Sebastian Vettel fuhr am Vormittag in Budapest die schnellste Runde

Formel 1 2010

— 30.07.2010

Auftakt: Red Bull nimmt Konkurrenz auf die Hörner

Sebastian Vettel und Mark Webber fahren im ersten Freien Training in Ungarn in einer eigenen Liga: Ferrari, Mercedes und Co. nur Mittelmaß

Red Bull dominiert den Rest der Formel-1-Welt. Das war das Motto des ersten Freien Trainings am Freitag auf dem Hungaroring nahe Budapest. Unter einem anfangs noch recht wolkigen Himmel strahlten Sebastian Vettel und Mark Webber mit Toprundenzeiten, die Konkurrenz blieb deutlich im Schatten. Am Ende der ersten Session hatte das Red-Bull-Duo einen satten Vorsprung von einer Sekunde auf die versammelte Konkurrenz.

Bei sommerlichen Temperaturen und harmloser Bewölkung in Ungarn nahmen die Piloten nur langsam Schwung auf. Viele Fahrer warteten mindestens 20 Minuten in der Box ab, andere kamen nach nur einer Installtionsrunde schnell wieder in die Garage. Die Strecke war noch schmutzig, rutschig, Setuparbeit daher so gut wie unmöglich. Auch die Temperaturen kletterten zu Beginn rapide.

Als dann endlich der Fahrbetrieb aufgenommen wurde, war ganz schnell klar, dass Red Bull bestimmt, wo in Budapest am Freitag der Hammer hängt. Mark Weber knallte schnell einige schnelle Runden auf die enge und kurvige Bahn. Der Abstand des Australiers war enorm. Nur Teamkollege Sebastian Vettel konnte mithalten. Die beiden "Bullen" wechselten sich an der Spitze einige Male ab.

Red Bull: Da geht noch mehr

Letztlich behielt Vettel mit seinem Umlauf in 1:20.976 Minuten die Oberhand. Der deutsche hätte seine Zeit im letzten Umlauf sogar noch verbessern können, doch der Heppenheimer rutschte im letzten Sektor leicht aus und warf eine mögliche Verbesserung weg. Auch so ist der Abstand auf Webber von 0,130 Sekunden recht deutlich. Der Australier legte es allerdings zum Schluss nicht mehr auf Verbesserungen an.

Die Konkurrenz dürfte angesichts des Speeds der "Bullen" staunen. Ferrari, McLaren, Mercedes, Sauber und Renault bewegten sich am Freitagvormittag allesamt in etwa auf dem gleichen Niveau. All diese Mannschaften hatten allerdings eine Sekunde Rückstand auf Vettel und Webber. Schnellster Verfolger war letztlich Robert Kubica, der seinen Renault in 1:22.072 auf Rang drei fuhr.

Der Pole zeigte einmal mehr, wer Chef im Hause Renault ist. Teamkollege Vitaly Petrov hatte Probleme mit seinem R30, rutschte immer wieder weit aus den Kurven. Bei der Zufahrt auf die Start-Ziel-Geraden verlor der Russe plötzlich das Heck und drehte sich. Allerdings schlug Petrov nirgends an und konnte weiterfahren. Dennoch: mit 1,2 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen muss sich der Rookie etwas einfallen lassen.

McLaren nutzte das erste Training, um eine verbesserte Version des angeblasenen Diffusors zu testen. Der Fortschritt scheint nicht gerade gewaltig auszufallen. Weltmeister Jenson Button (4./+1,448) hielt zwar halbwegs mit, aber Lewis Hamilton (18./+3,099) stand lange Zeit in der Box und konnte insgesamt nur verhältnismäßig wenige Runden drehen. Offenbar muss man bei McLaren noch einige Dinge aussortieren.

Williams und Sauber auf Ferrari-Niveau?

Dem Williams scheint der enge Kurs in Ungarn recht gut zu liegen. Rubens Barrichello (5./1,625) war solide unterwegs, allerdings hatte sein deutscher Teamkollege Sorgen. Nico Hülkenberg (10./+1,990) beklagte sich per Funk über mangelnden Grip und viel Übersteuern. Am Fahrzeug des Rookies hatte man am rechten Seitenkasten eine Messvorrrichtung installiert, um Luftströme analysieren zu können. Vielleicht war aufgrund dieser Technick einfach nicht mehr drin.

Hinter dem erstaunlich gut aufgelegten Pedro de la Rosa (Sauber/6./+1,788), der offenbar mit etwas weniger Benzin unterwegs war, zeigte Hockenheim-Sieger Fernando Alonso nicht die Form des vergangenen Wochenendes. Ferrari war im bunten Mix der verschiedenen Verfolgerteams. Alonso belegte letztlich mit 1,796 Sekunden Rückstand Platz sieben, Felipe Massa (+2,031) wurde sogar nur Zwölfter. Aber das heißt nur wenig. Ferrari zeigt am Freitagmorgen oft nicht das gesamte Potenzial.

Mercedes hat im Vergleich zu Hockenheim technisch einen Schritt zurück gemacht, um sportlich wieder voran zu kommen. Dies gelang in der ersten Session nicht. Nico Rosberg und Michael Schumacher belegten mit 1,8 Sekunden Rückstand nur die Plätze acht und neun - ein Abziehbild des Ergebnisses aus Deutschland. Die beiden Mercedes-Piloten schenkten sich nichts. Es trennten sie nur 0,015 Sekunden.

Lotus brennt, qualmt und rennt

Bei Force India hatte man sich vom Freitag sicherlich mehr versprochen. Adrian Sutil und Paul di Resta, der für Vitantonio Liuzzi fahren durfte, sollten am neuen angeblasenen Diffusor der Inder arbeiten. Allerdings scheint das System noch nicht zu funktionieren. Immer wieder verbrachten die beiden lange Zeit an der Box. Am Ende reichte es für Sutil zu Platz elf, der junge Schotte stellte den Wagen als 15. an der Box ab.

Auch Toro Rosso hat noch keinen Schwung aufgenommen. Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari lagen dicht beieinander, aber mit 2,8 Sekunden Rückstand auch jenseits von Gut und Böse. Bei den neuen Teams bleibt die alte Hackordnung. Beide Lotus platzierten sich vor den Virgins und den Autos von HRT. Am Fahrzeug von Jarnio Trulli gab es zu Beginn viel Qualm. "Nur ein Hitzeschild", so die Entwarnung von Technikchef Mike Gascoyne. Trulli fuhr anschließend Bestzeit der neuen Rennställe.

Am Nachmittag müssen die Teams Daumen drücken. Die Wetterdienste berichten über ein Regenband, dass sich nun dem Kurs nahe Budapest nähert. Es könnte demnach pünktlich zum zweiten Freien Training einige Schauer geben, die Arbeit mit neuesten Entwicklungen würde somit erschwert. Vor allem Mercedes, McLaren und Ferrari müssen noch einiges tun, damit Red Bull nicht für den Rest des Wochenendes dermaßen dominieren kann.

Fotoquelle: xpb.cc


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