Der Österreicher Gerhard Berger hat nach wie vor Spaß an der Formel 1

Formel 1 2010

— 17.08.2010

Berger: "Sutil die Überraschung der Saison"

Für Gerhard Berger sind Nico Rosberg und Adrian Sutil die Überraschungen der Saison - Der Österreicher steht auch nach wie vor hinter Michael Schumacher

Der Österreicher Gerhard Berger hat sich nach seinem Ausstieg bei Toro Rosso in die Beobachterrolle zurückgezogen. Zehn Grand-Prix-Siege hat der 50-Jährige in seiner Karriere gefeiert, dazu den Triumph als Teamchef von Toro Rosso in Monza 2008. Auch heute verfolgt der Tiroler die Formel-1-Szene und ist von den deutschen Piloten begeistert. Die positivsten Überraschungen aus dem deutschen Lager sind für ihn in dieser Saison Force-India-Pilot Adrian Sutil und Nico Rosberg.

"Im letzten Jahr habe ich noch über ihn gelacht", so Berger gegenüber 'Auto Motor und Sport' über Sutil. "Ich hätte nie geglaubt, dass er soviel Potenzial hat. Er hat einen gewaltigen Speed, und er hat seine Fehler drastisch reduziert. Für mich ist er mit Rosberg die Überraschung der Saison." Die laufende Saison ist für Force India und den Deutschen im Großen und Ganzen gut gelaufen. Sutil hat sich zu einem konstanten Mittelfeldpiloten entwickelt, nur die letzten beiden Rennen sind etwas durchwachsen verlaufen. In der WM-Tabelle steht der 27-Jährige nach zwölf Rennen auf Rang zehn.

Berger ist ebenfalls voll des Lobes für Rosberg. Dem Blondschopf wurde noch im Winter eine harte Zeit neben Michael Schumacher bei Mercedes prophezeit. Auf der Strecke ist der 25-Jährige aber regelmäßig schneller als der Rekordweltmeister. "Für mich fährt Nico auf einem Niveau mit Sebastian Vettel", so Berger. "Er hatte zum Gewinnen nur noch nie das richtige Auto."

"Nico hat in diesem Jahr gezeigt, dass er ganz wenig Fehler macht, dass er mit dem Setup meistens richtig liegt, und dass er sich meistens vor Schumacher platziert. Wenn Rosberg und Vettel im gleichen Auto sitzen würden - ich wüsste nicht, auf wen ich mein Geld setzen sollte." Dreimal konnte der Sohn von Keke, dem Weltmeister des Jahres 1982, in dieser Saison bereits auf das Podium klettern.

Das ist dem Rekordweltmeister noch verwehrt geblieben. Berger hat in seiner aktiven Karriere noch Rad-an-Rad mit dem damals jungen Schumacher gekämpft. "Ich bin immer hinter Michael gestanden. Auch als er für sein Comeback kritisiert wurde und immer noch wird, weil die Ergebnisse nicht so sind, wie sich das viele erwartet haben."

"Wir sollten froh sein, dass er wieder fährt. Er war auf Anhieb unter den Top-6. Seit ein paar Rennen gefällt er mir jedoch nicht mehr so. Er scheint mir eher Rückschritte als Fortschritte zu machen. Vielleicht setzt er sich zu sehr unter Druck. Er versucht mit komischen Tricks Punkte zu ergattern, und die gehen alle in die Hose."

Nur ein Fahrer der deutschen Fraktion fährt in dieser Saison um den WM-Titel. Vettel hat zehn Punkte Rückstand auf seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber und hat noch alle Chancen. Trotzdem ist die Saison nicht ganz optimal verlaufen. Sowohl der Rennstall, als auch der Fahrer haben viele Zähler liegengelassen. "Es stimmt, dass ihm noch Fehler unterlaufen, doch die stelle ich immer noch in die Kategorie mangelnde Erfahrung", meint Berger über seinen ehemaligen Schützling. "Sein größtes Problem ist vielleicht, dass er Mark unterschätzt."

Zwei deutsche Piloten haben sich bisher bei der Punktejagd etwas schwer getan. Rookie Nico Hülkenberg fuhr dreimal in die Top-10, zuletzt auf dem Hungaroring wurde er starker Sechster. "Der lernt momentan. Er macht viele Fehler, die Vettel und Rosberg am Anfang nicht so gemacht haben. Sutil schon", hat Berger eine klare Meinung. "Die Fehler sind aber normal für sein erstes Jahr."

Am Ende des Feldes müht sich Timo Glock mit dem Virgin ab. Ein Top-10-Ergebnis käme einem Wunder gleich. "Der Timo wird unter Wert geschlagen. Er ist ganz klar ein guter Mann", macht Berger dem 28-Jährigen Mut.

Fotoquelle: xpb.cc

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