Max Mosley ist im Fall Ferrari unerbittlich und fordert eine harte Strafe

Formel 1 2010

— 22.08.2010

Mosley: Ferrari soll alle Punkte verlieren

Geht es nach Max Mosley, verlieren Ferrari und seine Fahrer alle Punkte aus Hockenheim, sowohl Fernando Alonso, als auch Felipe Massa

Das Treffen des World Motorsport Council rückt immer näher: Ausgerechnet vor dem Großen Preis von Italien soll über Ferraris "Kopf" ein Urteil gefällt werden. Mit Spannung blickt die Motorsportwelt diesem Ereignis entgegen: Belässt es die FIA bei einer Geldbuße oder werden drakonischere Maßnahmen ergriffen? Zur Erinnerung: Beim Großen Preis von Deutschland hatte der auf Platz 1 liegende Ferrari-Pilot Felipe Massa seine Position und damit den Sieg seinem Teamkollegen, dem in der Meisterschaft besser platzierten Fernando Alonso überlassen müssen.

Natürlich steht fest: Stallorder ist so alt wie die Formel 1 selbst und ist in einem Team, welches um die Weltmeisterschaft kämpft, fast unerlässlich. Das ist in Anbetracht des medialen und monetären Drucks, unter dem die Rennställe stehen, absolut verständlich, andererseits kann es nicht gut für den Sport sein, wenn ein prestigeträchtiges Team wie Ferrari Fans und die FIA brüskiert und offen gegen eine bestehende Regel verstößt.

Die große Frage lautet: Soll das Verbot der Stallorder als nicht zweckmäßig wieder gekippt werden, da eine Stallregie ein wichtiges Werkzeug der Teams sei und ohnehin mit billigen Tricks wie fingierten Fahrfehlern oder Boxenstopps umgangen werden kann. Oder soll es weiterhin bestehen, damit sich Skandalrennen wie Zeltweg 2002 oder Hockenheim 2010 nicht mehr wiederholen?

Mosley: Massa hätte rebellieren müssen

Für Max Mosley ist der Fall klar: "Die meisten Teams sind jetzt für die Aufhebung der Stallorder, das kann ich verstehen, denn die Teams plädieren, wie üblich, für ihre Interessen und ihre Vorteile", erklärt der ehemalige FIA-Präsident gegenüber 'Welt online'. "Aber wenn wir in der Formel 1 den Bedürfnissen des Publikums nachkommen wollen, das millionenfach und weltweit die Rennen verfolgt und am Ende den Sport finanziert, müssen wir bei dem Verbot der Stallorder bleiben."

"Für den Fall, dass sie von einem Team ins Spiel gebracht wird, müssen wir eine empfindliche Strafe verhängen", fordert Mosley. Aus seiner Sicht habe Ferrari bei aktueller Erkenntnislage "gegen eine bestehende Regel verstoßen. Ich werde keine Empfehlung geben, aber aus der bisher bestehenden Faktenlage müsste es neben der ausgesprochenen Geldstrafe eine sportliche Sanktion geben."

Wie diese aussehen könnte, davon hat der Brite eine klare Vorstellung: "Eigentlich müssten beiden Autos und beiden Fahrern die Punkte des Grand Prix von Deutschland aberkannt werden." Damit bezieht Mosley auch Massa mit ein, der in dieser Geschichte im Grunde genommen ohnehin schon jetzt ein Opfer der Umstände ist. Doch Mosley sieht keinen Ausweg: "Weil beide Fahrer vor der Aushändigung ihrer Superlizenz die Regeln der FIA anerkannt haben und trotzdem in Hockenheim gegen sie verstoßen haben."

"Das tut mir besonders für den armen Felipe Massa leid. Aber er hätte sich streng nach den Regeln gegen die Stallorder wehren müssen." Bedenken bezüglich Massas Ausweglosigkeit, mit seinem Arbeitgeber keinen Konflikt anfangen zu wollen, wischt der ehemalige Formel-1-Teamchef beiseite, denn "sein Arbeitgeber hatte ja kein Recht, ihn zu einem Regelverstoß aufzufordern."

Fotoquelle: xpb.cc

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