahren feierte der 38-Jährige an gleicher Stelle seinen ersten Grand-Prix-Sieg.

"Natürlich nutzt man diese Erinnerungen, um positiv gestimmt in ein Wochenende zu gehen. Aber eigentlich startet man immer wieder bei null", sagt der Williams-Fahrer. "Ich denke eher daran, dass unser Auto nun besser ist und daran, dass ich mit einem guten Setup an die tolle Leistung von Silverstone anschließen kann." Vor allem der gut funktionierende F-Schacht des Teams sollte Barrichello und Hülkenberg helfen können.

"Die Strecke ist etwas ähnlich wie in Barcelona. Hier hast du auch eine lange Gerade, wo du möglichst wenig Widerstand haben willst. Aber wenn du die Flügel zu flach stellst, dann verlierst du im Motodrom schnell mal drei Zehntelsekunden. Man muss hier auch in langsamen Ecken gut sein. Der F-Schacht hilft uns dann schon über die Geraden", meint der 38-Jährige.

Auf seine mögliche - und sehr wahrscheinliche - Vertragsverlängerung bei Williams angesprochen, fügt er an: "Ich habe mehr Spaß als jemals zuvor. Ich habe mich bei Williams auch nicht wegen meiner Erfahrung ins Spiel gebracht - die gibt es umsonst dazu. Es war mein Enthusiasmus, der ausschlaggebend war. Ich habe mit der Zeit gelernt, die positiven Dinge in den Vordergrund zu rücken."

Fotoquelle: Williams


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