Für die Fahrer-WM ist Mark Webbers heutiger zweiter Platz Gold wert

Formel 1 2010

— 29.08.2010

Interview: Webber hofft auf Red-Bull-Unterstützung

Mark Webber über seinen zweiten Platz in Spa-Francorchamps und die Hoffnung, dass sich Red Bull im WM-Kampf nun hinter ihn stellen wird

Für Mark Webber war der zweite Platz in Spa-Francorchamps ganz wichtig - nicht weil er die WM-Führung um drei Punkte an Sieger Lewis Hamilton verloren hat, sondern weil sein Vorsprung auf Sebastian Vettel nun schon 28 Zähler beträgt. Das bedeutet, dass er selbst im schlimmsten Fall auch nach Monza vor seinem deutschen Teamkollegen liegen wird. Nun möchte Webber für sich in Anspruch nehmen, in den letzten sechs Rennen als Nummer eins unterstützt zu werden, wie er während der FIA-Pressekonferenz nach der Siegerehrung andeutete.

Frage: "Mark, die Pole-Position hat Red Bull diese Saison schon ein paar Mal kein Glück gebracht. Was ist heute am Start passiert?"
Mark Webber: "Ich hatte während der Aufwärmrunde einen großen Knall. Dann haben wir eine kleine Adjustierung der Kupplung vorgenommen, von der ich mir erhoffte, das Problem zu lösen. Das hat es am eigentlichen Start aber nur noch schlechter gemacht. Ich war natürlich ziemlich überrascht. Durch Eau Rouge hatte ich einen ziemlich guten Kampf mit Adrian und später habe ich auch noch Felipe überholt."

Zufrieden mit wichtigen 18 Punkten

"Dann kam das Safety-Car und es war ein wechselhaftes Rennen. Der erste Boxenstopp war gut, da haben die Jungs einen sehr guten Job gemacht. Es hat nicht ganz gereicht, um an Robert vorbeizugehen. Ich kam ihm sehr nahe, aber auf der langen Geraden kam ich in den Drehzahlbegrenzer und hatte keine Chance gegen einen Fahrer mit Roberts Erfahrung. Am Ende wurde es der zweite Platz. Nach so einem Rennen die besten Drei aus dem Qualifying auch im Rennen vorne zu sehen, ist eine Wette, mit der man viel Geld verdienen kann, auch wenn mir eine andere Reihenfolge lieber gewesen wäre. Aber alles in allem bin ich mit dem zweiten Platz zufrieden."

Frage: "Hattest du später im Rennen auch noch einmal Probleme mit der Kupplung, zum Beispiel beim Anfahren nach den Boxenstopps?"
Webber: "Nein, das war okay - danach hatte ich keine Probleme mit dem Auto. Dass der Start nicht nach Plan gelaufen ist, war offensichtlich. Schade, dass mit der Prozedur etwas nicht gestimmt hat, denn die Jungs arbeiten sehr hart, um das richtig hinzubekommen. Zum Glück habe ich bis zur ersten Kurve nicht allzu viel Boden verloren."

"Ich konnte den Weg rauf über Eau Rouge nach Les Combes noch etwas gutmachen. Als der Regen kam, schlitterten die vorderen zwei oder drei Fahrer ins Aus, aber das kann passieren. Bus-Stop ist eine sehr enge Kurve, sehr rutschig in der Bremszone. Wir fuhren also alle geradeaus und ich überholte dann Felipe. In der Phase des Rennens hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Jenson hat uns alle ein bisschen aufgehalten, aber wir mussten ihn auf der Strecke überholen, weil wir möglichst nur einen Boxenstopp einlegen wollten, wenn es regnet oder etwas Ungewöhnliches passiert."

"Das Problem Jenson hat sich dann ja erübrigt. Ich attackierte auch Robert, aber er hatte den besseren Topspeed. Also probierten wir es in der Box - und unser Stopp war tatsächlich sehr gut. Nach dem Stopp war es gar nicht mehr so einfach, Robert zu folgen, wenn ich ehrlich sein soll, denn ich fühlte mich im Auto nicht mehr so wohl. Der Regen kam für mich genau richtig, denn von da an konnte ich wieder aufholen."

"Ich weiß nicht, ob ich Robert auf der Strecke überholt hätte, aber dann kamen die Boxenstopps. Ich schoss ein bisschen über meinen Halteplatz hinaus, aber Robert anscheinend noch mehr. Das war der Unterschied zwischen uns beiden, aber so etwas ist bei solchen Bedingungen halt immer drin. Zum Glück ist keinem der Mechaniker etwas passiert. So sind wir beim Wechsel auf Intermediates zu unserem zweiten Platz gekommen. Mit dem zweiten Platz bin ich nach diesem Start sehr glücklich, denn das sind sensationelle Punkte."

Glück im Kampf gegen Kubica

Frage: "Gestern hattest du Bedenken, was euren Topspeed angeht. Warst du damit im Rennen zufrieden?"
Webber: "Ja, schon. Das Team hat einen sehr guten Job gemacht und einen guten Kompromiss gefunden. Wir haben den gleichen Motor wie Robert, der heute sehr konkurrenzfähig war. Alles in allem waren unsere Autos heute sehr ähnlich, daher wäre es sehr schwierig geworden, ihn zu überholen. Wenn es ein Trockenrennen geblieben wäre, hätte ich ihm den zweiten Platz nicht streitig machen können."

Frage: "Du hast gesagt, wenn du nicht gewinnen kannst, musst du jenes Ergebnis für die Weltmeisterschaft mitnehmen, das eben möglich ist. War das heute ein Beispiel dafür?"
Webber: "Absolut. An solchen Tagen ist es leicht, ganz leer auszugehen - da muss nur jemand im Cockpit oder an der Boxenmauer oder beim Reifenwechsel einen kleinen Fehler machen. Aber alle haben gut gearbeitet, sodass wir gute Punkte nach Monza mitnehmen."

Frage: "Du hast jetzt 28 Punkte Vorsprung auf deinen Teamkollegen. Glaubst du, dass sich das Team in den letzten sechs Rennen nun mehr auf dich konzentrieren muss?"
Webber: "McLaren hat schon viele Weltmeisterschaften gewonnen und sie haben einen vollen Trophäenraum. Auch Red Bull hat einen großen Trophäenraum, aber nicht ganz so groß. Ich glaube, es hängt davon ab, wie hungrig wir sind, es zu schaffen. Ich glaube, es ist im Moment noch zu früh dafür, aber vielleicht gibt es eine andere Strategie als bei McLaren. Es ist noch zu früh, aber es ist nicht mehr weit weg."

Frage: "Wer ist nun dein größter WM-Gegner?"
Webber: "Ich glaube, wenn wir Lewis schlagen können, dann sieht es nicht so schlecht aus."

Fotoquelle: xpb.cc

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