Das Renault-Team will seinen Fans beim Rennen in Spa eine gute Leistung bieten

Formel 1 2010

— 24.08.2010

Renault in Spa: "Alles ist möglich"

Robert Kubica und Vitaly Petrov peilen beim Großen Preis von Belgien wieder die Punkteränge an und wollen den Renault R30 weiter verbessern

Pünktlich nach der Sommerpause der Formel 1 wartet das Renault-Team mit einem wichtigen Update auf: Robert Kubica und Vitaly Petrov können ab dem belgischen Grand Prix mit einem F-Schacht ins Rennen gehen und hinken diesbezüglich nicht mehr länger der Konkurrenz hinterher. Entsprechend viel verspricht man sich bei Renault vom Klassiker auf der langen Strecke von Spa-Francorchamps.

"Die Ardennen-Achterbahn kennt tatsächlich keinen Vergleich im Formel 1-Kalender", sagt Kubica. "Dies liegt vor allem an dem geringen aerodynamischen Abtrieb, den wir in Belgien nutzen - trotz der vielen Hochgeschwindigkeits-Kurven liegt er in etwa auf einem Niveau mit jenem, den wir auf dem Stadtkurs von Montreal in Kanada einsetzen", erläutert der polnische Renault-Stammfahrer.

Ist der F-Schacht das Allheilmittel?

"Dies macht es für uns sehr schwierig, einen guten Kompromiss aus hohem Kurventempo und optimaler Höchstgeschwindigkeit für die beiden langen Vollgaspassagen zu Beginn und am Ende einer jeden Runde zu finden. Dies führt oftmals zu Überraschungen", meint Kubica und erklärt: "Plötzlich mischen Autos vorne mit, die in der übrigen Saison nicht so konkurrenzfähig waren."

"Aus Sicht des Renault-Teams ist zu erwähnen, dass wir am kommenden Wochenende erstmals den sogenannten F-Schacht einsetzen werden. Ich hoffe, dass er von Beginn an gut funktioniert und wir die uns zur Verfügung stehende Zeit optimal nutzen können, uns an seine Bedienung zu gewöhnen. Denn nur so werden wir den bestmöglichen Nutzen aus dieser Innovation ziehen", so Kubica.

"Generell können wir schon eine Tendenz erkennen, dass Fahrzeuge mit F-Schacht mit mehr aerodynamischem Abtrieb an den Start gehen als solche ohne dieses System - was auch logisch ist, denn sie können die auf den Geraden hinderliche Bremswirkung der steilen Heckflügel ausschalten und erzielen auf diese Weise eine größere Höchstgeschwindigkeit", hält der 25-Jährige fest.

Kubica erklärt die Faszination Spa-Francorchamps

"Dies sollte sich speziell in Spa deutlich auswirken: Mit mehr Abtrieb können wir schneller durch die Kurven fahren und sind trotzdem auf den Geraden flott genug. Auch wenn der belgische Grand-Prix-Kurs klar als Fahrerstrecke gilt, so kommt es dennoch sehr auf die Leistungsfähigkeit des Autos an. Dies ist aber definitiv eine Strecke, die uns allen gefällt und auf die wir uns das ganze Jahr freuen."

"Gerade dieser spezielle Charakter - die Kombination aus schnellen Kurven mit geringem aerodynamischem Abtrieb - gepaart mit Passagen, die einen sehr fließenden Rhythmus zulassen, und angesichts der Straßenbreite, welche die Wahl ganz unterschiedlicher Linien ermöglichen, macht aus unserer Sicht den Unterschied aus. Die Rennen in Spa sind meist sehr interessant und spannend."

Genau wie der weitere Saisonverlauf, wie Kubica abschließend anführt: "Ich denke noch nicht an das Saisonfinale, sondern eher daran, was als nächstes auf uns zukommt. Und da stehen uns noch einige herausfordernde Rennen bevor - von denen lediglich zwei in Europa stattfinden und der Rest in Übersee, darunter auch die weiten Anreisen nach Asien, Südamerika und den Mittleren Osten."

Kraft tanken in der Sommerpause

"Ich würde jedenfalls gerne wieder an jene Vorstellungen anknüpfen, die wir in der ersten Jahreshälfte gezeigt haben, und wieder regelmäßig WM-Punkte erringen sowie um gute Platzierungen kämpfen", sagt der polnische Rennfahrer und fügt hinzu: "Mein Ziel ist identisch mit jenem des Renault-Teams: Wir wollen den Abstand auf die vor uns liegenden Konkurrenten weiter verkürzen", so Kubica.

Stallgefährte Petrov möchte indes an das positive Wochenende von Ungarn anknüpfen. Während Kubica nicht über die Runden kam, landete Petrov auf dem ausgezeichneten fünften Platz. "Es war natürlich schön, mit so einem positiven Erlebnis in die Sommerpause zu gehen", meint der Russe, der anschließend etwas Urlaub gemacht, sich entspannt und Familie und Freunde getroffen hat.

"Außerdem war ich sportlich sehr aktiv - mit Wasserski, Jetski und Fußball hatte ich eine Menge Spaß. Die Pause tat mir gut, ich fühle mich erfrischt - und jetzt möchte ich unbedingt wieder ins Auto. Zudem habe ich mir Videos meiner bisherigen Formel 1-Rennen angeschaut, um meine Darbietungen, die guten und die weniger guten, zu analysieren und zu sehen, wo ich mich verbessern kann."

Wohin geht die Reise für Vitaly Petrov?

"Ich kenne die Ardennen-Achterbahn aus meiner Zeit in der GP2-Serie recht gut und freue mich, wieder hier zu fahren", sagt Petrov im Hinblick auf Spa-Francorchamps. "Beim Setup ist es sehr wichtig, eine gute aerodynamische Balance zu erzielen, denn auf dieser Strecke benötigst du vor allem Stabilität in den vielen Hochgeschwindigkeitskurven", erläutert der Formel-1-Debütant.

"Ich hoffe, dass unser neuer F-Schacht an diesem Wochenende gut funktioniert und wir so wettbewerbsfähig sind wie in Budapest - auch wenn Spa natürlich eine vollkommen andere Charakteristik aufweist", so Petrov. "Alles ist möglich. Wenn wieder alles perfekt zusammenpasst - meine Leistung, das Auto und das Team - dann werden wir auch wieder ein gutes Resultat schaffen."

"Aber zunächst müssen wir jetzt mal abwarten, wie sich der F-Schacht im Freien Training bewährt und wie sich das Auto in den schnellen Kurven verhält. Wir wissen, dass sich der Renault R30 in solchen Passagen schon ziemlich stabil fährt, doch es wird schwierig, die Red Bull und die Ferrari herauszufordern. Eine Vorhersage ist schwierig, aber wir werden wieder unser Bestes geben."

Boullier will Fortschritte sehen

Letzteres hört Teamchef Eric Boullier freilich gerne. Der Franzose verspricht sich einiges von den diversen Neuerungen am R30: "Insgesamt verzeichnen wir durch den angeströmten Unterboden eine erhebliche Leistungssteigerung. Außerdem berichten die Fahrer, dass ihnen die Fahrzeugbalance jetzt besser gefällt." Der F-Schacht hätte zunächst keine unmittelbare Priorität gehabt.

"Wir hatten uns entschieden, zunächst die Entwicklung des angeströmten Unterbodens und anderer aerodynamischer Updates voranzutreiben. Deshalb debütiert unser F-Schacht erst jetzt in Spa. Diese Technik ist nicht einfach in den Griff zu bekommen, aber das System, das wir nun verwenden, sieht in unseren Simulationen sehr vielversprechend aus. Allerdings muss es sich jetzt am Auto bewähren."

"Genau darauf werden wir uns in den Freitagstrainings konzentrieren", kündigt der Renault-Teamchef an. "Durch den F-Schacht sollte uns bei den Rundenzeiten theoretisch ein großer Schritt nach vorn gelingen. Wir drücken die Daumen, dass es erneut so gut läuft wie in Ungarn", meint Boullier. Renault tritt in Belgien übrigens ohne Ersatzfahrer an - Ho-Pin Tung ist noch immer in Verletzungspause.

Fotoquelle: xpb.cc

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