Fernando Alonso möchte in Spa an jüngste Erfolge anknüpfen

Formel 1 2010

— 26.08.2010

Ferrari: Der Weg soll weiter nach vorn führen

Fernando Alonso und Felipe Massa starten zuversichtlich in den Endspurt: Jüngste Ergebnisse geben Rückenwind, neuer Diffusor wird im Spa im Training getestet

Seit 2007 ist Ferrari in Spa-Francorchamps ungeschlagen: 2007 siegte dort Kimi Räikkönen, 2008 Felipe Massa und 2009 wieder Räikkönen. Doch diese Statistik ist nicht der einzige Grund, warum die Scuderia zuversichtlich in die Ardennen gereist ist. Der Sieg in Hockenheim und Alonsos zweiter Platz in Budapest stimmen optimistisch für den Saisonendspurt. Das Ziel ist weiter, beide WM-Titel zu gewinnen, doch man weiß, dass man gegen die Konkurrenz bei der Aufholjagd nicht nachlassen darf.

Deshalb hat Ferrari in Spa einige neue Aerodynamik-Komponenten im Gepäck, vor allem einen neuen Diffusor. Aufgrund des Testverbots werden die neuen Teile im Freien Training am Freitag ausprobiert, bevor entschieden wird, ob sie in Qualifying und Rennen eingesetzt werden. Grundsätzlich geht man bei Ferrari davon aus, dass der schnelle und flüssige Ardennen-Kurs dem F10 entgegenkommt. Das einzige Fragezeichen ist das Wetter: Laut Vorhersage sind am Sonntagnachmittag Schauer möglich.

Alonso sieht sich nach einer "sehr entspannten" Sommerpause gerüstet für den Endspurt. Von Ungarn aus war er nach Maranello gereist, wo er im Simulator arbeitete und sich mit seinen Ingenieuren besprach. In den Ferien pendelte er zwischen der Schweiz und Spanien. "Ich habe versucht, lange Reisen zu vermeiden. Wir können davon ausgehen, dass der letzte Teil der Saison recht stressig wird und ich war nicht unbedingt heiß darauf, noch mehr Hotels und Flughäfen zu sehen", begründet der Spanier.

Als "Transportmittel" habe er vor allem sein Fahrrad benutzt, berichtet Alonso. Zusätzlich zu seinem normalen Training hat er mit seinen besten Freunden auch an einem Radrennen rund um seine Heimatstadt Oviedo teilgenommen: "Ich habe mit Blick auf den Saisonendspurt meine Batterien wieder aufgeladen, aber ich denke, das war für alle das Gleiche: Es war dringend nötig, vor allem nach dem teilweise recht hektischen Juli."

Jetzt allerdings will Alonso endlich wieder zurück auf die Rennstrecke. "Ich freue mich, dass mit dem Belgischen und dem Italienischen Grand Prix gleich Rennen auf zwei ganz besonderen Strecken anstehen", sagt er. "Der Belgische Kurs ist vielleicht sogar der Tollste der ganzen Saison und Monza wird für mich etwas ganz Spezielles. Dort werde ich zum ersten Mal als Ferrari-Pilot vor italienischem Publikum fahren, und dazu kommt, dass die Strecke in der Geschichte des Motorsports einfach eine ganz wichtige Rolle spielt."

Nach den guten Ergebnissen von Hockenheim und Budapest hat Alonso jetzt "ein gutes Gefühl": "Wie man so schön sagt, müssen wir den Schwung mitnehmen und für Spa sollte unser Ziel sein, den Weg weiterzuführen, den wir vor den Ferien eingeschlagen haben. Die Ergebnisse von Hockenheim und Budapest waren nicht nur wichtig für die Gesamtwertungen in beiden Weltmeisterschaften, sondern sie haben uns auch Selbstvertrauen gegeben. So müssen wir weitermachen."

Teamkollege Massa verbrachte seine Ferien im heimischen São Paolo. Auch er ist der Meinung, dass die Heimat der beste Urlaubsort ist, wenn man einen Job hat, in dem man viel reisen muss: "Man sieht keinen Flughafen, sitzt nicht im Flieger und muss nicht im Hotel wohnen. Daheim bei der Familie zu bleiben war perfekt für mich. Ich habe mitbekommen, was dort so passiert und habe mich mit alten Freunden getroffen." Auch Massa betrieb Fitnesstraining und gönnte sich ansonsten eine Auszeit.

Doch auf den Sound von Motoren konnte er nicht ganz verzichten. Deshalb besuchte er auf dem Kurs von Interlagos eine Rennveranstaltung, die seine Familie organisiert: "Dort haben wir - in Zusammenarbeit mit Fiat - drei verschiedene Kategorien: Die Formula Future, mit der wir Talente der nächsten Generation finden möchten, eine Tourenwagenklasse und eine Klasse für 600-ccm-Motorräder. Es hat Spaß gemacht, an der Rennstrecke zu sein, ohne selbst Druck zu haben."

Während der Ferien hielt Massa aber Kontakt zu seinen Ingenieuren, auch wenn diese nicht in der Fabrik gearbeitet haben. "Wir sind gut aufgestellt und bekommen für unseren F10 neue Teile", sagt der Brasilianer, der sich für Spa bestens gerüstet sieht. "Ich bin dort 2008 zum bisher letzten Mal gefahren und ich liebe diese Strecke nicht nur, weil ich damals dort gewonnen habe. Ich denke, dass alle Piloten gern auf diesem tollen Kurs fahren."

"Die Strecke ist sehr schnell und erfordert weniger Downforce als die meisten anderen Kurse. In den vergangenen Rennen haben wir gezeigt, dass wir wieder sehr konkurrenzfähig sind, sogar mehr, als wir erwartet hatten", sagt Massa. Es sei jedoch schwierig, eine Vorhersage für Spa zu machen: "Die kleinen Unterschiede zwischen den Topteams sind vor allem streckenspezifisch. Wie immer müssen wir abwarten, wie das Freie Training läuft, bevor wir wissen, was wir erwarten können."

Massa rechnet damit, dass die letzten sieben Rennen im Endspurt spannend und aufregend werden, auch wenn das für die Beteiligten eine gewisse Anspannung mit sich bringen kann. "Aber Ferrari und ich waren schon früher in einer solchen Situation, und wir wissen, wie wir mit dem Druck umgehen müssen. Wir müssen uns auf unseren Job konzentrieren", erklärt der Brasilianer. "Wir müssen da weitermachen, wo wir vor der Pause aufgehört haben, konkurrenzfähig sein und in den Kampf eingreifen."

Er selbst ist jedenfalls motiviert genug: "Auch wenn ich die Ferien genossen habe, hat mir das Rennfahren gefehlt. Und ich kann mir keinen besseren Ort vorstellen, um wieder anzufangen, als Spa. Selbst wenn es regnet - und wann haben wir in Spa mal kein Wasser gesehen? - macht die Strecke noch viel Spaß. Wir müssen einfach das Beste aus allem machen, was das Wochenende für uns bereit hält."

Fotoquelle: xpb.cc

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