Force-India-Mechaniker zerlegen den Wagen nach dem Rennen

Formel 1 2010

— 13.08.2010

Nach dem Rennen: Der Grand Prix in der Verlängerung

Wie die Teams nach einem Grand Prix zuerst auf die Autos warten, sie dann zerlegen und analysieren: Das Rennwochenende in der Verlängerung

Wenn ein Grand Prix beendet ist, haben die Piloten zwar einen Großteil der Arbeit eines Rennwochenendes hinter sich, aber die Teammitglieder müssen dennoch weiter schuften. Der Zirkus zieht meist schnell weiter. Die Fahrzeuge müssen zerlegt und verpackt, das Motorhome und die Boxenausstattung demontiert werden. Bei zwei Auftritten kurz hintereinander - wie bei den Grands Prix in Hockenheim und Budapest - wird diese Phase zum Rennen nach dem Rennen.

"Die Autos unterliegen seit dem Beginn des Qualifying der Parc-Fermé-Regel", erklärt Force-India-Chefrenningenieur Dominic Harlow. "Das hat bis nach dem Ende des Rennens seine Gültigkeit. Daher müssen nach der Zieldurchfahrt alle Fahrzeuge in den entsprechenden Bereich gefahren werden. Dort gibt es eine angesperrte Zone, wo die Autos später technisch überprüft werden."

"Die FIA hat vorübergehend dann noch einmal die Hoheit über die Autos", erklärt der Brite die Standardprozeduren nach einem Formel-1-Rennen. "Nur wenige Teammitglieder dürfen dann an den Wagen, um zum Beispiel Lüfter für die Kühlung anzubringen. Direkt nach dem Rennen sind die Motoren sehr heiß, wir müssen also eine Überhitzung vermeiden."

"Die FIA absolviert anschließend alle Tests, damit sichergestellt ist, dass alle Fahrzeuge im Rennen auch regelkonform unterwegs waren. Das dauert meistens bis etwa drei oder dreieinhalb Stunden nach dem Rennen." Die technische Überprüfung wird an zahlreichen Autos durchgeführt, allerdings meist nicht an allen. Wer frühzeitig ausscheidet, darf seinen defekten Wagen oft sofort in eigene Hände nehmen.

"Normalerweise werden nur die Fahrzeuge in den Parc-Fermé gebracht, die im Rennen auch gewertet wurden. All die Autos also, die mindestens 90 Prozent der Distanz zurückgelegt haben", beschreibt Harlow. Nach überstandenem "Scrutineering" - wie die technische Abnahme in der Fachsprache heißt - bekommen die Teams ihre Boliden zurück.

"Wenn wir das Auto zurück in der Box haben, dann wird es demontiert. Zuerst bauen wir die Räder ab, dann die Fahrzeugnase. Die Reifen gehen zurück an Bridgestone", erklärt der Force-India-Techniker. "Wir überprüfen dann immer einige Dinge am Motor. Meist starten wir das Triebwerk sogar noch einmal und checken es bei allen Drehzahlbereichen ab. Das macht man auch, um die letzten Benzinreste noch zu verbrennen, die sich in den Leitungen befinden."

"Anschließend werden Motor und Getriebe ausgebaut und für den Transport verpackt. Wenn das Triebwerk noch einmal eingesetzt werden soll, wird es vor dem Verladen noch einmal neu versiegelt", sagt Harlow. "Wir schauen uns dann im Rückblick alle Daten an, analysieren die Schmierstoffe, das Benzin, die benutzten Bremsen. Wir gehen eigentlich alle Teile am Fahrzeug durch und notieren ganz genau, welches Teil in welchem Zustand ist. Diese Erkenntnisse sind für die Fachleute in der Fabrik von großer Bedeutung."

"Insgesamt nimmt man dann alle Daten und Auffälligkeiten und versucht daraus zu lernen", meint der Chefrenningenieur der Inder. "Wir Techniker treffen uns noch an der Strecke zu einem Debriefing, einer abschließenden Besprechung also. Das ist wie nach allen anderen Sessions am Rennwochenende auch. Alle Beteiligten schildern dann aus der jeweiligen Sicht, wie das gerade beendete Rennen gelaufen ist." Anschließend werden die restlichen Sachen gepackt und das Formel-1-Spiel beginnt von vorn.

Fotoquelle: xpb.cc

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