Parken die Formel-1-Trucks 2010 zum letzten Mal in Spa-Francorchamps?

Formel 1 2010

— 26.08.2010

Schon wieder: Spa-Francorchamps wackelt!

Weil die Veranstalter voraussichtlich wieder Millionenverluste schreiben werden, steht die Zukunft der beliebten Rennstrecke auf der Kippe

Für Fahrer und Fans ist das Rennwochenende in Spa-Francorchamps jedes Jahr ein Highlight der Formel-1-Welttournee, für das alle Beteiligten auch das traditionell schlechte Ardennenwetter gerne in Kauf nehmen. Doch nachdem der Grand Prix von Belgien schon 2003 und 2006 nicht ausgetragen werden konnte, droht nun laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' wieder das Aus.

Im Vorverkauf wurden laut Veranstalterangaben ungefähr 40.000 Tickets für den Rennsonntag verkauft, was knapp mehr wäre als im Vorjahr. Damals kamen dann - das Geschäft an den Tageskassen eingerechnet - insgesamt 51.000 Fans in die belgischen Ardennen, um Kimi Räikkönens bis dato letzten Sieg in der Formel 1 zu sehen.

65.000 Zuschauer erforderlich

Vom Break-even-Point wäre man damit aber meilenweit entfernt, denn der liegt bei 65.000 Zuschauern. Im Vorjahr rechnete Veranstalter Étienne Davignon vor abgeschlossener Bilanz mit einem Verlust von drei Millionen Euro, letztendlich wurden es deren sieben. 5,4 Millionen Euro musste die wallonische Regierung zuschießen.

Ein ähnlicher Verlust steht auch am kommenden Wochenende zu befürchten, was dazu führen könnte, dass die Veranstalter aufgeben müssen. "Wir müssen uns die fundamentale Frage stellen: Hören wir auf oder machen wir weiter?", hatte Davignon schon vor einem Jahr geseufzt. Jedes Jahr einen Grand Prix auszutragen, funktioniere nicht, "weil es schlichtweg zu teuer ist".

Also kam die Idee auf, in Spa-Francorchamps nur noch alternierend mit dem Nürburgring zu fahren, doch seit es am Nürburgring eine neue Geschäftsführung gibt, fanden in diese Richtung angeblich noch keine Gespräche statt. Auch ein GP2-Event ohne Formel 1 wurde vor einem Jahr angedacht. Solche Pläne haben sich bisher jedoch nicht konkretisiert.

Kein Schumacher-Faktor mehr

Der Vertrag zwischen Spa-Francorchamps und Bernie Ecclestone läuft noch bis einschließlich 2012, doch Ecclestone hat gegenüber belgischen Journalisten bereits signalisiert, dass er auf diesem nicht bestehen würde, sollten die Veranstalter aus finanziellen Gründen aussteigen wollen. Hintergrund: Die Belgier zahlen angeblich nur 14 Millionen Euro pro Jahr - viel weniger als andere Länder.

Auch Michael Schumacher, der die Traditionsrennstrecke unweit der deutschen Grenze als sein "Wohnzimmer" bezeichnet, ist für die Veranstalter kein Heilsbringer. Zwar zog der Vorverkauf 2009 enorm an, als sein Comeback im Ferrari erstmals im Raum stand, aber dieses Jahr gibt es keinen Schumacher-Faktor mehr. Dafür werden diesmal viele Engländer und Spanier erwartet.

Fotoquelle: xpb.cc

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