Darf Felipe Massa in Ungarn im Zweifel vor Fernando Alonso bleiben?

Formel 1 2010

— 27.07.2010

Ferrari-Piloten gehen zur Tagesordnung über

Fernando Alonso und Felipe Massa verlieren auf ihrem Weg in Richtung Ungarn kein Wort über Stallregie und Platztausch in Hockenheim: Business as usual

Während alle Welt über die Teamorder von Ferrari in Hockenheim diskutiert, bereiten sich die Roten auf den nächsten Auftritt vor. Man genießt den Doppelerfolg und will in Budapest an die starke Leistung anknüpfen. Man habe am vergangenen Wochenende ein tolles Teamergebnis gefeiert und der Welt bewiesen, dass der Ferrari F10 den Schritt an die Spitze geschafft habe - darum geht es in Maranello.

"Alle Siege sind besonders", meint Alonso auf der Ferrari-Homepage und tut so, als wäre nichts gewesen. "Siegen ist immer toll, so war es auch in Hockenheim. Erst recht, wenn ich daran denke, wie hoch die Arbeitsbelastung bei den Jungs in Maranello war, um diesen Doppelsieg überhaupt erreichen zu können. Keiner hat aufgegeben und ich weiß, wie glücklich alle sind, dass wir mit unseren zwei Ferraris alle Konkurrenten hinter uns lassen konnten."

"Seit über einem Monat hatten wir davon gesprochen, dass wir vor der Sommerpause noch ganz oben stehen wollen. Wir haben es geschafft", sagt der Spanier und erinnert noch einmal daran, dass man in den Wochen zuvor viel Pech hatte. "Es gab leichte Frustration deswegen. In Deutschland hatten wir wenigstens mal wieder ein normales Rennen ohne Probleme. Und das kann man dann auch am Resultat ablesen."

Alonso sieht sich auf WM-Kurs

"Dieser Sieg ändert nicht viel an der Herangehensweise für die restliche Saison. Wir wussten schon vor Hockenheim, dass unser Auto sehr konkurrenzfähig ist. Das hat mich immer so zuversichtlich gestimmt", blickt Alonso noch einmal zurück. "Jetzt müssen wir weiter in diese Richtung gehen, jetzt schon am Wochenende in Budapest. Der Hungaroring ist eine ganz spezielle Strecke für mich."

"Dort habe ich 2003 meinen allerersten Formel-1-Sieg geholt, im vergangenen Jahr war ich auf der Pole-Position", meint der Asturier. "Ich kann mich an diesen 24. August vor sieben Jahren kaum noch erinnern, denn es war so emotional. Ich hatte das Gefühl, dass alles so furchtbar schnell ablief. Ich wäre sehr glücklich, wenn ich solche Gefühle am kommenden Wochenende am Steuer des Ferrari haben dürfte."

"Es ist eine Kartstrecke für Formel-1-Autos", charakterisiert Alonso die enge Strecke von Ungarn. "Es folgt Kurve auf Kurve, es gibt keine Zeit zum Durchatmen. Das Auto muss gut auf den Bodenwellen liegen und beim Überfahren der Randsteine. Physisch und psychisch ist es anstrengend. Es ist wichtig, dass man geduldig ist und nichts erzwingen will. Sonst wird man eventuell heftig bestraft, vor allem im Qualifying."

Massa will Streckenposten danken

"Man muss fokussiert sein und sich um die Arbeit kümmern, um ein perfektes Wochenende haben zu können. Schritt für Schritt muss man es angehen", sagt der zweimalige Formel-1-Weltmeister. "Das ist unser Plan. Ich habe es schon oft zuvor gesagt: Die Meisterschaft ist noch sehr lang und zusammengerechnet wird erst am Ende", erneuert Alonso seine Kampfsage mit Blick auf den möglichen Titelgewinn.

Felipe Massa kann den Traum vom Weltmeistertitel spätestens seit dem vergangenen Wochenende für mindestens ein weiteres Jahr abhaken. Der Brasilianer ist raus aus dem Fight an der Spitze. "Natürlich wird es besonders für mich, wieder nach Budapest zu kommen", erklärt die Nummer zwei im Team mit Blick auf seinen Unfall im vergangenen Jahr im Qualifying. Massa war von einer Stahlfeder getroffen und am Kopf verletzt worden - die Saison war gelaufen.

"Ich werde nach meienr Ankunft erstmal zu den Streckenposten un dem medizinischen Personal gehen, die einen tollen Job gemacht haben", kündigt Massa an. "Ich möchte mich bei denen bedanken. Es verbindet mich ein spezielles Gefühl mit denen. Ich war eine Woche im Krankenhaus und habe all die gut kennengelernt, die sich um mich gekümmert haben. Seit dieser unglücklichen Geschichte habe ich bestimmt mehr Fans in Ungarn."

Bisher viel Pech in Ungarn

"Ich werde immer wieder gefragt, ob ich der Alte wäre. Ich kann nur sagen: Ja, es hat sich bezüglich meines Jobs nichts geändert. Als Mensch habe ich mich schon verändert", sagt Massa. Er erklärt: "Ich erkenne den Wert des Lebens ganz anders an, bin für Kleinigkeiten viel dankbarer. Bezüglich der Gesundheit nehme ich nichts als selbstverständlich hin. Ich weiß außerdem viel mehr, was das Leben auch für andere bedeutet. Als Mensch bin ich erwachsener geworden. Im Cockpit aber schließe ich mein Visier und denke nicht mehr an den Unfall."

Über den gestohlenen Sieg von Hockenheim spricht Massa kein einziges Wort. "Alle, die sich gefragt haben, wo wir den F10 verbessert haben, die haben in Hockenheim die Antwort erhalten. Aber wir ruhen uns nun nicht aus. Es kommen neue Updates. Die Ergebnisse aus Deutschland waren noch mehr Antrieb für die weitere Verbesserung des Autos. Rennen für Rennen soll es weiter voran gehen."

Er sei auch aufgrund anderer Tatsachen für das kommende Wochenende optimistisch. "Bridgestone bringt die mittelharten und superweichen Reifen mit. Diese Pneus passen besonders gut zum F10", meint Massa. "Wir werden vielleicht wieder sehr konkurrenzfähig sein. Wir haben gesehen, dass die Leistungen der Teams oft auf unterschiedlichen Strecken variieren. In Ungarn war ich nie erfolgreich, aber das lag eher an den Umständen. Ich fahre dort immer gerne. 2008 habe ich 60 Runden geführt, ehe dann der Motor platzte. Es gibt reichlich Gründe, warum ich mich auf die Tage in Budapest freue."

Fotoquelle: xpb.cc


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