Das Verhältnis von Schumacher und Weber wird auf die Probe gestellt

Formel 1 2010

— 07.08.2010

Nach Weber-Urteil: Lässt "Schumi" seinen Manager fallen?

Willi Weber wurde erneut rechtskräftig verurteilt - Für Michael Schumacher werden dessen Machenschaften immer mehr zur Last

Am Donnerstag wurde Willi Weber vom Landgericht Stuttgart wegen Insolvenzverschleppung zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung sowie einer Geldbuße von 360.000 Euro verurteilt. Der 68-Jährige schrammte nur knapp an einer Haftstrafe vorbei, sein Geständnis rettete ihn aber noch im letzten Moment. Weber hatte unter anderem schon zwei Jahre vorher vom bevorstehenden Bankrott seiner Marketing-Firma PPM Pole Position GmbH gewusst, trotzdem weiterhin Rechnungen angehäuft. Außerdem wurde er des vorsätzlichen Bankrotts in insgesamt fünf Fällen für schuldig befunden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Weber wegen übler Geschäftemachereien vor Gericht stand. 2008 wurde er wegen Anstiftung zur Untreue zu einem Jahr Haft auf Bewährung und 360.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Er hatte damals veranlasst, dass der Warenbestand der Merchandising-Firma PPM Pole Position, die die Produkte der Schumacher-Brüder verkaufte, quasi zum Nulltarif an das gleichnamige Mutterunternehmen in Stuttgart weiterverkauft wurde. Das Koblenzer Unternehmen stand ebenfalls kurz vor dem Bankrott, so wurden die Gläubiger geprellt.

Für viele war das erste Urteil auch der Grund, weshalb Michael Schumacher seinen Manager entmachtete. Weber, der jahrelang zu 20 Prozent an den Einnahmen des Kerpeners beteiligt war, musste ins zweite Glied zurücktreten. Fortan kümmerte er sich bloß noch um das Merchandising und Sponsoren. Schumacher übernahm selbst einige Aufgaben, um den Rest kümmert sich die neue "rechte Hand" Sabine Kehm, die nun an der Spitze des Schumacher-Management steht.

Sie hat als langjährige Pressebetreuerin des Rekordweltmeisters bereits einen Namen in der Szene und handelte zuletzt den Deal mit Mercedes aus. Weber selbst kommentierte seine Entmachtung damit, dass "ich nicht mehr so viel reisen wollte. Und ich habe mich nach Michaels Rücktritt auf andere Felder konzentriert." Unter anderem ist er nun der Manager von Nico Hülkenberg. Außerdem versucht er seit Jahren, wiederverschließbare Getränkedosen auf den Markt zu bringen.

Für Insider ist Webers Verbannung ein Indiz dafür, dass Schumacher angesichts der üblen Machenschaften seines Entdeckers um seinen Ruf fürchtet. Weber hatte beispielsweise Schumacher dazu gebracht, für ein dubioses Bauprojekt in Dubai seinen Namen herzugeben. Es sollte ein riesiger Bürokomplex entstehen, ein Teil davon hätte Michael-Schumacher-Business-Avenue heißen sollen. Gebaut wurde nie, Anleger-Millionen verschwanden spurlos.

Das neue Urteil wird das brüchige Verhältnis der beiden sicherlich nicht bessern. Im Gegenteil. Für Schumacher könnte Weber allmählich zur Last werden. Immerhin wird der 68-Jährige bei jedem seiner Fehltritte automatisch mit Schumacher in Verbindung gebracht. Die jahrelange Geschäftsbeziehung lässt sich nicht mehr leugnen lassen. An die nach wie vor bestehende sind noch Verträge geknüpft. Fragt sich noch, wie lange.

Fotoquelle: xpb.cc


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