Großes Puzzle: Der Renault RS27 besteht aus etwa 1.000 Einzelteilen

Formel 1 2010

— 06.08.2010

Motoren: Nach dem Rennen geht die Arbeit erst los

Renault-Motoreningenieur Remi Taffin über Laufzeit, Wartung und Recycling der Formel-1-Triebwerke: Zweifaches Zerlegen nach dem Rennwochenende

Die Zeiten von häufigen Motorschäden in der Formel 1 ist vorbei. Nur noch selten sieht man die spektakulären Bilder, wenn eines der Triebwerke sein Leben in einer großen Qualmwolke aushaucht. Standfestigkeit und Effizienz sind die Vorgaben, mit denen sich die Motoreningenieure heutzutage beschäftigen müssen. Pro Fahrer und Saison dürfen nur noch acht Treibsätze verwendet werden, sonst drohen Strafen.

Die 2,4-Liter-V8-Motoren bedürfen einer intensiven Pflege, um die Trainings- und Rennkilometer schadlos überstehen zu können. Bei Renault teilt sich das Team beispielsweise nach jedem Rennen auf. Die Aerodynamiker und Fahrwerksspezialisten ziehen sich mit neuen Ideen ins britische Enstone zurück, die Motoren gehen ins französische Werk in Viry-Châtillon.

Südlich von Paris beginnt die heiße Phase zwischen zwei Rennen. Die Triebwerke von Renault und Kundenteam Red Bull werden in Einzelteile zerlegt, genauestens begutachtet und wieder zusammengesetzt. "Ich bin nicht sicher, ob es ganz genau stimmt, aber es sind rund 1.000 Einzelteile, wenn man alle Kolben und so dazu zählt", sagt Renault-Motoreningenieur Remi Taffin über die Hightech-Maschinen.

Die Prüfung der Motoren erfordert viel Zeit. "Ungefähr drei bis vier Tage, aber wir bauen die Renault-Motoren sogar zweimal auf", erklärt Taffin. "Also dauert es rund zwei Wochen, bis wir einen Rennmotor fertig haben. Wir bauen ihn zusammen, testen ihn auf dem Prüfstand, zerlegen ihn wieder, bauen ihn wieder zusammen und gehen dann noch einmal auf den Prüfstand."

"Es sind also rund zwei Wochen. Wenn es nur darum geht, einen Motor für den Prüfstand zusammenzubauen, dann dauert es drei bis vier Tage", erklärt der Franzose, der vor seinem Renault-Engagement unter anderem beim Formel-3-Team Signature lernte. Die Zeit zwischen zwei Formel-1-Grands-Prix ist oft knapp. Dennoch macht man sich die Mühe, selbst defekte Triebwerke intensiv zu studieren.

"Egal was passiert - wir zerlegen ihn", sagt Taffin. Dies gelte auch für Motoren, die ohne Schäden am Ende der Laufzeit angekommen sind. "Wir gehen mit ihm auf den Prüfstand um zu sehen, wie viel Leistung er noch hat, zerlegen ihn, und inspizieren alle Einzelteile. Dadurch erfahren wir mehr darüber, wie sich der Motor verhält."

"Wir haben sehr wenige Testmöglichkeiten und holen aus dem Rennmotor so viele Informationen, wie wir können", beschreibt der 35-jährige Fachmann. Neueste Erkenntnisse können nicht sofort in den Bau weiterer Motoren einfließen, denn Veränderungen am Innenleben sind per Reglement verboten. Alte Triebwerke werden zum Teil recycelt. "Wir nutzen etwa 50 Prozent der Teile für Prüfstandläufe, aber nicht für Rennmotoren. Jeder Rennmotor wird aus neuen Teilen zusammengebaut."

Fotoquelle: Renault


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