Bei Virgin macht man sich auf finanzieller Seite keine Sorgen für diese Saison

Formel 1 2010

— 23.08.2010

Lowdon: "Virgin hat keine finanziellen Probleme"

Teammanager Graeme Lowdon gibt Einblicke in die finanzielle Lage bei Virgin - Das Team von Timo Glock steht auf einer sicheren Basis

Virgin ist die Debtsaison anders angegangen, als die beiden weiteren Neueinsteiger Lotus und HRT. Das Designteam um Nick Wirth hat den VR-01 komplett am Computer konstruiert und auf Tests im Windkanal verzichtet. Zu Saisonbeginn wurde das Team von Zuverlssigkeitsproblemen geplagt und hatte auerdem einen zu kleinen Tank. Noch dazu hatte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in Frage gestellt, ob Virgin berhaupt die Saison berstehen wird.

"Ich denke Bernie hat das Recht solche Kommentare abzugeben. Aber wir machen unseren Job weiter, wir wissen was wir tun mssen", wird Teammanager Graeme Lowdon von 'Autosport' zitiert. "Vielleicht htten wir Bernie besser darber informieren sollen, wie unsere Lage mit Sponsoren und Investoren ist. Wir haben in diesem Bereich berhaupt keine Probleme oder Sorgen. Wir mssen annehmen, dass er ber ein anderes Team geredet hat. So einfach ist das."

"Wir sind hier, um einen Beitrag zur Show zu leisten. Wir haben in Silverstone einige innovative Dinge ausprobiert, die von den Fans gut angenommen wurden. Wir denken, dass wir ber die Zeit etwas Groes zur Show beitragen knnen. Derzeit liegt unser Hauptaugenmerk darauf, gegen Saisonende konkurrenzfhiger zu werden. Dann werden sich die Kommentare sicher ndern."

Lowdon stellt klar, dass es auf finanzieller Seite keinerlei Probleme gibt. "Das liegt an unserer Kostenbasis. Wir kommen bereits auf einem niedrigen Level aus den roten Zahlen. Die Menge an Sponsorengeldern, die wir brauchen, ist eine Zahl, mit der wie immer sehr zufrieden waren. Es war aber auch etwas Ungewissheit im Spiel, denn manchmal brauchen Sponsorenvertrge Jahre, bis sie Frchte tragen. Es ging darum, wie schnell wir unsere Ziele erreichen knnen. Das war recht interessant."

"Im Gegensatz zu den etablierten Teams mussten die Neueinsteiger praktisch von Null weg ein bestimmtes Level erreichen. Wir sind mit unserem recht zufrieden. Wir finden immer noch neue Sponsoren und unterschreiben Vertrge, um den Rest der Saison zu deck en, aber auch fr die kommenden Jahre. Bei diesem Punkt fhlen wir uns angemessen komfortabel."

"Der Schlssel dazu ist, dass deine Kostenbasis niedrig ist. Wenn man 100 Millionen Euro, 150 Millionen, oder auch nur 75 Millionen braucht, dann ist die Aufgabe deutlich schwieriger. Daher haben wir gute Mglichkeiten." Je erfolgreicher ein Team ist, desto mehr Geld kommt aus dem Topf, dessen Aufteilung im Concorde Agreement festgelegt ist.

Die drei neuen Teams peilen Platz zehn in der Konstrukteurswertung an, den derzeit Lotus hlt. Virgins Zukunft hngt aber nicht von diesem Ergebnis ab. "Es wre trotzdem nett", sagt Lowdon. "In einem Businessplan vereint man mehrere Dinge. Unser Ziel ist es, so hoch wie mglich die WM abzuschlieen."

"Aus technischer Sicht peilen wir Rang zehn an, aber auf der kommerziellen Seite sind wir immer davon ausgegangen, dass wir so wenig wie nur mglich aus dem Geldtopf erhalten. Wenn man etwas anderes tut, dann hat man ein Modell, das viele Fuballklubs vergeblich probiert haben. Wir knnen nicht in einer Traumwelt leben."

"Unser kommerzielles Modell geht davon aus, dass wir das Minimum an Preisgeld erhalten. Es macht fr uns keinen Unterschied, ob wir Zehnter, Elfter oder Zwlfter werden", so der Teammanager. "Aus sportlicher Sicht wollen wir das natrlich erreichen. Sollten wir Platz zehn schaffen, htte das natrlich einen positiven Effekt auf die kommerzielle Seite. Wir versuchen es zu schaffen, gelingt uns das aber nicht, werden wir nicht verschwinden."

Nach dem schwierigen Saisonstart ist Virgin vor dem Sommer in die Gnge gekommen. "Unser Start verlief langsamer als geplant. Wir haben diese Phase nun berwunden. Wir sind nicht nur zurck auf einem guten Weg, sondern entwickeln uns auch dahin, wo wir sein wollen", so Lowdon. "Es ist gut dokumentiert welche Probleme wir bei den Testfahrten vor Saisonbeginn hatten und speziell auch bei den ersten vier Rennen."

"Seit damals ist uns aber ein groer Umschwung gelungen. Wenn wir uns mit Lotus, unserem nchsten Konkurrenten, messen, dann hat sich unsere Leistung seit den ersten vier Rennen massiv gesteigert. Unsere Zuverlssigkeit ist klar besser und wir sind viermal mit beiden Autos ins Ziel gekommen. Damit sind wir zufrieden."

"Jetzt konzentrieren wir uns auf den Speed. Ich denke wir werden uns bis zum Saisonende steigern. Nach einem langsamen Start sind wir auf dem richtigen Weg angelangt und bewegen uns nach vorne."

Fotoquelle: xpb.cc

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