Renault-Teamchef Eric Boullier ist gespannt auf die Wirkung des F-Schachts

Formel 1 2010

— 24.08.2010

Boullier: "Eine immense Herausforderung"

Renault-Teamchef Eric Boullier im Interview über den neuen F-Schacht für Belgien, die Entwicklung von Vitaly Petrov und die Aussichten für das Spa-Rennen

Das französisch-britische Renault-Team verabschiedete sich mit einem gemischten Ergebnis in die Sommerpause der Formel 1: Während Robert Kubica einen Ausfall zu beklagen hatte, erzielte Vitaly Petrov das bislang beste Resultat in seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Dafür erntete der Russe viel Lob von seinem Teamchef Eric Boullier. Im Teaminterview spricht der Franzose aber auch über die neuen Entwicklungen seines Rennstalls - in Spa-Francorchamps debütiert der F-Schacht.

Frage: "Eric, in Budapest - beim letzten Grand Prix vor der Sommerpause - qualifizierten sich beide Renault R30 in den Top 10 und glänzten das gesamte Rennwochenende über mit guten Rundenzeiten. Warst du in Ungarn zufrieden mit der Performance der Autos?"
Eric Boullier "Es war schön zu sehen, wie schnell unser Auto im Vergleich zu den direkten Gegnern war, und dass unsere Piloten dies mit Top-10-Startplätzen auch umsetzen konnten."

"Das Rennergebnis stellte uns aber nicht völlig zufrieden, weil wir die Chance verpassten, beide Autos unter die ersten Sechs zu bringen. Außerdem lautet unser Ziel, um Grand-Prix-Siege kämpfen zu können - und davon sind wir angesichts der Überlegenheit von Red Bull weit entfernt. Wir wissen also, dass uns viel harte Arbeit bevorsteht, wenn wir uns demnächst wieder auf Augenhöhe mit den Schnellsten bewegen wollen."

Petrov begeistert mit bestem Saisonergebnis

Frage: "Vitaly Petrov erzielte in Budapest mit Rang fünf sein bisher bestes Formel-1-Resultat. Wie hast du sein Rennen gesehen?"
Boullier: "Das gesamte Team hat sich für Vitaly gefreut. Er zeigte sein bislang stärkstes Rennwochenende. Er und das Team haben das Auto in den Freien Trainings perfekt für ein erfolgreiches Qualifying vorbereitet und dann lieferte Vitaly ein fehlerloses Rennen ab. An diesem Wochenende hat er alles richtig gemacht. Ich denke, mehr kann man von einem Formel-1-Neuling nicht verlangen."

Frage: "Glaubst du, dass ihm dieser Erfolg mehr Selbstbewusstsein für das letzte Saisondrittel verleiht?"
Boullier: "Ich bin sicher, dass ihn dieses Resultat beflügelt. Es liegt jetzt an ihm, das Beste aus diesem Motivationsschub zu machen und zu beweisen, dass er eine solche Leistung regelmäßig abrufen kann."

Frage: "Der angeströmte Unterboden gehört zu den wichtigsten technischen Neuerungen der Saison. Gelingt es Renault mittlerweile, die Vorteile dieses Konzepts voll auszuschöpfen?"
Boullier: "Ich glaube, wir werden in diesem Bereich weitere Verbesserungen finden, vor allem was die geänderte Abstimmung des Autos angeht. Insgesamt verzeichnen wir durch den angeströmten Unterboden eine erhebliche Leistungssteigerung. Außerdem berichten die Fahrer, dass ihnen die Fahrzeugbalance jetzt besser gefällt."

Wie sehr hilft der F-Schacht?

Frage: "An diesem Wochenende führt das Renault-Team die zweite maßgebliche Neuerung ein: den als F-Schacht bekannt gewordenen Luftschacht. Welcher Aufwand war nötig, um dieses System in ein fertiges Auto zu integrieren?"
Boullier: "Das war eine immense Herausforderung. Wir hatten uns entschieden, zunächst die Entwicklung des angeströmten Unterbodens und anderer aerodynamischer Updates voranzutreiben."

"Deshalb debütiert unser F-Schacht erst jetzt in Spa. Diese Technik ist nicht einfach in den Griff zu bekommen, aber das System, das wir nun verwenden, sieht in unseren Simulationen sehr vielversprechend aus. Allerdings muss es sich jetzt am Auto bewähren - und genau darauf werden wir uns in den Freitagstrainings konzentrieren. Spa gehört sicherlich zu den Strecken, auf denen uns ein gut funktionierender F-Schacht große Vorteile bringen wird."

Frage: "Wird der Renault R30 in Spa also genauso stark auftrumpfen wie in Budapest?"
Boullier: "Sagen wir so: Durch den F-Schacht sollte uns bei den Rundenzeiten theoretisch ein großer Schritt nach vorn gelingen. Wir drücken die Daumen, dass es erneut so gut läuft wie in Ungarn."

Frage: "Der ganze Formel-1-Tross ließ während der Sommerpause die Arbeit ruhen. Wie wirkt sich diese Pause auf die Mitarbeiter aus?"
Boullier: "Angesichts des atemlosen Entwicklungstempos in der Formel 1 halte ich die Zwangspause zu Saisonmitte für eine sehr vernünftige Idee. Jeder im Team kommt erfrischt zurück - wir sind bereit, bis zum Ende der laufenden Saison anzugreifen und zugleich unser Entwicklungsprogramm für 2011 mit aller Kraft voranzutreiben."

Fotoquelle: xpb.cc

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