Fernando Alonso findet, dass seine WM-Chancen unverändert groß sind

Formel 1 2010

— 29.08.2010

Alonso: "Zur falschen Zeit am falschen Ort"

Fernando Alonso ist nicht sauer auf Rubens Barrichello und nimmt den Ausfall in Spa-Francorchamps erstaunlich gelassen zur Kenntnis

Zehnter im Qualifying, in der ersten Runde von Rubens Barrichello abgeschossen, tolle Aufholjagd, dann aber mit Fahrfehler ausgeschieden: Wenn man Fernando Alonso kennt, würde man ihm nach dem völlig verkorksten Rennen in Spa-Francorchamps zumindest einen kleinen Ausraster zutrauen. Aber der Ferrari-Pilot nimmt die Nullrunde erstaunlich gelassen hin und will den WM-Kampf noch keineswegs aufgeben.

Frage: "Fernando, vor diesem Rennen hast du deine WM-Chancen mit 50:50 beziffert. Wie siehst du das jetzt?"
Fernando Alonso: "Immer noch gleich. 50:50, was auch immer - es ist für alle gleich: Es gibt fünf Fahrer, die gewinnen können. Für alle anderen wird es schwierig, aber für uns besteht die Möglichkeit noch. Wir hatten noch sieben Rennen, jetzt sind es nur noch sechs. Ich habe gesagt, dass derjenige Weltmeister wird, der in den letzten sieben Rennen den besten Job macht. Im ersten waren wir nicht gut genug und andere waren besser. Jenson, Vettel und ich waren in diesem ersten von sieben Rennen nicht gut genug, aber es gibt noch sechs Rennen, um das zu ändern."

Kein Vorwurf an Barrichello

Frage: "Wie siehst du den Zwischenfall mit Rubens Barrichello in der Bus-Stop-Schikane?"
Alonso: "Dazu muss ich nichts sagen. Ich habe die Schikane angebremst und dann spürte ich von hinten einen Schlag. Die Bedingungen waren rutschig und feucht, sehr schwierig. Ich schätze, Rubens wurde von den Bedingungen überrascht, hat die Räder ein bisschen blockiert. Leider war ich zur falschen Zeit am falschen Ort."

Frage: "Und wie kam es zu deinem Unfall am Ende? Kamst du mit einem Reifen auf den Randstein?"
Alonso: "Ja. Ich traf den Randstein und verlor das Heck."

Frage: "In den vergangenen Rennen hast du viele Punkte aufgeholt. Wie weh tut es da, dass dein Momentum jetzt mit so einem schlechten Wochenende gebremst wird?"
Alonso: "Gar nicht. Wie gesagt: Wir sind fünf Titelanwärter, von denen drei nicht gepunktet haben, zwei schon. Vielleicht ist es beim nächsten Rennen andersrum, dann steht es wieder genau wie gestern Nachmittag, als wir punktemäßig nahe dran waren. So müssen wir es halt in den verbleibenden sechs Rennen umso besser machen."

Unterschiede je nach Strecke sehr groß

Frage: "Glaubst du, dass derjenige Weltmeister wird, der die wenigsten Fehler macht?"
Alonso: "Naja, ich glaube, dass derjenige gewinnen wird, der am schnellsten ist. Hier war McLaren sehr schnell, was man schon in Q2 gesehen hat, als sie eine Sekunde Vorsprung hatten. Im Rennen waren die schwierigen Bedingungen nicht dominant, sondern 80 Prozent waren trocken. Mit dem Potenzial, das sie haben, konnten sie gewinnen - weil sie die Besten waren."

"Dieses Wochenende waren sie sehr konkurrenzfähig, aber in Ungarn war noch Red Bull eine Sekunde vor allen anderen. Von Strecke zu Strecke sehen wir sehr große Unterschiede. Wer da am besten aussieht, wird Weltmeister."

Frage: "Du sprichst von sechs verbleibenden Rennen. Für die Fahrer, die aufholen müssen, ist es umso wichtiger, dass Südkorea wirklich stattfindet..."
Alonso: "Ja. Wir gehen davon aus, dass wir in Südkorea fahren werden. Etwas anderes habe ich nicht gehört."

Fotoquelle: xpb.cc

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