Niki Lauda übt scharfe Kritik am Verhalten von Ferrari in Hockenheim

Formel 1 2010

— 25.07.2010

Kritik an milder Strafe gegen Ferrari

Im Vergleich zu Österreich 2002 kam Ferrari in Hockenheim mit einem Zehntel der Strafe davon, was einige Formel-1-Experten sehr ärgert

Als ausgerechnet der heutige FIA-Präsident Jean Todt 2002 in Österreich mit den legendären Worten "Let Michael pass for the Championship" die bis heute wohl berühmteste Stallorder der Formel-1-Geschichte angeordnet hat, wurde Ferrari mit einer Geldstrafe in der Höhe von einer Million US-Dollar bestraft.

Damals ließ Rubens Barrichello seinen Teamkollegen Michael Schumacher auf den letzten Metern überholen. Schumacher verzichtete unter Buhrufen des Publikums darauf, auf das mittlere Treppchen zu steigen, und bat stattdessen den moralischen Sieger dorthin. Das ermöglichte der FIA, eine Geldstrafe wegen eines Verstoßes gegen das Protokoll bei der Siegerehrung auszusprechen. Außerdem trat später die Regel in Kraft, dass Stallorder verboten ist.

Klare Worte von Jordan und Lauda

Die Tatsache, dass die vier Rennkommissare in Hockenheim zunächst nur ein Zehntel der damaligen Strafe ausgesprochen haben, sorgt bei einigen Experten für Kopfschütteln: "100.000 Dollar Strafe sind nicht viel, denn für Ferrari ist das nicht viel Geld", wundert sich Eddie Jordan im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. Allerdings sei hinzugefügt, dass heute auch entschieden wurde, den Fall durch den Motorsport-Weltrat der FIA weiter untersuchen zu lassen.

Aber: "Es gibt keinen offiziellen Protest und der Weltrat wird es schwer haben, die Strafe zu ändern", vermutet Jordan. "Ich glaube, in Paris geht es nur darum, eventuell die Regeln zu ändern. Vielleicht gibt es auch eine Richtlinie an die Teams, um so etwas in Zukunft besser handhaben zu können." Das sei im Interesse des Sports, denn: "Stallorder ist vom Reglement her nicht erlaubt, aber alle wissen, dass das eine Stallorder war!"

Besonders emotionsgeladen beurteilt Niki Lauda den Stallorder-Skandal beim Grand Prix von Deutschland: "So einen Betrug am Publikum und an den Zuschauern zu Hause habe ich noch nicht erlebt. Teamorder ist verboten. Ich bin gespannt, wie die FIA reagieren wird. Todt ist der Präsident, ein ehemaliger Ferrari-Mann. Ich bin gespannt, wie er entscheidet, denn so etwas darf man nicht durchgehen lassen!"

Wie im richtigen Leben...

Alexander Wurz empfindet die 100.000-Dollar-Strafe "nicht als Verhöhnung", sondern als "ersten Schritt. Es war so offensichtlich, dass es ein Blinder mit Gehstock sieht. Dementsprechend gehört das bestraft und verfolgt und von der FIA ganz genau aufgeklärt." Aber selbst er hat seine Zweifel an der Angemessenheit: "Das ist eine Erstbestrafung, die im Verhältnis zu einer 100-Millionen-Strafe für McLaren damals absolut gering ist."

"Die Schwierigkeit für die FIA ist, die Beweise zu finden, um ein legales und rechtskräftiges Urteil zu fällen", so Wurz gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Das ist bei strafrechtlichen Fällen im normalen Leben ja auch oft so, dass man zwar weiß, wer schuldig ist, aber die Schwierigkeit ist, die richtigen Beweise zu finden. Für mich ist es aus dem Bauch heraus eine ganz klare Entscheidung, aber nicht, wenn einem die Beweise fehlen, um die versteckte Stallorder zu beweisen."

Fotoquelle: xpb.cc


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